Auktion: 522 / Klassische Moderne Teil II am 10.12.2021 in München Lot 121002146

 
121002146
August Macke
Kapuzinerkresse und Apfel, 1908.
Öl auf Papier
Schätzpreis: € 50.000 - 70.000
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Objektbeschreibung
Kapuzinerkresse und Apfel. 1908.
Öl auf Papier.
Heiderich 89, Vriesen 77. Rechts unten signiert. Verso von fremder Hand betitelt. 32 x 34,5 cm (12,5 x 13,5 in).
Verso eine wohl ursprünglich größerformatige Gouache.
• Zwischen Pariser Avantgarde und "Blauem Reiter".
• Ein weiteres Stillleben von 1908, das "Stillleben mit Pfirsichen, Trauben und Weinglas", befindet sich als Dauerleihgabe im Kunstmuseum Bonn
.

PROVENIENZ: Privatbesitz (1957).
Galerie Aenne Abels, Köln (1967).
Privatsammlung Schweiz.

AUSSTELLUNG: August Macke, Städtische Galerie im Lenbachhaus München, 6.6.-16.9.1962, Nr. 28.

LITERATUR: Ernst-Gerhard Güse, August Macke, der Impressionismus und die Fauves, in: E.-G. Güse, August Macke. Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen. München 1986, S. 26.

Essay
Das vorliegende Stillleben ordnet Heiderich in den Monat April des Jahres 1908. August Macke begibt sich in dieser Zeit auf Einladung und gemeinsam mit der Familie seiner Verlobten Elisabeth auf eine zweite Italienreise. Über Mailand, Ravenna, Bologna und Florenz fährt die Gruppe nach Umbrien, auf der Rückreise werden Siena, Pisa und Rapallo besucht. Das zugehörige Skizzenbuch gibt einen guten Einblick in die Studien, die August Macke auf dieser Reise ausführt. Wie viele seiner Zeitgenossen setzt sich August Macke auch intensiv mit den Künstlern des französischen Impressionismus auseinander. Zunächst kennt er die Impressionisten nur aus Schwarz-Weiß-Abbildungen aus der Publikation "Impressionisten" von Meier-Graefe. Ein Jahr bevor unser Werk entstanden ist, 1907, war er jedoch in Paris gewesen und hatte die Impressionisten auch im Original kennengelernt. Unser Gemälde geht in seiner Umsetzung weiter als beispielsweise Blumenstillleben Manets. Ungewöhnlich sind die Vase mit der Kapuzinerkresse und der Apfel aus der traditionellen Räumlichkeit herausgehoben. Das Stehen von Vase und Apfel auf einer Fläche ist durchaus angedeutet, zugleich wird die Tiefenräumlichkeit durch den fließenden Übergang vom Tischtuch zum Hintergrund-Vorhang verschleiert. Damit findet Macke zu einer absolut ungewöhnlichen Präsentation, die zur klaren Konzentration von Farbe und Form führt. [EH]
 


Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu August Macke "Kapuzinerkresse und Apfel"
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