Auktion: 534 / Contemporary Art Day Sale am 09.12.2022 in München Lot 202

 

202
Frank Stella
Egyplosis, 1996.
Mischtechnik. Öl auf Plastik, auf Holz montiert
Schätzpreis: € 50.000 - 70.000
+
Egyplosis. 1996.
Mischtechnik. Öl auf Plastik, auf Holz montiert.
Verso auf dem Holz signiert, datiert und betitelt sowie mit den Größen- und Technikangaben bezeichnet. 139 x 136 cm (54,7 x 53,5 in).

• Knallbunte, nahezu psychedelische Bildschöpfung des fiktiven Ortes "Egyplosis"
• Wunderbares Zeugnis von Frank Stellas Stilentwicklung der 1990er Jahre
• Er gilt als einer der bedeutendsten amerikanischen Künstler der Nachkriegszeit
• Seine erste Retrospektive findet 1970 im Museum of Modern Art in New York statt
• Erstmals auf dem internationalen Auktionsmarkt angeboten (Quelle: artprice.com)
.

PROVENIENZ: Privatsammlung Süddeutschland.

AUSSTELLUNG: Frank Stella. Masterworks, a selection, Galerie Terminus, München, 13.10.-Ende Okt. 2004 (mit Farbabb.).

Aufrufzeit: 09.12.2022 - ca. 15.46 h +/- 20 Min.

"EGYPLOSIS or SACRED PALACE, a place on an island in a lake one thousand miles west of CALNOGOR in ATVATABAR. It consists of an aggregation of temples carved out of a block of green marble. The chief building is a Grecian theatre with a dome of multi-colored glass one hundred and thirty feet above the lowest tier of seats. Egyplosis is built above the Infernal Palace, a group of rock-hewn temples devoted to the occult worship of Harikar, where objects and living things can be created by spiritual power. The Infernal Palace is reached from Egyplosis through a maze of sculptured vegetation." (Beschreibung des Orts Egyplosis aus William R. Bradshaws Roman "The Goddess of Atvatabar" New York 1892, zit. nach: Gianni Guadalupi, Alberto Manguel, The dictionary of imaginary places, Mailand 1996, S. 183)

Kreisrund, farbintensiv, phantasievoll und nahezu psychedelisch sind Frank Stellas Interpretationen von fiktiven Orten der Weltliteratur. Sie tragen klangvolle Namen wie Fattipuff, Dubiaxo, Plutusia, Jundapur, Bilbimtesirol oder Egyplosis. Sie sind dem "Dictionary of imaginary places" entnommen und werden von Frank Stella in seine für die 1990er Jahre so typische Bildsprache übersetzt. Im direkten Vergleich mit seinen frühen, monochromen "Black Paintings" und "Concentric Squares", die bis heute als Pionierleistung der Minimal Art gelten, ist es nur schwer vorstellbar, dass diese Arbeiten vom selben Künstler geschaffen wurden. Im Hinblick auf seine persönliche, künstlerische Entwicklung passt "Egyplosis" jedoch sowohl thematisch als auch stilistisch perfekt ins Bild. Denn schon mit seinen berühmten "Shaped Canvases" und der Serie der "Copper Paintings" testet er in den 1960er Jahren die Grenzen des Bildträgers in der Malerei, sucht nach einer neuen Bedeutung des so traditionsreichen Mediums und strebt dabei schrittweise nach mehr Dreidimensionalität. Auch die Farbigkeit verändert sich über die Jahrzehnte. Bereits ab Mitte der 1970er Jahre entstehen große, leuchtend bunte Reliefs, zumeist aus Aluminium und Fiberglas, die aus geometrischen Formen zusammengesetzt sind. Anfang der 1990er Jahre erobert er schließlich den dreidimensionalen Raum mit umgehbaren plastischen Werken, Relief-Friesen und Außenskulpturen. Auch inhaltlich greift Frank Stella immer wieder neue Themenkomplexe auf, die er in umfangreichen Werkserien durchdekliniert, wie etwa in "Cones and Pillars" oder der "Moby Dick"-Serie. Nicht selten geht die Findung eines neuen thematischen Schwerpunkts dabei mit einer stilistischen Veränderung einher. In der Serie "Imaginary Places", die neben Unikaten wie "Egyplosis" auch zwei Grafikzyklen umfasst, testet er in den 1990er Jahren die Vielfältigkeit des kreisrunden Bildausschnitts und die Strahlkraft der Farben in ornamentalen, an Mandalas erinnernden Kompositionen. An Phantasie, Farbkraft und inhaltlichen Bezügen kaum zu übertreffen, stehen seine Interpretationen von fiktiven Orten der Weltliteratur beispielhaft für seine radikale, künstlerische Entwicklung, "die ihn vom Minimalismus zum Maximalismus geführt hat" und ihn als einen der "vielseitigsten und innovativsten Künstler" seiner Generation auszeichnen (Holger Broeker, Allgemeines Künstlerlexikon, Band 106, Berlin/Boston 2020, S.98-99). [AR]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung zu Frank Stella "Egyplosis"
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Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 27 % berechnet und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

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Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer, derzeit 19 %, erhoben. Als Ausnahme hiervon wird bei gedruckten Büchern der ermäßigte Umsatzsteuersatz von derzeit 7 % hinzugerechnet.

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Berechnung der Folgerechtsvergütung:
Für Werke lebender Künstler oder von Künstlern, die vor weniger als 70 Jahren verstorben sind, fällt gemäß § 26 UrhG eine Folgerechtsvergütung in folgender Höhe an:
4% des Zuschlags ab 400,00 Euro bis zu 50.000 Euro,
weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
Der Gesamtbetrag der Folgerechtsvergütung aus einer Weiterveräußerung beträgt höchstens 12.500 Euro.

Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.