Auktion: 528 / Klassische Moderne am 11.06.2022 in München Lot 408

 

408
Lesser Ury
Berliner Straßenszene im Herbst, 1920.
Pastell auf Malkarton
Schätzpreis: € 40.000 - 60.000
+
Berliner Straßenszene im Herbst. 1920er Jahre.
Pastell auf Malkarton.
Links unten signiert. 49,5 x 35 cm (19,4 x 13,7 in).

• Außergewöhnlich stimmungsvolle Arbeit in der für Lesser Ury so charakteristischen, meisterhaften Pastelltechnik
• Nach ca. 100 Jahren in Privatbesitz erstmals auf dem internationalen Auktionsmarkt angeboten
• Ury ist wie kein anderer der Maler der Metropole Berlin in den Goldenen Zwanziger Jahren, deren bewegte Atmosphäre er in seinen Straßenszenen einfängt
• Seine Berliner Szenen zählen zu den großen Meisterwerken des deutschen Impressionismus
.

Bei Drucklegung lag die Expertise noch nicht vor.

PROVENIENZ: Sammlung Carl Cahn, Berlin (vor 1932 wohl direkt vom Künstler erworben).
Seither in Familienbesitz.

Aufrufzeit: 11.06.2022 - ca. 17.10 h +/- 20 Min.

Zu den Malern des modernen Lebens, das um die Jahrhundertwende vor allem durch den Puls des in den Großstädten vibrierenden Treibens definiert wird, gehört für die Metropole Berlin unbestreitbar Lesser Ury. Die Pariser Impressionisten hatten zuvor das Getriebe der Straßen und mondänen Boulevards salonfähig gemacht, bevölkert von Pferdedroschken, Passanten, Verkäufern, Bettlern und Blumenmädchen. Nach seinem Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie und Aufenthalten in Brüssel und Paris zieht Lesser Ury 1887 nach Berlin, das fortan das Zentrum seines Schaffens wird und dessen belebte Straßen ihn immer wieder aufs neue faszinieren. Gerade im Einfangen des für die Moderne so wesentlichen Flüchtigen, Transitorischen perfektioniert sich seine Malweise, die in ihrer Leichtigkeit, Dynamik und Schnelligkeit als Äquivalent zum hektischen Großstadtleben verstanden werden kann. Das wechselnde Licht regennasser Straßen, die Neuheit elektrischer Beleuchtung und die Atmosphäre wechselnder Jahreszeiten auf dieser Bühne des modernen Menschens bestimmen sein Schaffen. Besonders in der Technik des Pastells zeigt sich eindrücklich Urys Auffassung dieser Essenz des modernen Lebens. Wechselhaft, flüchtig und momenthaft zeigt er die herbstliche Stimmung der sich dynamisch in die Tiefe ziehenden Straßenflucht, vor der sich in schneller Bewegung die Automobile und Passanten schemenhaft ausnehmen. Selbst statische Elemente wie die hoch aufragende Straßenlaterne, Bäume und Häuserfassaden scheinen sich im klaren und kühlen Dunst aufzulösen. In der Augenblicklichkeit, in der sich die Szenerie darbietet, ist sie bereits wieder im Entschwinden begriffen, eingefangen und für die Betrachter:innen jedoch bewahrt durch die Hand des Künstlers. [KT]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Lesser Ury "Berliner Straßenszene im Herbst"
Dieses Objekt wird regel- oder differenzbesteuert angeboten.

Berechnung bei Differenzbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 32 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 27 % berechnet und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

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Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 25 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 20 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer, derzeit 19 %, erhoben. Als Ausnahme hiervon wird bei gedruckten Büchern der ermäßigte Umsatzsteuersatz von derzeit 7 % hinzugerechnet.

Wir bitten um schriftliche Mitteilung vor Rechnungsstellung, sollten Sie Regelbesteuerung wünschen.

Berechnung der Folgerechtsvergütung:
Für Werke von Künstlern die vor weniger als 70 Jahren verstorben sind, fällt gemäß § 26 UrhG eine Folgerechtsvergütung in folgender Höhe an:
4% des Zuschlags ab 400,00 Euro bis zu 50.000 Euro,
weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
Der Gesamtbetrag der Folgerechtsvergütung aus einer Weiterveräußerung beträgt höchstens 12.500 Euro.

Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.