Auktion: 527 / Kunst des 19. Jahrhunderts am 11.06.2022 in München Lot 372

 

372
Otto Pippel
Hauskonzert, Um 1930/40.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 12.000 - 15.000
+
Hauskonzert. Um 1930/40.
Öl auf Leinwand.
Rechts unten signiert. Verso auf der Leinwand erneut signiert und betitelt. 80 x 99,5 cm (31,4 x 39,1 in).

Aufrufzeit: 11.06.2022 - ca. 16.36 h +/- 20 Min.

Otto Pippel gehört zu den bedeutendsten Impressionisten zweiter Generation im süddeutschen Raum. Mit dem Vorhaben, Innenarchitekt und Dekorationsmaler zu werden, beginnt er seine Ausbildung an der Kunstgewerbeschule in Straßburg. 1905 nimmt er sein Studium der Malerei in Karlsruhe bei Friedrich Fehr und Julius Hugo Bergmann auf, wechselt 1907 an die Dresdner Akademie zu Gotthard Kuehl. Als Pippel 1908 zum Abschluss seiner Studien nach Paris reist, wird er durch die französischen Impressionisten bestärkt, die Licht- und Eindrucksmalerei für sich weiterzuentwickeln. Er wird Mitglied der "Luitpold-Gruppe" und stellt 1912 erstmals im Glaspalast in München aus. Seine von lockerer Hand und in pastosem Farbauftrag geschaffenen Gemälde finden bald eine große Anhängerschaft und es entsteht in den folgenden Jahren ein umfangreiches Œuvre, das immer wieder die atmosphärische Stimmung des Lichts in den Vordergrund rückt. Es entstehen Landschaften und Motive deutlich französisch-impressionistischer Prägung, in denen zum einen der flüchtige atmosphärische Augenblick, zum andern auch die mondänen Beschäftigungen einer städtischen Gesellschaft in den Fokus treten. Neben den im Freien und vor dem Motiv entstandenen Szenen widmet sich Pippel mit Vorliebe auch dem Interieur, vornehmlich der abendlich musizierenden Gesellschaft. Hier tritt die punktuelle, künstliche Beleuchtung in sein Interesse, mit der sich ebenso stimmungsvolle Effekte erzielen lassen. Im warmen, goldenen Licht des rokokohaften Kerzenleuchters vor der schemenhaften prunkvollen Architektur lösen sich die Konturen der Szenerie auf, wie die Melodien der Musik, die den Raum füllt. Die Gewänder der Frauen scheinen aus der Zeit gerückt und verweisen auf frühere Epochen. Eine gewisse eskapistische Sehnsucht nach einem Raum, in dem Kunst und Musik die Seele der Wirklichkeit entrücken, wird so deutlich spürbar. [KT]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Otto Pippel "Hauskonzert"
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Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

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Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer, derzeit 19 %, erhoben. Als Ausnahme hiervon wird bei gedruckten Büchern der ermäßigte Umsatzsteuersatz von derzeit 7 % hinzugerechnet.

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Berechnung der Folgerechtsvergütung:
Für Werke von Künstlern die vor weniger als 70 Jahren verstorben sind, fällt gemäß § 26 UrhG eine Folgerechtsvergütung in folgender Höhe an:
4% des Zuschlags ab 400,00 Euro bis zu 50.000 Euro,
weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
Der Gesamtbetrag der Folgerechtsvergütung aus einer Weiterveräußerung beträgt höchstens 12.500 Euro.

Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.