Auktion: 523 / Kunst des 19. Jahrhunderts am 11.12.2021 in München Lot 354

 

354
Leo Putz
Schloß am See (Hartmannsberg), 1909.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 8.000 - 10.000
+
Schloß am See (Hartmannsberg). 1909.
Öl auf Leinwand.
Putz 2380. Links unten signiert. 32 x 48 cm (12,5 x 18,8 in).

• Aus der besten Schaffensperiode als Mitglied der Künstlergruppe "Die Scholle" (1903-1911).
• Entstanden bei Schloss Hartmannsberg, einem der bevorzugtesten Orte, an denen sich Putz zum Malen aufhält.
• Faszinierend klarer und selbstbewusster Umgang mit Form und Farbe, die gleichsam abstrahierend auf der Fläche arrangiert werden
.

PROVENIENZ: Privatsammlung Süddeutschland.

Aufrufzeit: 11.12.2021 - ca. 16.12 h +/- 20 Min.

Für das Schaffen von Leo Putz sind besonders seine Aufenthalte auf Schloss Hartmannsberg im Chiemgau von zentraler künstlerischer Bedeutung. Hier entstehen seine bedeutendsten und charakteristischsten Motive seiner Zeit als Mitglied der Münchner Künstlergruppe „Die Scholle“, der er sich 1903-1911 verbunden fühlt. Auch im Jahr 1909 entschließt er sich, seinen Sommeraufenthalt „in Hemhof zu nehmen, da er Schloss Hartmannsberg mit seinen Seen für das Schönste hält“, wie Frieda Blell, ebenfalls Malerin, Modell zahlreicher Gemälde Putz‘ und ab 1913 seine Frau, festhält (Tagebuch von Frieda Blell, zit. nach: Helmut Putz, Leo Putz 1869-1940, Wolznach 1994, Bd. II, S. 555). Putz wohnt beim Kramer Stockmeier, Frieda Blell und ihre Malerfreundin Ella Räuber sind im örtlichen Gasthof untergebracht. Putz hat die Erlaubnis erkauft, im Schlosshof von Hartmannsberg zu malen und mit dem Boot den davor liegenden malerischen kleinen See auf der Suche nach Motiven zu befahren. Während des sich langsam zu Ende neigenden Sommers und des beginnenden Herbstes entstehen im September und Oktober etliche Landschaften, die die herbstliche Atmosphäre einfangen. Bäume und Wiesen färben sich langsam braun, eine melancholisch-getragene Stimmung legt sich über die moorigen Seen. In klarer und beruhigter Malweise begegnet Putz auch der sich verändernden Natur: Im kompakten, gefassten Farbauftrag, der einzelne breite, präzise gesetzte Striche erkennen lässt, gibt er die Landschaft als sich flächig auf der Leinwand ausbreitenden harmonischen Farbenteppich wieder. Dunkles mooriges Grün, tiefes Blau der Berge und ockerfarbene Töne lassen einen Farbklang entstehen, in dem die zur Ruhe kommende Natur ihre koloristische Entsprechung findet. Die breiten Pinselstriche verleihen der Landschaft zudem eine verschwommene, dunstige Unschärfe, die die neblige Kühle erster Herbsttage spüren lässt. Bis in den November verweilen Putz und seine Malergefährtinnen noch auf dem Land, bevor sie schließlich nach München zurückkehren. Für alle in diesem Jahr in Hemhof entstandenen Landschaften bietet der begeisterte Münchner Kunsthändler Franz Josef Brakl - Förderer der Künstlergruppe "Die Scholle" und später des "Blauen Reiters" - Leo Putz die stattliche Summe von 30.000 Mark, jedoch ohne Erfolg. Im folgenden Jahr verhilft er den Künstlern der "Scholle" mit einer großen Retrospektive zu endgültiger Anerkennung, auch gegenüber der französischen Avantgarde mit Matisse, van Gogh und Gauguin, die von seinem ehemaligen Geschäftspartner Heinrich Thannhauser nach Deutschland gebracht werden. Unsere zu Hochzeiten der "Scholle" entstandene Landschaft zeigt das malerische Selbstverständnis und die Empfindsamkeit Leo Putz‘ in seiner direkten Begegnung mit der für ihn künstlerisch wie auch menschlich so elementar bedeutsamen Natur. [KT]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Leo Putz "Schloß am See (Hartmannsberg)"
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