Auktion: 530 / Evening Sale / Sammlung Hermann Gerlinger am 10.06.2022 in München Lot 16

 

16
Hermann Max Pechstein
Im Harem, 1909.
Farblithografie
Schätzpreis: € 20.000 - 30.000
+
Im Harem. 1909.
Farblithografie.
Fechter 66 3 (von 3). Krüger L 73. Monogrammiert und datiert sowie nummeriert "4". Im Stein erneut monogrammiert und datiert. Auf weichem Japan. 37 x 49,2 cm (14,5 x 19,3 in). Papier: 44,2 x 58,1 cm (17,4 x 22,8 in).
Druck in drei Farben (Schwarz, Ocker und Blau). Diese Farbvariante ist bei Fechter im dritten Zustand aufgeführt und wurde später bei Krüger vermutlich falsch übernommen. Ein vierter Zustand ist bislang nicht bekannt.

• Eindrucksvoller, großformatiger Druck aus der "Brücke"-Zeit.
• Von großer Seltenheit, in diesem Zustand sind bislang nur zwei Exemplare bekannt.
• Durch seine ausgeprägte Farbigkeit besonders einnehmender Handabzug
.

PROVENIENZ: Galerie Commeter, Hamburg.
Kunsthandel Hamburg.
Sammlung Hermann Gerlinger, Würzburg (mit dem Sammlerstempel, seit 2014: Neumeister, 4.12.2014).

AUSSTELLUNG: Buchheim Museum, Bernried (Dauerleihgabe aus der Sammlung Hermann Gerlinger, 2017-2022).

LITERATUR: Neumeister Auktionshaus, München, 56. Auktion, 4.12.2014, Los 240.

Aufrufzeit: 10.06.2022 - ca. 17.30 h +/- 20 Min.

Die Entstehung der großformatigen Lithografie "Im Harem" fällt in eine Zeit, in der sich Hermann Max Pechstein intensiv mit der Grafik auseinandersetzt. Zwar entstehen schon 1906 seine ersten Holzschnitte. Doch erst nach einem längeren Aufenthalt in Paris beginnt er sich vermehrt auch mit Radierungen und Lithografien zu beschäftigen. In Berlin, wohin er im Jahr 1908 übersiedelt, erreichen insbesondere seine lithografischen Arbeiten bis ins Jahr 1909 hinein einen ersten Höhepunkt. Mehrere farbstarke und großformatige Werke entstehen, darunter auch unser Exemplar von "Im Harem". Deutlich zeigt sich in der Figurendarstellung die vitale Spontanität und Unmittelbarkeit des Ausdrucks, der die frühen Arbeiten der "Brücke"-Künstler auszeichnet. Pechstein selbst bleibt besonders die technische Ausführung in Erinnerung, die er im Rückblick wie folgt beschreibt: "Sofort stürzte ich mit der Kreide auf den Stein, um dann durch Lasierungen und Ätzungen eine nicht nur auf der Oberfläche ruhende Lithografie zu erzielen. Da, ohne Presse, wurden die Drucke mit der Hand abgezogen." (Hermann Max Pechstein 1921, zit. nach: Günter Krüger, Das Druckgraphische Werk Max Pechsteins, Hamburg 1988, S. 13) Von den hier beschriebenen, frühen Handdrucken entstehen meist nicht mehr als fünf bis zehn Exemplare. Auch von der Arbeit "Im Harem" sind bislang nur wenige Drucke bekannt. Außergewöhnlich ist, dass Pechstein drei unterschiedliche Farbvariationen entwirft und im letzten Zustand die Darstellung überarbeitet. Denn zumeist beginnt Pechstein erst mit der grafischen Ausarbeitung, wenn er bereits eine genaue Vorstellung der Bildidee entwickelt hat. Motivisch zeigt die Arbeit eines seiner zentralen Themen, wie Paul Fechter bereits 1921 beschreibt: "Die Graphik Pechsteins wirkt […] wie ein immer neu einsetzender Gesang an die Frau. […] In der Frau kommt er dem geliebten Leben am nächsten: in ihr und an ihr gewinnt seine Daseinsvision den reinsten Ausdruck." (Paul Fechter, Das Graphische Werk Max Pechsteins, Berlin 1921, S. X) Motiv, Farbigkeit, Technik und nicht zuletzt der für diese Zeit charakteristische, ausdrucksstarke Stil der "Brücke"-Künstler machen das Blatt zu einem ganz besonders eindrucksvollen Beispiel für Hermann Max Pechsteins expressionistische Druckkunst. [AR]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Hermann Max Pechstein "Im Harem"
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Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

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Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer, derzeit 19 %, erhoben. Als Ausnahme hiervon wird bei gedruckten Büchern der ermäßigte Umsatzsteuersatz von derzeit 7 % hinzugerechnet.

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Berechnung der Folgerechtsvergütung:
Für Werke von Künstlern die vor weniger als 70 Jahren verstorben sind, fällt gemäß § 26 UrhG eine Folgerechtsvergütung in folgender Höhe an:
4% des Zuschlags ab 400,00 Euro bis zu 50.000 Euro,
weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
Der Gesamtbetrag der Folgerechtsvergütung aus einer Weiterveräußerung beträgt höchstens 12.500 Euro.

Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.