Auktion: 533 / Modern Art Day Sale und Sammlung Hermann Gerlinger am 10.12.2022 in München Lot 412

 

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Erich Heckel
und Ernst Ludwig Kirchner – Jahresbericht von 1911/12, 1912.
8 Seiten, davon 4 Seiten Text, je ein Holzschni...
Schätzpreis: € 2.000 - 3.000
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und Ernst Ludwig Kirchner – Jahresbericht von 1911/12. 1912.
8 Seiten, davon 4 Seiten Text, je ein Holzschnitt auf der Titelseite und auf der letzten Innenseite des Berichts gedruckt.
Holzschnitte im Stock monogrammiert. Auf Werkdruckpapier. Jahresbericht: 19,2 x 12,6 cm (7,5 x 4,9 in). Erich Heckel: Titelholzschnitt (Ebner/Gabelmann 543 H. Dube H 229. Bolliger 40 a): 10 x 7,2 cm (3,9 x 2,8 in).
Ernst-Ludwig Kirchner: Akte in Landschaft (nicht bei Schiefler. Dube H 204. Bolliger 40 b): 10 x 6,9 cm (3,9 x 2,7 in). [KT].
• Letzter Jahresbericht vor der Auflösung der "Brücke" im Mai 1913.
• Mit den beiden rahmenden Holzschnitten von Heckel und Kirchner gilt dieser als der künstlerisch wichtigste der insgesamt fünf verschickten Jahresberichte.
• Die Holzschnitte vereinen zwei zentrale "Brücke"-Motive: Akt im Atelier und Akt in der Landschaft.
• Weitere der wenigen bekannten Exemplare befinden sich im Brücke-Museum, Berlin, in der Staatsgalerie Stuttgart sowie im Brooklyn Museum, New York
.

PROVENIENZ: Sammlung Hermann Gerlinger, Würzburg (mit dem Sammlerstempel Lugt 6032).

AUSSTELLUNG: Schleswig-Holsteinisches Landesmuseum Schloss Gottorf, Schleswig (Dauerleihgabe aus der Sammlung Hermann Gerlinger, 1995-2001).
Kunstmuseum Moritzburg, Halle an der Saale (Dauerleihgabe aus der Sammlung Hermann Gerlinger, 2001-2017).
Buchheim Museum, Bernried (Dauerleihgabe aus der Sammlung Hermann Gerlinger, 2017-2022).
Erich Heckel. Einfühlung und Ausdruck, Buchheim Museum, Bernried, 31.10.2020-7.3.2021, S. 182 (m. Abb.).

LITERATUR: Hans Bolliger, E. W. Kornfeld (Hrsg.), Ausstellung Künstlergruppe Brücke. Jahresmappen 1906-1912, Bern 1958, S. 26, Nr. 40a, 40b (m. Abb.).
Hans Bolliger, Die Publikationen und Dokumente der Künstlergruppe „Brücke“, in: Philobiblon, Jg. III, Heft 1, März 1959, S. 41-71, Nr. 35 a, 35 b (m. Abb.).
Annemarie und Wolf-Dieter Dube, Erich Heckel: Das graphische Werk, Bd. I Holzschnitte, New York 1964, Nr. 229 (m. Abb.).
Annemarie und Wolf-Dieter Dube, Ernst Ludwig Kirchner: Das graphische Werk, München 1967, Nr. H 204 (m. Abb.).
Hans Bolliger, Die Publikationen und Dokumente der Künstlergruppe „Brücke“, in: Die Jahresmappen der „Brücke“ 1906-1912, hrsg. von Magdalena Moeller, Ausst.-Kat. Brücke-Museum Berlin, Berlin 1989, S. 12-31 (m. Abb. S. 24).
Heinz Spielmann (Hrsg.), Die Maler der Brücke. Sammlung Hermann Gerlinger, Stuttgart 1995, S. 121, SHG-Nr. 84 a, 84 b (m. Abb.).
Meike Hoffmann, Leben und Schaffen der Künstlergruppe „Brücke“ 1905 bis 1913, mit einem kommentierten Werkverzeichnis der Geschäfts- und Ausstellungsgrafik, Berlin 2005, S. 298.
Hermann Gerlinger, Katja Schneider (Hrsg.), Die Maler der Brücke. Bestandskatalog Sammlung Hermann Gerlinger, Halle (Saale) 2005, S. 184, SHG-Nr. 413a, 413b, S. 324, SHG-Nr. 733 (m. Abb.).
Renate Ebner, Andreas Gabelmann, Erich Heckel. Werkverzeichnis der Druckgraphik, Bd. I 1903-1913, München 2021, S. 338, Nr. 543 H (m. Abb.).

Aufrufzeit: 10.12.2022 - ca. 16.46 h +/- 20 Min.

Der Jahresbericht für 1912 ist dieses Mal als ein Heft von acht Seiten angelegt. Den vier Textseiten ist ein Holzschnitt von Erich Heckel vorangestellt: Unter dem Titel "1911 Brücke 1912" betritt ein Frauenakt durch einen Vorhang einen Raum mit Stuhl. Ein Holzschnitt mit Badenden auf der Insel Fehmarn von Ernst Ludwig Kirchner beschließt den Bericht. Erstmals gestalteten zwei der Künstler den Jahresbericht. Die Motive beider Künstler nehmen wie üblich Bezug zu den zentralen "Brücke"-Themen (Akt im Atelier und Akt in der Landschaft) und demonstrieren das aktuelle Ausdruckswollen der jeweiligen Künstler. Gleich zu Beginn des Berichts wird auf die in Vorbereitung befindliche Ausstellung bei Fritz Gurlitt in Berlin hingewiesen, die anschließend im Juni in Frankfurt a. M., in Hamburg (Galerie Commeter) und in der Schweiz gezeigt werden soll. Der Katalog (S. 94) erhält wie schon ausgeführt mit dem Katalog der Galerie Arnold in Dresden im Jahr 1910 (S. 86) Holzschnitte von aktuell ausgestellten Gemälden der Künstler. Und es wird auf die Organisation und Beteiligung der Künstler an der international bestückten Sonderbund-Ausstellung in Köln im Sommer 1912 hingewiesen. Außerdem wird das Erscheinen einer Chronik der Künstlergruppe "Brücke" angekündigt: Die "ganze Bewegung" soll darin geschildert und mit "zahlreichen Abbildungen und Originaldrucken" von den Künstlern ausgestattet erscheinen. [MvL]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung zu Erich Heckel "und Ernst Ludwig Kirchner – Jahresbericht von 1911/12"
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Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

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Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer, derzeit 19 %, erhoben. Als Ausnahme hiervon wird bei gedruckten Büchern der ermäßigte Umsatzsteuersatz von derzeit 7 % hinzugerechnet.

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Berechnung der Folgerechtsvergütung:
Für Werke lebender Künstler oder von Künstlern, die vor weniger als 70 Jahren verstorben sind, fällt gemäß § 26 UrhG eine Folgerechtsvergütung in folgender Höhe an:
4% des Zuschlags ab 400,00 Euro bis zu 50.000 Euro,
weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
Der Gesamtbetrag der Folgerechtsvergütung aus einer Weiterveräußerung beträgt höchstens 12.500 Euro.

Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.