Auktion: 528 / Klassische Moderne am 11.06.2022 in München Lot 409

 

409
Käthe Kollwitz
Frühstück auf der Treppe, 1909.
Schwarze Kreide
Schätzpreis: € 30.000 - 40.000
+
Frühstück auf der Treppe. 1909.
Schwarze Kreide.
Nagel 531. Links unten signiert und datiert. Auf bräunlichem Velin. 65 x 46,5 cm (25,5 x 18,3 in), Blattgröße.

• Seit 50 Jahren in süddeutscher Privatsammlung
• Großformatige Zeichnung
• Ein besonders eindringliches und starkes Frauenporträt von Käthe Kollwitz
.

PROVENIENZ: Privatsammlung Bayern (seit 1971).

LITERATUR: Artur Fürst, Das Reich der Kraft, Berlin 1912, Abb. S 62.
Licht und Schatten, Jg. 4, 1914, Nr. 21, Taf.
Jahresweiser durch alte und neue Kunst, Berlin 1961, Abb. 62.
Hauswedell & Nolte, Hamburg, Auktion 10, 1971, Los 1101 m Abb. (hier "Sitzende"betitelt).

"Wie kein anderes Medium der bildenden Kunst erlaubt die Zeichnung Einblick in den schöpferischen Entstehungsprozeß eines Kunstwerkes. [..] Wie ihre Zeichnungen belegen, hat es sich Käthe Kollwitz nicht einfach gemacht, sondern ihre Bildvorstellungen überaus gewissenhaft und sorgfältig zeichnerisch entwickelt."
Dr. Werner Timm, zit. nach: Otto Nagel/Dr. Werner Timm: Käthe Kollwitz, Die Handzeichnungen, Stuttgart 1980, S.10.

Aufrufzeit: 11.06.2022 - ca. 17.12 h +/- 20 Min.

Das besondere Interesse von Käthe Kollwitz für jene, die am Rande der bürgerlichen Gesellschaft leben, ist in ihrem gesamten Schaffen deutlich nachvollziehbar. Käthe Kollwitz verleiht den Dargestellten eine Würde der Haltung und des Ausdrucks, die bis dahin in der bildenden Kunst unbekannt war. Es sind besonders die starken Frauenporträts, die Käthe Kollwitz in diesem Sinne gestaltet. Die vorliegende Kohlezeichnung zeugt von diesem persönlichen Blick der Künstlerin: Sie gibt der alleine im Treppenhaus Sitzenden jene innere Würde, wie sie die Künstlerin in vielen ihrer Porträts bildlich herauszuarbeiten wusste.

Durch klar gegeneinandergesetzte Hell-Dunkel-Partien arbeitet Käthe Kollwitz die vielleicht im Treppenhaus Wartende mit großer Präsenz heraus. Das leere, helle Papier in ihrer linken Hand leuchtet wie ein verheißungsvoller, magischer Gegenstand und wirft helle Lichter der Reflexion in ihr Gesicht. Wohingegen das kleine Stück Brot zwischen den Fingern der rechten Hand kaum zu erkennen ist. Die Frau isst ein winziges Stück Brot, während sie im Treppenhaus wartet. Intuitiv ist zu spüren, dass dies der einzige Platz für eine kurze Zeit der Rast ist.
Zu diesem schönen, großformatigen Blatt gibt es eine Studienarbeit "Auf der Treppe hockende Frau" (Nagel 532), in dem die Figur zweifach in der Haltung minimal variiert und das Detail der linken Hand separat definiert ist. Diese Studienarbeit war zuletzt 1961 im Busch-Reisinger Museum in Cambridge (MA) ausgestellt. In der hier angebotenen, abschließenden Zeichnung "Frühstück auf der Treppe" ist in der Einzelfigur der Hell-Dunkel-Kontrast wesentlich verstärkt und eine feine Strichführung zur subtilen Darstellung von Haut, Falten und Schwere des Umhangs eingesetzt. [EH]



 

Aufgeld und Steuern zu Käthe Kollwitz "Frühstück auf der Treppe"
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