Auktion: 533 / Modern Art Day Sale und Sammlung Hermann Gerlinger am 10.12.2022 in München Lot 462

 

462
Karl Schmidt-Rottluff
Ziegelei in Dangast (Ziegelei in Varelerhafen), 1910.
Farbige Kreide und Tuschpinsel auf Postkarte
Schätzpreis: € 20.000 - 30.000
+
Ziegelei in Dangast (Ziegelei in Varelerhafen). 1910.
Farbige Kreide und Tuschpinsel auf Postkarte.
Wietek 55. Verso handschriftlich in Tusche bezeichnet: "Herrn u. Frau Direktor W. Hane / Blankenese-Elbe / Bismarckstein 5 / Verbindliche Grüße S-Rottluff". Von der Hand Rosa Schapires: "Freundliche Grüße aus dem schönen Dangast Ihre Rosa Schapire / Dangast 22.7.10", sowie Poststempel Dangast, 22.7.10. 9,4 x 14,3 cm (3,7 x 5,6 in).
[KT].
• Bedeutendes Zeitzeugnis der Freundschaft Schmidt-Rottluffs und Schapires sowie dem längsten und produktivsten der Aufenthalte in Dangast.
• 1910 entsteht der Großteil der Postkarten des Künstlers, viele davon mit Schapires Unterschrift, die die Funktion und ihre Wertschätzung solcher individuellen Grüße verdeutlichen.
• Die "Brücke"-Künstler erheben die Postkarte zum Kunstwerk und nutzen sie geschickt zur Kontaktpflege ihrer Freunde und Förderer.
• Die intimen und mit persönlicher Widmung versehenen Karten sind eine Rarität auf dem Auktionsmarkt (Quelle: artprice.com).
• Die Postkarte wird vom reinen Kommunikationsmedium zum reizvollen Kunstwerk
.

Das Werk ist im Archiv der Karl und Emy Schmidt-Rottluff Stiftung, Berlin, dokumentiert.

PROVENIENZ: Direktor Walter und Martha Hane, Blankenese/Hamburg.
Sammlung Hermann Gerlinger, Würzburg (mit dem Sammlerstempel Lugt 6032).

AUSSTELLUNG: Schleswig-Holsteinisches Landesmuseum, Schloss Gottorf, Schleswig (Dauerleihgabe aus der Sammlung Hermann Gerlinger, 1995-2001).
Kunstmuseum Moritzburg, Halle an der Saale (Dauerleihgabe aus der Sammlung Hermann Gerlinger, 2001-2017).
Im Rhythmus der Natur: Landschaftsmalerei der "Brücke". Meisterwerke der Sammlung Hermann Gerlinger, Städtische Galerie, Ravensburg, 28.10.2006-28.1.2007, S. 86 (m. Abb.).
Expressiv! Die Künstler der Brücke. Die Sammlung Hermann Gerlinger, Albertina Wien, 1.6.-26.8.2007, Kat.-Nr. 15 (m. Abb.).
Buchheim Museum, Bernried (Dauerleihgabe aus der Sammlung Hermann Gerlinger, 2017-2022).
Schmidt-Rottluff. Form, Farbe, Ausdruck!, Buchheim Museum, Bernried, 29.9.2018-3.2.2019, S. 152 (m. Abb.).

LITERATUR: Gerhard Wietek, Bemalte Postkarten und Briefe deutscher Künstler. Eine Ausstellung des Altonaer Museums in Hamburg, in: Exlibriskunst und Gebrauchsgraphik, Jahrbuch / Altonaer Museum in Hamburg, 1964, S. 114.
Gerhard Wietek, Maler sehen Blankenese und die Elbe, Hamburg 1971, S. 23ff.
Gerhard Wietek, Karl Schmidt-Rottluff in Hamburg und Schleswig-Holstein, Neumünster 1984, S. 56, 98.
Gerhard Wietek, Schmidt-Rottluff. Oldenburger Jahre 1907-1912, Mainz 1995, S. 434, Nr. 173 (m. Abb.).
Heinz Spielmann (Hrsg.), Die Maler der Brücke. Sammlung Hermann Gerlinger, Stuttgart 1995, S. 219, SHG-Nr. 290 (m. Abb.).
Die Brücke in Dresden. 1905-1911, hrsg. von Birgit Dalbajewa und Ulrich Bischoff, Ausst.-Kat. Dresdner Schloss, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Galerie Neue Meister, Köln 2001, S. 341.
Hermann Gerlinger, Katja Schneider (Hrsg.), Die Maler der Brücke. Bestandskatalog Sammlung Hermann Gerlinger, Halle (Saale) 2005, S. 68, SHG-Nr. 69 (m. Abb.).
Gerhard Wietek, Karl Schmidt-Rottluff: Zeichnungen auf Postkarten, Köln 2010, S. 175-177, Nr. 55 (m. Abb.).

Aufrufzeit: 10.12.2022 - ca. 17.52 h +/- 20 Min.

Der Gruß aus Dangast, unterzeichnet von Schmidt-Rottluff und Rosa Schapire erreicht den Hamburger Kaufmann und Direktor der Norddeutschen Versicherungsgesellschaft Walter Hane und seine Frau Martha. Ab 1907 hält sich Schmidt-Rottluff immer wieder für kürzere oder längere Zeit in Hamburg auf und pflegt dort auch seine Kontakte wie zu dem im Hamburger Kulturleben sehr engagierten Hane, bei dem er auch einige Male im vornehmen Blankenese zu Gast ist. Hane ist schließlich 1910 als passives "Brücke"-Mitglied verzeichnet. Ab 1907 wird ebenso das Fischerdorf Dangast bei Oldenburg an der Nordsee zum Sommeraufenthalt der "Brücke"-Künstler. Für Schmidt-Rottluff bleibt der Ort bis 1912 ein fruchtbares Zentrum seines Schaffens, wobei besonders das Jahr 1910 mit der Entstehung von mehr als 30 Gemälden eine besondere Stellung einnimmt. Während dieses langen Aufenthaltes verschickt er die größte Zahl seiner gezeichneten und gemalten Postkarten, etliche davon ebenso unterzeichnet von Rosa Schapire. Deutlich wird, wie die kleinen Kunstwerke so als Empfehlung Schapires dienen und zur Kontaktpflege von Freunden, Förderern und Sammlern eingesetzt werden. Dargestellt ist die bereits im Vorjahr von Schmidt-Rottluff als Motiv entdeckte Brumundsche Ziegelei in Varelerhafen bei Dangast. Ausdrucksstark schwingen sich die Linien des Tuschpinsels als Dächer und architektonische Strukturen über das Blatt, belebt durch den Einsatz kontrastreicher Grundfarben in hellem Gelb, intensivem Rot, dunklem Blau und Grün. Die dynamische Strichführung verbindet die Karte mit der für Schmidt-Rottluff so wichtigen Aquarelltechnik dieser Jahre, in der er sich eine solche bewegte Energie des Ausdrucks zu eigen macht. [KT] 1698 Zeichen

Der Gruß aus Dangast erreicht den Hamburger Versicherungskaufmann und Direktor Walter Hane und seine Frau Martha. Hane ist ab 1910 als passives "Brücke"-Mitglied verzeichnet. Ab 1907 wird das Fischerdorf Dangast zum Sommeraufenthalt der "Brücke"-Künstler. Während des Aufenthalts 1910 verschickt Schmidt-Rottluff die größte Zahl seiner gezeichneten und gemalten Postkarten, etliche davon ebenso unterzeichnet von Rosa Schapire. Deutlich wird, wie die kleinen Kunstwerke zur Kontaktpflege von Freunden, Förderern und Sammlern eingesetzt werden. Dargestellt ist die Brumundsche Ziegelei in Varelerhafen bei Dangast. Ausdrucksstark schwingen sich die Linien des Tuschpinsels als architektonische Strukturen über das Blatt, belebt durch den Einsatz kontrastreicher Grundfarben. [KT] 768 Zeichen



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung zu Karl Schmidt-Rottluff "Ziegelei in Dangast (Ziegelei in Varelerhafen)"
Dieses Objekt wird regel- oder differenzbesteuert angeboten, Folgerechtsvergütung fällt an.

Berechnung bei Differenzbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 32 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 27 % berechnet und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

Berechnung bei Regelbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 25 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 20 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer, derzeit 19 %, erhoben. Als Ausnahme hiervon wird bei gedruckten Büchern der ermäßigte Umsatzsteuersatz von derzeit 7 % hinzugerechnet.

Wir bitten um schriftliche Mitteilung vor Rechnungsstellung, sollten Sie Regelbesteuerung wünschen.

Berechnung der Folgerechtsvergütung:
Für Werke lebender Künstler oder von Künstlern, die vor weniger als 70 Jahren verstorben sind, fällt gemäß § 26 UrhG eine Folgerechtsvergütung in folgender Höhe an:
4% des Zuschlags ab 400,00 Euro bis zu 50.000 Euro,
weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
Der Gesamtbetrag der Folgerechtsvergütung aus einer Weiterveräußerung beträgt höchstens 12.500 Euro.

Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.