Auktion: 517 / Moderne Kunst II am 18.06.2021 in München Lot 128

 
128
Erich Heckel
Auf der Bühne, 1910.
Aquarell, Kreide und Tusche
Schätzpreis: € 20.000 - 30.000
+
Objektbeschreibung
Auf der Bühne. 1910.
Aquarell, Kreide und Tusche.
Verso von Erich Heckel und Ernst Ludwig Kirchner signiert und mit Grußtext. Auf einer Blanko-Postkarte. 9,2 x 14,3 cm (3,6 x 5,6 in), blattgroß.
Postkarte aus Dresden an Käthe Bleichröder, Poststempel 2.11.10:
"Sehr geehrte Frau Bleichröder, in Erinnerung an Ihren gastlichen Abend grüsst herzlich EHeckel
Frdl. Grüße ELKirchner".
• Zeitdokument aus der wichtigen "Brücke"-Zeit.
• Die Künstlerpostkarte gilt mittlerweile als eigene Gattung in der Kunst der Moderne.
• Das Varieté gehört zu den Hauptmotiven der "Brücke"-Künstler
.

Das Werk ist im Nachlass Erich Heckel, Hemmenhofen am Bodensee, verzeichnet. Wir danken Frau Renate Ebner und Herrn Hans Geissler für die freundliche Unterstützung.

PROVENIENZ: Sammlung Käthe Bleichröder, Hamburg (ab 1910, direkt vom Künstler).
Sammlung Dr. Elsa Hopf, Hamburg (wohl direkt von der Vorgenannten erhalten).
Privatsammlung Schleswig-Holstein (1943 durch Erbschaft von der Vorgenannten -1988, Ketterer Kunst, München, 30.5.1988, Los 492a).
Privatsammlung Norddeutschland (1988 vom Vorgenannten erworben).
Privatsammlung Norddeutschland (im norddeutschen Kunsthandel erworben).
Privatsammlung Deutschland (durch Erbschaft vom Vorgenannten).

Aufrufzeit: 18.06.2021 - ca. 13.37 h +/- 20 Min.

Essay
1905 gründen Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff und Fritz Bleyl in Dresden die Künstlergruppe "Brücke". Sie proklamieren das von bürgerlichen Zwängen befreite Leben und ein revolutionäres Aufbegehren gegen die erstarrte Akademiekunst. Nach ihrem Verständnis bilden das Leben und die Kunst eine untrennbare Einheit, deswegen erkämpfen sie für die kommende Generation der Künstler eine neue Schaffensfreiheit. Um dies zu erreichen stehen die Künstler in regem Austausch, was die zahlreichen Postkarten belegen, die schwerpunktmäßig zwischen 1909 bis 1911 ausgetauscht werden. Die künstlerisch gestalteten Postkarten sind ideales Kommunikationsmittel der Gemeinschaft, um untereinander Kontakt zu halten, aber auch zu Förderern und Sammlern. Sie dienen als Status quo der Arbeit der Künstler, sind perfektes Beispiel der Methode des spontanen Erfassens und einer unverfälschten unmittelbaren Wiedergabe. Die Postkarten werden zu einer Art von Visitenkarte für ihr künstlerisches Bestreben. Bei allem bohemehaften Lebensgefühl und künstlerischen Idealen ist die "Brücke" durchaus erfolgsorientiert und managt ihre gemeinsame Vermarktung ideenreich, nutzt alle möglichen Formen der Öffentlichkeitsarbeit. Die Künstler entwerfen Briefköpfe, Postkarten, Einladungen und Plakate. Außerdem etabliert der innere Kreis der Gruppe um sich eine immer größer werdende Zahl von passiven Mitgliedern, die mit einem Jahresbeitrag für einen finanziellen Grundstock sorgen. Die Adressatin unserer Postkarte ist die Fotografin Käthe Bleichröder, sie ist um 1910 eines der ca. 70 passiven Mitglieder der "Brücke". Im Gegenzug für ihre finanzielle Unterstützung erhalten die passiven Mitglieder einmal jährlich eine Grafikmappe, die in konzentrierter Form die künstlerische Entwicklung der Gruppe zeigt. [SM]
 


Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Erich Heckel "Auf der Bühne"
Dieses Objekt wird regel- oder differenzbesteuert angeboten.

Berechnung bei Differenzbesteuerung:
Zuschlag bis einschließlich € 500.000: 32 % Aufgeld
Zuschläge über € 500.000: Teilbeträge bis einschließlich € 500.000 32 %, Teilbeträge über € 500.000 27 % Aufgeld
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

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Zuschläge über € 500.000: Teilbeträge bis einschließlich € 500.000 25%, Teilbeträge über € 500.000 20 % Aufgeld, jeweils zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer

Wir bitten um schriftliche Mitteilung vor Rechnungsstellung, sollten Sie Regelbesteuerung wünschen.

Berechnung bei Folgerechtsabgabe:
Bei Objekten, deren Künstler nicht bereits vor mindestens 70 Jahren verstorben ist, fällt eine Folgerechtsumlage i.H. von 2,4 % inklusive der gesetzlichen Umsatzsteuer an.