Auktion: 525 / Evening Sale am 10.12.2021 in München Lot 261

 

261
Andy Warhol
Goethe, 1982.
Farbserigrafie
Schätzpreis: € 40.000 - 60.000
+
Goethe. 1982.
Farbserigrafie.
Feldmann/Schellmann/Defendi II.271. Signiert und nummeriert. Eines von 100 Exemplaren. Auf Lenox Museum-Karton. 96,5 x 96,5 cm (37,9 x 37,9 in), blattgroß.
Blatt 2 des insgesamt 4 Farbserigrafien umfassenden Portfolios. Gedruckt von Rupert Jasen Smith, New York (mit dem Trockenstempel). Herausgegeben von den Editionen Schellmann & Klüser, München/New York, in Zusammenarbeit mit Denise René/Hans Mayer, Düsseldorf (verso mit dem Copyright-Stempel).
• Farbstärkste Version der gesamten Suite "Goethe".
• Eine Ikone der Weltliteratur von Warhol porträtiert.
• Tischbein wird zum Kultmotiv der Pop-Art
.

PROVENIENZ: Privatsammlung Süddeutschland (seit 1992).

LITERATUR: Ketterer Kunst, München, 172. Auktion, Los 1264.
Forty are better than one. Edition Schellmann 1969-2009, herausgegeben von Jörg Schellmann, Ostfildern 2009, S. 342-343.

Aufrufzeit: 10.12.2021 - ca. 19.32 h +/- 20 Min.

Ein müder Blick, den Rucksack auf dem Rücken, die Jacke sitzt eher schlecht – scheinbar einer von zahlreichen Touristen, die sich vor Tischbeins berühmtem Gemälde "Goethe in der römischen Campagna" ablichten lassen. So hält die Fotografin Barbara Klemm Andy Warhol 1981 vor dem Werk fest, das ihm ein Jahr zuvor als Inspiration für sein Porträt des deutschen Dichters diente. Ein Porträtauftrag des Verlegers Siegfried Unseld führt den Pop-Art-Künstler 1980 nach Frankfurt am Main. Gemeinsam mit seinem Auftraggeber besucht Warhol das Städel Museum, wo Unseld anregt, eine Variation von Tischbeins Gemälde zu erstellen. Basierend auf einer Fotoaufnahme transformiert der "Hofmaler der 70er", wie Kunsthistoriker Robert Rosenblum Warhol bezeichnet (vgl. Robert Rosenblum, Andy Warhol: Der Hofmaler der Siebziger, in: Ausst.-Kat. Andy Warhol, Porträts, Museum of Contemporary Art, Sydney 1993; Anthony d’Offay Gallery, London 1994, München 1993), das Goethe-Bildnis in ein poppiges Porträt der Moderne. Seinem Siebdruckverfahren fügt er zeichnerische Elemente hinzu, wodurch das Motiv um eine malerische Oberflächenstruktur und die unverwechselbare künstlerische Handschrift erweitert wird. Die Konzentration auf das Gesicht mit der einhergehenden Überdimensionierung setzt das Antlitz Goethes plakativ in Szene und folgt damit Tischbeins ursprünglicher Intention, dem Gesicht besonders viel Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. So schreibt dieser seinerzeit in einem Brief an Johann Caspar Lavater: "sein Gesicht will ich recht genau und wahr nach zeichnen. Den man kan wohl keinen glückligern und austrucksvolleren Kopf sehen [sic]" (zit. nach: Jonas Fränkel (Hrsg.), Goethes Briefe an Charlotte von Stein, Bd. 5: Kommentar/Register, Berlin 1962, S. 199f.). [CE/SM]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Andy Warhol "Goethe"
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