Auktion: 533 / Modern Art Day Sale und Sammlung Hermann Gerlinger am 10.12.2022 in München Lot 515

 

515
Emil Nolde
Marschlandschaft, Um 1930.
Aquarell
Schätzpreis: € 50.000 - 70.000
+
Marschlandschaft. Um 1930.
Aquarell.
Rechts unten signiert. 33 x 47,5 cm (12,9 x 18,7 in), blattgroß.

• Großformatiges Blatt in satter Farbigkeit.
• Seit fast 50 Jahren in Familienbesitz.
• Charakteristisches Motiv des Künstlers in der typischen atmosphärischen Dichte
.

Mit einer Fotoexpertise von Prof. Dr. Manfred Reuther vom 10. Oktober 2022. Das Aquarell ist unter der Nummer "Nolde A - 251/2022" im Archiv Reuther registriert.

PROVENIENZ: Galerie Valentien, Stuttgart.
Privatsammlung Süddeutschland (seit 1974).

Aufrufzeit: 10.12.2022 - ca. 19.03 h +/- 20 Min.

Die stimmungsvollen Aquarelle Emil Noldes bezeugen seine Stellung als größter Kolorist des 20. Jahrhunderts. Er erreicht hier eine Meisterschaft, die in ihrer Singularität bis in die Kunst der Gegenwartsmoderne reicht. Im Sommer 1926 entdecken Nolde und seine Frau Ada Seebüll, eine sumpfige Landschaft nahe der deutsch-dänischen Grenze. Angezogen von der nördlichen Landschaft mit ihren Auen und scheinbar endlosen Horizonten, baut der Künstler sein Haus in Seebüll, um dem Lauf der Natur und dem Weg der Sonne zu folgen. Die gewaltige Aussicht von Seebüll, die wechselhaften Wetterverhältnisse und der sorgfältig gepflegte Blumengarten des Künstlers werden zu einer wichtigen Inspirationsquelle. Vor allem die eher unspektakulär erscheinende flache friesische Landschaft beflügelt ihn zu farbintensiven und stimmungsvollen Aquarellen, die unnachahmlich und charakteristisch für den deutschen Expressionisten werden. Keiner vor ihm hat diese Landschaft so gesehen und sie mit der ihm eigenen Anteilnahme geschildert. Nolde hebt die nordische Landschaft in eine mystische Verklärung, indem er die Farbpalette ganz seinem Genie unterwirft und so ein völlig neues Bild von ihr erschafft. Das Ereignis sind nicht spektakuläre topografische Gegebenheiten. Es sind der Himmel und die flache Landschaft, die das Bildgeschehen bestimmen. Doch das tun sie in so ungewöhnlicher Weise, dass alles, was wir über diese Landschaft wissen, in den Schatten gestellt wird. Wir spüren die Weite der saftig grünen Wiesen, der Blick kann in die Ferne schweifen und der Geist sich beruhigen. "Es gibt Menschen, die absolut nicht verstehen können, dass wir, die es wohl auch anders haben könnten, in dieser flachen, 'langweiligen' Gegend wohnen mochten, wo es keinen Wald gibt und keine Hügel oder Berge, und wo nicht einmal an den Ufern der kleinen Wasser Bäume sind. So denken wohl alle üblichen, schnell durchfahrenden Reisenden. – Unsere Landschaft ist bescheiden, allem Berauschenden, Üppigen fern, das wissen wir, aber sie gibt dem intimen Beobachter für seine Liebe zu ihr unendlich viel an stiller, inniger Schönheit, an herber Größe und auch an stürmisch wildem Leben." (Emil Nolde, Reisen, Ächtung, Befreiung: 1919-1946, Köln 1978, S. 9). Seiner norddeutschen Heimat bleibt Emil Nolde ein Malerleben lang treu. Seine hier entstandenen Aquarelle sind Ausdruck einer tief empfundenen und anhaltenden Verehrung des Künstlers für die Natur. [SM]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung zu Emil Nolde "Marschlandschaft"
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Berechnung der Folgerechtsvergütung:
Für Werke lebender Künstler oder von Künstlern, die vor weniger als 70 Jahren verstorben sind, fällt gemäß § 26 UrhG eine Folgerechtsvergütung in folgender Höhe an:
4% des Zuschlags ab 400,00 Euro bis zu 50.000 Euro,
weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
Der Gesamtbetrag der Folgerechtsvergütung aus einer Weiterveräußerung beträgt höchstens 12.500 Euro.

Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.