Auktion: 525 / Evening Sale am 10.12.2021 in München Lot 121001663

 
121001663
Serge Poliakoff
Composition abstraite, Um 1963.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 60.000 - 80.000
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Objektbeschreibung
Composition abstraite. Um 1963.
Öl auf Leinwand.
Poliakoff 63-85. Rechts unten monogrammiert. Verso signiert und nachträglich möglicherweise von fremder Hand datiert "Paris 1959". Zudem mit einer gestrichenen Bezeichnung. 33 x 41 cm (12,9 x 16,1 in).

• Poliakoff zählt zu den führenden Vertretern der Farbfeldmalerei in Europa.
• Charakteristische Komposition mit äußerst spannungsvollem schwarz-weißem Zentrum.
• Außergewöhnliche Farblandschaft mit haptisch reizvoller Oberflächenstruktur.
• Die leuchtenden Kompositionen der 1950/60er Jahre gelten auf dem internationalen Auktionsmarkt als die gefragtesten Arbeiten.
• Gemälde dieser Schaffensphase befinden sich in bedeutenden internationalen Museen, wie u. a. im Museum of Modern Art, New York, in der Tate Modern, London, und im Centre Pompidou, Paris
.

Mit einem Zertifikat des Archives Serge Poliakoff, Paris, vom 10. September 2003 (in Kopie). Die Arbeit ist dort unter der Nummer "965080" registriert.

PROVENIENZ: Galleria d'Arte Rinaldo Rotta, Genua.
Privatsammlung Sachsen (wohl seit 2003).

AUSSTELLUNG: Serge Poliakoff, Galerie Döbele, Dresden, 20.6.-30.8.2003.

LITERATUR: Dresdner Stadtleben, 30. Juni 2003 (mit SW-Abb. S. 9).
Dresdner Neueste Nachrichten, 26. Juli 2003, o. S. (mit Abb.).
"Abstract art is a composite that must spread out into the cosmos. While figurative painting lives within the frame, the abstract must run over the frame to create a cosmos. The painting must always step out of the canvas."
Serge Poliakoff, zit. nach: Gérard Durozoi, Serge Poliakoff. Monographie, Paris 2005, S. 174.

Essay
Nach figürlichen Anfängen beginnt Serge Poliakoff, der heute zu den bedeutenden Protagonisten der europäischen Farbfeldmalerei zählt, in den 1940er Jahren abstrakt zu malen und findet um 1950 schließlich zu seinem charakteristischen Stil der klar konturierten, sich sanft verzahnenden Farbfelder. Während die oftmals noch formal und farblich reduzierten Kompositionen der frühen 1950er Jahre in der Gegenüberstellung zum zeitgleichen Schaffen der amerikanischen Farbfeldmaler Clifford Still und Ellsworth Kelly Poliakoffs enorme künstlerische Progressivität der Nachkriegsjahre besonders deutlich vor Augen führen, findet Poliakoff gerade in den seit Ende der 1950er Jahre entstehenden, farbenfrohen und vielteiligen Farbfeldern zu seinem unverkennbaren Stil. Kraftvoll und souverän spielt Poliakoff in der vorliegenden Komposition mit dem zentralen Schwarz-Weiß-Kontrast, den er zu den Rändern hin geradezu spielerisch zu einem leuchtenden Schwarz-Rot und Schwarz-Gelb-Kontrasten weiterentwickelt. Das Schwarz bildet im Kontrast zum Rot und zum Weiß das kompositionelle Zentrum. Durch die Abstufungen der Farben, eine zur Mitte hin zunehmende Dichte der Formen und die Spannung zwischen den Farbflächen entfaltet sich die besondere Harmonie von Poliakoffs malerischem Schaffen. In unermesslicher Schöpfungskraft lässt uns Poliakoff in seinen einzigartigen Kompositionen die individuelle Wirkung und Interaktion der Farben und damit die schier unbegrenzte emotionale Aussagekraft abstrakter Malerei immer wieder neu entdecken: "Viele Leute sagen, dass es in der abstrakten Malerei nichts zu sehen gibt. Wenn es nach mir ginge, könnte ich dreimal länger leben und doch nicht alles, was ich sehe, gesagt haben." (Serge Poliakoff, zit. nach: Künstler. Kritisches Lexikon der Gegenwartskunst, Ausgabe 31, Heft 21, III 1995, S. 2). [JS]
 


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