Auktion: 533 / Modern Art Day Sale und Sammlung Hermann Gerlinger am 10.12.2022 in München Lot 426

 

426
Erich Heckel
Plakat der Eröffnung der Hofkunsthandlung C. G. Oncken in Lappan, Oldenburg, 1909.
Holzschnitt
Schätzpreis: € 10.000 - 15.000
+
Plakat der Eröffnung der Hofkunsthandlung C. G. Oncken in Lappan, Oldenburg. 1909.
Holzschnitt.
Ebner/Gabelmann 349 H A (von C). Dube H 172. Signiert und bezeichnet. Im Druckstock monogrammiert. Auf Plakatpapier. 84 x 59,8 cm (33 x 23,5 in). Papier: 93,4 x 62,5 cm (36,7 x 24,6 in).
Auf Papier aufgelegt.
Der Druckstock befindet sich im Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte in Oldenburg. [EH].
• Der Lappan ist das Wahrzeichen Oldenburgs.
• Darstellung in außergewöhnlich großem Holzschnittformat.
• Eines der bekanntesten "Brücke"-Plakate.
• Die weiteren bekannten Exemplare des ersten Zustandes von 1909 befinden sich im Brücke-Museum Berlin, im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg, dem Landesmuseum Oldenburg sowie im Nachlass des Künstlers
.

PROVENIENZ: Sammlung Hermann Gerlinger, Würzburg (mit dem Sammlerstempel Lugt 6032).

AUSSTELLUNG: Schleswig-Holsteinisches Landesmuseum Schloss Gottorf, Schleswig (Dauerleihgabe aus der Sammlung Hermann Gerlinger, 1995-2001).
Kunstmuseum Moritzburg, Halle an der Saale (Dauerleihgabe aus der Sammlung Hermann Gerlinger, 2001-2017).
Buchheim Museum, Bernried (Dauerleihgabe aus der Sammlung Hermann Gerlinger, 2017-2022).

LITERATUR: Heinz Spielmann (Hrsg.), Die Maler der Brücke. Sammlung Hermann Gerlinger, Stuttgart 1995, S.110, SHG-Nr. 62.
Hermann Gerlinger, Katja Schneider (Hrsg.), Die Maler der Brücke. Bestandskatalog Sammlung Hermann Gerlinger, Halle (Saale), 2005, S. 160, SHG-Nr. 360.

Aufrufzeit: 10.12.2022 - ca. 17.04 h +/- 20 Min.

Dangast, das Fischerdorf und Nordseebad am Jadebusen, wird 1907 von den "Brücke"-Mitgliedern Karl Schmidt-Rottluff und Erich Heckel als Sommerfrische, Rückzugsort und Quelle der Inspiration entdeckt. Bis 1912 halten sich Karl Schmidt-Rottluff, Erich Heckel und bisweilen auch Max Pechstein immer wieder in Dangast auf und werden von Freunden und Sammlern aus Hamburg wie Rosa Schapire und Wilhelm Niemeyer besucht. 1908 präsentieren Schmidt-Rottluff und Heckel in Dangast entstandene Arbeiten in einer legendären und viel umstrittenen Ausstellung im Kunstverein, damals untergebracht im Oldenburger Augusteum, von der indes der junge Gerichtsrat Ernst Beyersdorff, seit 1909 passives Mitglied, anonym in den Oldenburger Nachrichten schwärmt: "Sie sind eine befreiende Erscheinung in unserem Oldenburger Kunstleben! Beide sind noch jung und in ihrer Sturm- und Drangperiode. Bei ihnen ist kein mühseliges Suchen, kein kleiner Geschmack, überall sieht man den großen Wurf" (https://www.landesmuseum-ol.de/sammlungen/ueberblick-sammlungen/neue-meister/ maler-der-brucke-in-dangast.html).
Für den Oldenburger Kunsthändler Carl G. Oncken bedeutet diese Ausstellung wohl ebenso eine Entdeckung; er bittet Heckel für die Neueröffnung seiner Kunsthandlung Anfang 1910 in diesem pittoresken Turm mit der historischen Bezeichnung "Lappan" ein Plakat zu entwerfen. Der markante Glockenturm wird 1468 als Turm des ehemaligen Heiliggeistspitals von Oldenburg errichtet und ist der erste Kirchturm der Stadt. "Lapp-an", so bezeichnete der Volksmund zunächst die an die Kapelle "angelappte" (niederdeutsch für "angeflickt") Architektur. 1909 wird der Lappan restauriert und erhält mit der Kunsthandlung Carl G. Oncken (als Hofkunsthandlung 1867 gegründet) eine neue Nutzung als Geschäfts-, Wohn- und Ausstellungshaus. Mit der ersten Ausstellung im Lappan zeigt Oncken noch Werke von Max Liebermann, um dann mit Arbeiten von Erich Heckel auch ein Mitglied der "Brücke" zu zeigen.
Mit seinem allgemein gehaltenen Plakat, das den Turm, seine städtebauliche Umgebung, dessen Name "LAPPAN" und Nutzung hervorragend wie einprägend markiert, schafft Heckel für den Kunsthändler eine werbende Marke. Und erneut wählt Heckel hierfür die emotionale Technik des Holzschnittes und kann neben der wertenden Gestaltung unterschiedlicher Schrifttypen das markante Motiv des Turms gegenüber dem Umfeld deutlich herausstellen: ein ausgespartes Weiß des Turms mit dem Schwarz seiner Haube gegen den nahezu rein gehaltenen Bereich des Himmels. [MvL]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung zu Erich Heckel "Plakat der Eröffnung der Hofkunsthandlung C. G. Oncken in Lappan, Oldenburg"
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Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
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Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer, derzeit 19 %, erhoben. Als Ausnahme hiervon wird bei gedruckten Büchern der ermäßigte Umsatzsteuersatz von derzeit 7 % hinzugerechnet.

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Berechnung der Folgerechtsvergütung:
Für Werke lebender Künstler oder von Künstlern, die vor weniger als 70 Jahren verstorben sind, fällt gemäß § 26 UrhG eine Folgerechtsvergütung in folgender Höhe an:
4% des Zuschlags ab 400,00 Euro bis zu 50.000 Euro,
weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
Der Gesamtbetrag der Folgerechtsvergütung aus einer Weiterveräußerung beträgt höchstens 12.500 Euro.

Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.