Auktion: 528 / Klassische Moderne am 11.06.2022 in München Lot 415

 

415
Lovis Corinth
Liegender, blonder Mädchenakt auf buntem Teppich, Um 1912.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 30.000 - 40.000
+
Liegender, blonder Mädchenakt auf buntem Teppich. Um 1912.
Öl auf Leinwand.
Vgl. Berend-Corinth 525. Rechts oben signiert. 30 x 50 cm (11,8 x 19,6 in).
Ölstudie für das Gemälde "Mädchenakt auf Teppich", 1912 (Berend-Corinth 525), Saint Louis Art Museum, St. Louis, USA. [KT].
• Lovis Corinth zählt zu den bedeutendsten deutschen Impressionisten
• Seine Studienzeit an der Pariser Académie Julian bei Tony Robert Fleury und William Adolphe Bouguereau 1884 legt den Grundstein für seine Beschäftigung mit dem weiblichen Akt
• Der für seine sinnenfreudige und körperbetonte Malerei bekannte Corinth findet hier zu einer faszinierend freien, lockeren und koloristischen Form sowie ausdrucksstarker Pose
• Auf dem Höhepunkt seines Erfolgs wird Corinth 1911 zum neuen Vorsitzenden der Berliner Secession gewählt, 1913 veranstaltet Paul Cassirer eine umfangreiche Corinth-Retrospektive
• Seine Werke befinden sich in bedeutenden internationalen Sammlungen, darunter das Musée d'Orsay, Paris, das Museum of Modern Art, New York, sowie die Tate Gallery, London
.

Mit einem Gutachten von Prof. Dr. Thomas Deecke (1940-2017), Berlin, vom April 2010.

PROVENIENZ: Privatsammlung Niedersachsen (2012 erworben).

Aufrufzeit: 11.06.2022 - ca. 17.20 h +/- 20 Min.

Lovis Corinths Malerei lebt seit seinen künstlerischen Anfängen aus ihrer sinnlichen Körperlichkeit, sein Interesse gilt der Stofflichkeit der Dinge sowie der Fleischlichkeit der menschlichen Existenz. Schon zu Beginn seiner malerischen Laufbahn widmet er sich dem weiblichen und männlichen Akt, den er mit Vorliebe in seiner Schwere und Fülle in natürlicher Bewegung jenseits akademischer Posen inszeniert. Er begreift die Volumina der Körperformen malerisch, aus der Farbe heraus, die er oft zunächst in Ölstudien einzufangen beginnt. Gewissermaßen als malerische Suche lässt er die Modelle unterschiedliche Posen probieren, in denen er die Proportionen, das Licht und die Bewegung des Körpers in schnellen Strichen in der Malerei zu greifen sucht. Im Berliner Atelier in der Klopstockstraße, das er 1901 bezogen hatte, entsteht auch dieses Gemälde, dem schließlich ein weiterer Akt desselben Modells in veränderter Pose nachfolgt (Saint Louis Art Museum, St. Louis, USA). Ungezwungen auf dem modischen bunten Teppich, dessen Buntfarbigkeit an eine Blumenwiese erinnert, arbeitet Corinth mit seinem Modell, dem er sich in schnellen, entschlossenen Strichen, ganz Impressionist, nähert. So unakademisch die Pose erscheint, ist sie doch charakteristisch für das Schaffen Corinths, der den weiblichen Akt mit Vorliebe ruhend und liegend in seiner ganzen Weichheit darstellt. Charakteristisch ist auch die Unmittelbarkeit im zu den Betrachter:innen gewendeten Blick des Modells, ohne Scheu und mit ungekünstelter Selbstverständlichkeit. Die Körperdarstellungen Corinths faszinieren durch den ihnen innewohnenden, malerisch zupackenden Charakter. Oftmals werden hier Brüste, Bäuche und Schenkel vom Modell selbst oder von anderen Figuren umfasst und so in der Berührung in greifbare Realität überführt. Auch hier schmiegen sich Arme an den Körper, weiches Haar fällt über die Schulter, Schenkel berühren sich und zeugen von dem befreiten, natürlichen und ursprünglichen Interesse des Künstlers für eine intensiv wahrgenommene und erlebte Körperlichkeit. [KT]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Lovis Corinth "Liegender, blonder Mädchenakt auf buntem Teppich"
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Berechnung der Folgerechtsvergütung:
Für Werke von Künstlern die vor weniger als 70 Jahren verstorben sind, fällt gemäß § 26 UrhG eine Folgerechtsvergütung in folgender Höhe an:
4% des Zuschlags ab 400,00 Euro bis zu 50.000 Euro,
weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
Der Gesamtbetrag der Folgerechtsvergütung aus einer Weiterveräußerung beträgt höchstens 12.500 Euro.

Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.