Auktion: 523 / Kunst des 19. Jahrhunderts am 11.12.2021 in München Lot 346

 

346
Adolf Schreyer
Arabische Reiter am Fluss, Um 1880/90.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 5.000 - 7.000
+
Arabische Reiter am Fluss. Um 1880/90.
Öl auf Leinwand.
Rechts unten signiert. Verso auf der Leinwand mit dem Nachlassstempel sowie handschriftlich nummeriert. Verso auf dem Keilrahmen mit altem fragmentiertem Etikett. 41 x 83 cm (16,1 x 32,6 in).

Wir danken Herrn Dr. Christoph Andreas, Frankfurt am Main, für die freundliche Auskunft.

PROVENIENZ: Aus dem Nachlass des Künstlers (verso auf der Leinwand mit dem Nachlassstempel).
Privatsammlung Deutschland (ca. 1950 erworben, seither in Familienbesitz).

Aufrufzeit: 11.12.2021 - ca. 16.01 h +/- 20 Min.

Adolf Schreyer ist einer der bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Maler des Orientalismus, dessen Werke damals vor allem bei einer aristokratischen und großbürgerlichen Käuferschaft sehr begehrt sind - etliche Werke finden gegen Ende des 19. Jahrhunderts auch ihren Weg in prestigeträchtige amerikanische Sammlungen wie die der Vanderbilts oder Rockefellers. Schreyers Motive sind wesentlich seinem von zahlreichen Reisen geprägten Lebenswandel zuzuschreiben. Nach seinem Studium am Städelschen Kunstinstitut in Frankfurt reist er mit dem Prinzen Emmerich von Thurn und Taxis durch Ungarn, die Walachei und das südliche Russland, ebenso begleitet er diesen 1855 als Zeichner und Freiwilliger in den Krimkrieg. Er lernt das Soldatenleben sowie die fremd und folkloristisch erscheinenden Länder am Schwarzen Meer und dem Balkan kennen, füllt seine Skizzenbücher mit zahlreichen Pferde- und Reiterszenen, die ihm auch später noch als Motivrepertoire dienen sollen. Zu damaliger Zeit bildet sich vor allem in Paris, wo Schreyer sich 1856 ein erstes Mal aufhält, die Malerei des Orientalismus heraus, in der wildbewegte Schlachtenszenen, Tiermalerei und folkloristisches Genre zusammenfließen. Ab den 1830er Jahren ist auch im Zuge der Eroberung Algeriens das Interesse der Maler an jenen „exotischen“ Ländern gewachsen, die die Künstler der Romantik wie Eugène Delacroix, Eugène Fromentin und Alexandre Décamps teilweise selbst bereisen. Deren durchaus romantisierender und exotisierender Blick gilt arabischen Kriegern, edlen Pferderassen und der fremdartigen Wüstenlandschaft, die in bewegtem und koloristischem Ausdruck malerisch interpretiert werden. Auch Schreyer reist in den 1850er Jahren selbst nach Spanien, in die nordafrikanischen französischen Kolonien, Ägypten und Syrien, woraufhin zahlreiche solcher orientalistischen Szenerien entstehen. In freier, dynamischer Malweise, das zeichnerische Element zugunsten der Farbigkeit vernachlässigend, gilt Schreyers Interesse vor allem der Bewegung von Mensch und Tier sowie der Faszination von Kleidung und Habitus der Beduinenreiter. Der in den Gemälden gemeinte Orient ist dabei jedoch kein geografisch genau zu lokalisierender Ort - Ägypten, Marokko, Algerien und der Nahe Osten vermischen sich dagegen vielmehr zu einem Landstrich, der in der Imagination der Maler stattfindet. Mit großem Erfolg stellt Schreyer im Zentrum dieser Strömung, dem Pariser Salon, aus, wo sein Schaffen aufgrund seines poetischen, effektvollen Ausdrucks 1865 mit der Goldmedaille honoriert wird. [KT]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Adolf Schreyer "Arabische Reiter am Fluss"
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