Auktion: 530 / Evening Sale / Sammlung Hermann Gerlinger am 10.06.2022 in München Lot 89

 

89
Eduardo Chillida
Lurra M-13, 1995.
Schamotte-Ton mit Kupferoxid
Schätzpreis: € 100.000 - 150.000
+
Lurra M-13. 1995.
Schamotte-Ton mit Kupferoxid.
Mit dem Künstlersignet. Unikat. Ca. 27 x 22 x 21 cm (10,6 x 8,6 x 8,2 in).

• Unikat aus der "Lurra"-Werkserie
• Spannungsvolles Wechselspiel aus Geschlossenheit und Öffnung der Form, Höhen und Tiefen, Innen und Außen sowie Licht und Schatten.
• Chillidas formal zurückhaltende Arbeiten aus dieser Werkreihe begeistern durch ihren einzigartigen archaisch-kultischen Charakter.
• Chillidas Skulpturen befinden sich in bedeutenden internationalen Sammlungen, wie u. a. der Tate Modern, London, dem Guggenheim Museum, Bilbao, und dem Guggenheim Museum, Venedig
.

Die Arbeit ist im Archiv des Chillida-Leku-Museum, Hernani/Gipuzkoa (Spanien) unter der Nummer "1995.029." registriert.

AUSSTELLUNG:
Chillida, Sala Verónicas, Murcia (Spanien), 4.4.-30.4.1996, Kat.-Nr. 3, S. 19.
L'espai, el límit, el gest, el silenci, Galeria Barcelona, Barcelona (Spanien), 20.7.1996.
Chillida, Casa del Consulado del Mar, Malaga (Spanien), 24.10.1997, S. 21.
Chillida. el paper i la terra, Centre Cultural de Caixa de Gi, Girona (Spanien), 24.7.-26.9.1998, S. 34.
Pelaires 30 años, Pelaires Centre Cultural Conte, Palma de Mallorca (Spanien). 28.1.1999, S. 79.
Chillida. el papel y la tierra, Museo de Arte Contemporáneo, La Coruña (Spanien), 10.8.1999, S. 59.
Chillida. El espacio poético, Centro Cultural, Benalmádena (Spanien), 22.7.-19.9.2004.

LITERATUR:
Christie's, London, 23.6.2006, Los 202.

Aufrufzeit: 10.06.2022 - ca. 19.56 h +/- 20 Min.

"Lurra" heißen die wunderbar kompakten Skulpturen des spanischen Bildhauers Eduardo Chillida, die er ab den 1970er Jahren aus Schamotte-Ton schafft. “Lurra” ist das baskische Wort für “Erde”. Das feuerfeste Material liefert dem Bildhauer ideale Eigenschaften: Es ist spröde und lässt nur minimale Verformbarkeit zu. Chillida ist ein Meister in der Bearbeitung der blockartig-kompakten Grundform, die er durch scharfkantige Substraktionen und tiefe Einschnitte zum idealen Träger seiner charakteristischen Formensprache werden lässt. In "Lurra M-13" tritt uns ein massiver Erdleib entgegen, der durch die minimalistische Struktur der wenigen tiefen Einkerbungen ein spannungsvolles Wechselspiel aus Geschlossenheit und Öffnung der Form, Höhen und Tiefen, Innen und Außen sowie Licht und Schatten entstehen lässt. Besonders schön ist auch der optische Gegensatz, der sich aus der Härte des Materials auf der einen und den Schnittspuren auf der anderen Seite entwickelt, die wie in weichen Teig geschnitten anmuten. Chillida bearbeitet die noch formbare, tonartige Masse, deren Form dann durch den Brennvorgang dauerhaft im Schamotte-Stein konserviert ist. Schließlich spielen dann auch die in Teilen unkontrollierbaren Einflüsse des Brennvorgangs eine maßgebliche Rolle für das abschließende Erscheinungsbild. Das satte Rotbraun von "Lurra M-13" wird durch die darunterliegenden und vorrangig an den Schnittstellen aufscheinenden rostroten Partien schön akzentuiert. Es ist eine lebendige, erdige Farbigkeit, die Chillida durch den Einsatz von Kupferoxid entstehen lässt. Für Chillida, der von der Architektur zur Kunst kommt, ist der in den puristisch und archaisch wirkenden Plastiken imaginierte Raum ein energiegeladener innerer Ort. Die tief eingezogenen Einkerbungen erwecken scheinbar die Möglichkeit, dieses unbekannte Innere zu erkunden, während der blockartige Schamotte-Stein diesen jedoch dauerhaft umschließt und bewahrt. Diese spannungsvoll aufgeladene Ausstrahlung ist es, die Chillidas formal zurückhaltend konzipierten Arbeiten aus der "Lurra"-Werkreihe mit ihrem einzigartigen archaisch-kultischen Charakter in entscheidender Weise auszeichnet. [JS/SM]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung zu Eduardo Chillida "Lurra M-13"
Dieses Objekt wird regelbesteuert angeboten, Folgerechtsvergütung fällt an.

Berechnung der Regelbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 25 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 20 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer, derzeit 19 %, erhoben. Als Ausnahme hiervon wird bei gedruckten Büchern der ermäßigte Umsatzsteuersatz von derzeit 7 % hinzugerechnet.

Berechnung der Folgerechtsvergütung:
Für Werke von Künstlern die vor weniger als 70 Jahren verstorben sind, fällt gemäß § 26 UrhG eine Folgerechtsvergütung in folgender Höhe an:
4% des Zuschlags ab 400,00 Euro bis zu 50.000 Euro,
weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
Der Gesamtbetrag der Folgerechtsvergütung aus einer Weiterveräußerung beträgt höchstens 12.500 Euro.

Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.