Auktion: 527 / Kunst des 19. Jahrhunderts am 11.06.2022 in München Lot 359

 

359
Edward Cucuel
Heißer Tag (Zwei Damen unter Bäumen), 1915.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 30.000 - 40.000
+
Heißer Tag (Zwei Damen unter Bäumen). 1915.
Öl auf Leinwand.
Rechts unten signiert. Verso auf dem Keilrahmen erneut signiert sowie mit altem Etikett, dort kaum leserlich wohl von der Hand des Künstlers betitelt; des Weiteren mit verschiedenen Nummerierungen. 90 x 100 cm (35,4 x 39,3 in).

• Charakteristisches Motiv im Schaffen Cucuels, der sich vor allem den eleganten Frauengestalten in der Natur widmet.
• Cucuel zeigt sein malerisches Können im lebhaften Wechselspiel von Licht und Schatten, die die sommerliche Leichtigkeit spürbar machen.
• In der pastosen, impressionistischen Malweise fasziniert besonders das schillernde nuancenreiche Farbenspiel der hellen Partien, in denen Cucuel das Licht in prismatisches Irisieren aufbricht.
• Entstanden in der Sommervilla des Malers am Ammersee, seinem zentralen Wirkungsort
.

PROVENIENZ: Privatsammlung Atlanta (1989 erworben).
Privatsammlung (2008 erworben).

LITERATUR: Christie’s, New York, Auktion 28.9.1989, Los 280 (m. Abb.).

Aufrufzeit: 11.06.2022 - ca. 16.18 h +/- 20 Min.

"Cucuel ist ein äußerst frisches Temperament. Die französische Schule und Anregungen von der 'Scholle' sind in seinen Damenbildnissen deutlich sichtbar. Aber er ist ein Maler, der aparte Situationen zu finden weiß und in seinen fröhlichen Frauenporträts sehr interessanten Farbenreizen nachgeht." (zit. nach: Kunstnachrichten, III. Jahrgang Nr. 19/20, Berlin Juli 1914, S. 95). Das Werk Edward Cucuels ist ab den 1910er Jahren geprägt durch eine heitere, unbeschwerte Freiluftmalerei, die er zunächst mit seinem Freund und Lehrmeister Leo Putz in Hartmannsberg am Chiemsee betreibt. Hier arbeiten die Maler über vier Jahre hinweg jeden Sommer Seite an Seite. Zuvor ist er hauptsächlich als Grafiker und Illustrator für die Presse tätig, unter anderem in den 1890er Jahren in New York, nachdem er in seiner Geburtsstadt San Francisco an der Kunstakademie und in Paris an der fortschrittlichen Académie Julian studiert hat. Ab 1914 ist Cucuel am Ammersee und anschließend am Starnberger See südlich von München ansässig, wo er eine Villa mit weitläufigem Seegrundstück besitzt. Hier führt er die zuvor gewählte Motivik weiter: junge Modelle, bekleidet oder unbekleidet dem Müßiggang frönend, inmitten der durch Sommer und Herbst gezeichneten Natur. Im Stil unabhängiger von Putz werdend, fängt Cucuel seine Bilder durch einen ungebrochen flüssig bis flüchtigen Pinselduktus in satten Farbtönen von hoher Leuchtkraft ein. Den besonderen Reiz von Edward Cucuels Gemälden macht ihre spürbare Leichtigkeit und nonchalante Eleganz aus. Die Inszenierung der Modelle lässt die Grenze zwischen Pose und unbeobachteter Spontaneität verschwimmen, in der lockeren Ausführung erscheint die Malerei als angenehmer sommerlicher Zeitvertreib. Häufig verwendet er dabei nicht nur den Pinsel, sondern trägt die Farbe in breiten Strichen mit dem Malmesser auf, wodurch seine Motive trotz der hellen, pastelligen Farben eine solide Körperlichkeit erlangen. Cucuels Gemälde atmen die Wärme des Sommers, den Duft der Vegetation und die Kühle des Wassers. Sie verhelfen ihm aufgrund dieser Sinnlichkeit und der stets präsenten leicht voyeuristischen Erotik zu großem internationalen Erfolg. Seine Modelle, die er wie in unserem Gemälde mit den femininen Accessoires der Zeit wie den Florentiner Hüten und den hellen luftigen Kleidern ausstattet, verkörpern die melancholische Eleganz der Belle Époque. Die zarte Sinnlichkeit der Frauen zeigt er hier in der hellen Haut und den feinen, halbtransparenten Stoffen, auf die tanzende Lichtreflexe fallen. Seine lichterfüllten und leichten, eleganten Werke machen Cucuel zu einem zentralen Vertreter des Impressionismus in Deutschland. [KT]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Edward Cucuel "Heißer Tag (Zwei Damen unter Bäumen)"
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Berechnung der Folgerechtsvergütung:
Für Werke von Künstlern die vor weniger als 70 Jahren verstorben sind, fällt gemäß § 26 UrhG eine Folgerechtsvergütung in folgender Höhe an:
4% des Zuschlags ab 400,00 Euro bis zu 50.000 Euro,
weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
Der Gesamtbetrag der Folgerechtsvergütung aus einer Weiterveräußerung beträgt höchstens 12.500 Euro.

Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.