Auktion: 525 / Evening Sale am 10.12.2021 in München Lot 121001203

 
121001203
Yves Klein
Monochrome bleu sans titre, 1958/59.
Reines Pigment und Kunstharz auf Karton, partie...
Schätzpreis: € 100.000 - 150.000
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Objektbeschreibung
Monochrome bleu sans titre. 1958/59.
Reines Pigment und Kunstharz auf Karton, partiell auf Holz montiert.
Wember IKB 139. Verso mit dem Künstlerstempel. 16,5 x 42 cm (6,4 x 16,5 in). [CH].

• Seit Entstehung Teil einer deutschen Privatsammlung.
• Seltenes Querformat mit großer Anziehungskraft.
• Entsteht wohl nach der bahnbrechenden Ausstellung "Le Vide" (Die Leere) in der Galerie Iris Clert in Paris.
• Vergleichbare Werke aus den Jahren 1958/59 befinden sich unter anderem in der Londoner Tate Modern, in der Fondazione Prada in Mailand, im San Francisco Museum of Modern Art (SFMOMA), im Moderna Museet in Stockholm und im Sezon Museum of Modern Art in Karuizawa-machi/Japan
.

PROVENIENZ: Privatsammlung Nordrhein-Westfalen (direkt vom Künstler erhalten).

Essay
"Für mich besteht die Kunst des Malens darin, Freiheit zu schaffen. [..] Die Seele empfinden ohne zu erklären.. das ist es, was mich zur Monochromie geführt hat." (Yves Klein, zit. nach: Paul Wember, Yves Klein, Köln 1969, S. 11). Ähnlich wie Lucio Fontana und seinem "Manifesto Blanco" von 1946 geht es auch Klein statt um die Aussagekraft von Malerei oder ihre Fähigkeit des Geschichtenerzählens vielmehr um das Hervorrufen eines - eventuell auch spirituellen - Gefühls. Der Bildträger wird gänzlich entmaterialisiert, der Betrachter muss sich nicht mit einer Entzifferung befassen, sondern taucht ein in ein tiefes Blau, begibt sich in einen fast meditativen Zustand.

In Zusammenarbeit mit einem Wissenschaftler in Paris und sicherlich auch mit dem Wissen, das er während seiner Tätigkeit in einer Rahmenwerkstatt in London Ende der 1940er Jahre sammelt, entwickelt Klein eine besondere Materialzusammensetzung aus ultramarinblauem Pigment und einem Polyvinylacetat, welche den so schwer zu erhaltenden reinen Pigmentcharakter - die Körnigkeit und die perfekte, pudrige, matt-blaue, und doch lebendig strukturierte Oberfläche des reinen Pigments - trotz der Fixierung auf den Bildträger erstaunlicherweise unverändert lässt. Mithilfe dieser eigens entwickelten, ausgeklügelten Technik gelingt es dem Künstler auch in den kleinformatigen "Momochromes bleus", wie der hier angebotenen Arbeit, Bilder von großer malerischer Sensibilität und spürbarer poetischer Energie zu schaffen. Das letztendliche entwickelte Mischverhältnis wird nicht veröffentlicht. Der Künstler meldet es 1960 als I.K.B. - International Klein Blue - zum Patent an.

Diese Arbeiten mit dem tiefen, heute berühmten Ultramarinblau zeigt Klein 1957 erstmals in der wichtigen Einzelausstellung "Proposte monochrome, epoca blu" (Monochromer Vorschlag, blaue Epoche) in der Mailänder Galleria Apollinaire. Schon damals montiert er die Bildträger auf kleine Holzleisten, um durch den Abstand zur Wand ein gewisses Gefühl von Räumlichkeit hervorzurufen. 1958 - zum Entstehungszeitpunkt der hier angebotenen Arbeit - zeigt die Pariser Galerie Iris Clert dann die bedeutende, richtungsweisende Einzelausstellung "Le Vide" (Die Leere), die einen weiteren Höhepunkt innerhalb seiner nur sieben Jahre andauernden künstlerischen Karriere zur Folge hat. Yves Klein gilt heute aufgrund seiner damals völlig neuartigen Farbexperimente und der Umdeutung des klassischen Malereibegriffs als einer der innovativsten Künstler des 20. Jahrhunderts. [CH]
121001203
Yves Klein
Monochrome bleu sans titre, 1958/59.
Reines Pigment und Kunstharz auf Karton, partie...
Schätzpreis: € 100.000 - 150.000
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Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Yves Klein "Monochrome bleu sans titre"
Dieses Objekt wird regel- oder differenzbesteuert angeboten.

Berechnung bei Differenzbesteuerung:
Zuschlag bis einschließlich € 500.000: 32 % Aufgeld
Zuschläge über € 500.000: Teilbeträge bis einschließlich € 500.000 32 %, Teilbeträge über € 500.000 27 % Aufgeld
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

Berechnung bei Regelbesteuerung:
Zuschlag bis einschließlich € 500.000: 25 % Aufgeld zuzügl. der gesetzlichen Umsatzsteuer
Zuschläge über € 500.000: Teilbeträge bis einschließlich € 500.000 25%, Teilbeträge über € 500.000 20 % Aufgeld, jeweils zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer

Wir bitten um schriftliche Mitteilung vor Rechnungsstellung, sollten Sie Regelbesteuerung wünschen.

Berechnung bei Folgerechtsabgabe:
Bei Objekten, deren Künstler nicht bereits vor mindestens 70 Jahren verstorben ist, fällt eine Folgerechtsumlage i.H. von 2,4 % inklusive der gesetzlichen Umsatzsteuer an.