Auktion: 529 / Kunst nach 1945 / Contemporary Art am 10.06.2022 in München Lot 150

 

150
Ernst Wilhelm Nay
Menschen in den Lofoten, 1938.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 70.000 - 90.000
+
Menschen in den Lofoten. 1938.
Öl auf Leinwand.
Scheibler 226. Rechts unten signiert und datiert. Verso auf der Leinwand ein weiteres Mal datiert. 62 x 80,5 cm (24,4 x 31,6 in).

• Aus der wichtigen Werkserie der "Lofoten-Bilder".
• Farbkräftige Darstellung von besonderer kompositorischer Dichte.
• Weitere Gemälde aus dieser Serie befinden sich u. a. in der Neuen Nationalgalerie, Berlin, den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, München, sowie dem Museum Folkwang, Essen
.

PROVENIENZ: Galerie Günther Franke, München.
Enno Franke, Murrhardt.
Galerie Biedermann, München.
Privatsammlung (1984 vom Vorgenannten erworben).
Privatsammlung Süddeutschland (durch Erbschaft vom Vorgenannten).

AUSSTELLUNG: E. W. Nay. Arbeiten der Jahre 1924-1952 (Retrospektive), Haus am Waldsee, Berlin, 17.5.-15.6.1952, Kat.-Nr. 44.

Aufrufzeit: 10.06.2022 - ca. 14.00 h +/- 20 Min.

In einer rauen, zerklüfteten Landschaft zeigt uns Ernst Wilhelm Nay drei unbekleidete, menschliche Figuren. Umgeben von steilen Berghängen erscheinen sie als wenig abgegrenzter Teil der Natur, stark in die Landschaft eingebunden.

Mit der Unterstützung des befreundeten Lübecker Museumsdirektors Carl Georg Heise und des Kunstsammlers Carl Hagemann ist Nay 1937 in der Lage, Edvard Munch in Norwegen zu besuchen und sich anschließend auf seine Reise die Küste hinauf bis auf die Lofoten zu begeben. Die so charakteristische Landschaft, die ihn dort erwartet, erhebt er zum Motiv einer ganzen Serie von Gemälden, die einen ersten Höhepunkt im malerischen Schaffen Nays kennzeichnen. Dabei entwickelt er beeindruckende Panoramen mit menschlichen Figuren und Tieren aus überwiegend konturlosen Farbflächen.

Im Fall unseres Gemäldes entwirft Nay eine dichte und spannungsreiche Komposition, in der das Verhältnis von Mensch und Natur im Vordergrund steht. Die außergewöhnliche Farbpalette ist dabei eines der Merkmale, mit der er der Darstellung ihre besondere Wirkungskraft verleiht: Die überwiegend in dunklen Farben gehaltenen Bergformationen und der in Gelb-, Rot-, Weiß- und Grautönen angelegte Himmel transportieren eine gleichermaßen beeindruckende wie düstere Stimmung. Durch die Verwendung schmaler, zackiger Formen erhält das Gemälde seine charakteristische Dynamisierung, die auf die Figuren überzugreifen scheint. Allein ihre farbliche Akzentuierung verhindert, dass diese optisch mit der Landschaft verschmelzen, während die Berge, erinnernd an die vom Sturm aufgepeitschte See, sich über ihnen auftürmen. Besonders die im linken Randbereich positionierte, weibliche Figur scheint förmlich in der Landschaft zu versinken.

Die für ihn so prägende und raue Schönheit der Lofoten präsentiert uns Nay hier zusammengeführt in einer einnehmenden Bildidee. Die konzentrierte Umsetzung seiner einzigartigen Landschaftsauffassung ist es, die das Gemälde "Menschen in den Lofoten" unter seinen Arbeiten dieser Jahre hervortreten lässt. [AM]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Ernst Wilhelm Nay "Menschen in den Lofoten"
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Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer, derzeit 19 %, erhoben. Als Ausnahme hiervon wird bei gedruckten Büchern der ermäßigte Umsatzsteuersatz von derzeit 7 % hinzugerechnet.

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Berechnung der Folgerechtsvergütung:
Für Werke von Künstlern die vor weniger als 70 Jahren verstorben sind, fällt gemäß § 26 UrhG eine Folgerechtsvergütung in folgender Höhe an:
4% des Zuschlags ab 400,00 Euro bis zu 50.000 Euro,
weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
Der Gesamtbetrag der Folgerechtsvergütung aus einer Weiterveräußerung beträgt höchstens 12.500 Euro.

Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.