Auktion: 535 / Evening Sale mit Sammlung Hermann Gerlinger am 09.12.2022 in München Lot 12

 

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Tony Cragg
Distant Cousin, 2007.
Edelstahl, poliert
Schätzpreis: € 250.000 - 350.000
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Distant Cousin. 2007.
Edelstahl, poliert.
Unikat. Ca. 235 x 190 x 160 cm (92,5 x 74,8 x 62,9 in).

• Tony Cragg gilt als einer der international bedeutendsten Bildhauer der Gegenwart.
• Allansichtig spektakuläre Monumentalskulptur.
• Craggs hochglanzpolierte Edelstahlskulpturen gelten als die gefragtesten Arbeiten des Künstlers auf dem internationalen Auktionsmarkt.
• Craggs Skulpturen befinden sich in bedeutenden internationalen Museen, u. a. der Tate Gallery, London, dem Centre Pompidou, Paris, dem Stedelijk Museum, Amsterdam, und dem Hirshhorn Museum, Washington.
• International vertreten u. a. von der Lisson Gallery, London/New York, und Thaddaeus Ropac, London/Paris/Salzburg
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PROVENIENZ: Haunch of Venison, Zürich.
Privatsammlung (2008 beim Vorgenannten erworben).

LITERATUR: Vgl. Anthony Cragg, Works in five Volumes, Bd. IV, Sculpture 2001-2017, S. 24/2 (m. Abb.).

"Ich möchte Werke schaffen, die dieselbe intensive Wirkung ausstrahlen, die ich empfinde, wenn ich die Natur betrachte."
Tony Cragg, 2016, zit. nach: Tony Cragg. Unnatural Selection, Darmstadt 2016, S. 12.

Aufrufzeit: 09.12.2022 - ca. 17.22 h +/- 20 Min.

Tony Cragg, einer der international bedeutendsten zeitgenössischen Bildhauer, hat sich bereits als kleiner Junge für Mineralien und Fossilien interessiert und über die Jahre eine sehr umfangreiche Gesteinsammlung zusammengetragen, die ihm als stetige künstlerische Inspirationsquelle für seine einzigartige, auf dem organischen Formenpotenzial der Natur basierenden Ästhetik dient. Cragg hat dieser unverwechselbaren Formsprache über die Jahre in den unterschiedlichsten Materialien wie u. a. Bronze, Stahl, Holz und Glas Ausdruck verliehen und sich das natürliche Formenpotenzial über eine akribische Selektion, Variation und Neukombination künstlerisch zu eigen gemacht. "Seit ich ein Kind war, bin ich von der Natur sehr beeindruckt und habe mich mit ihr beschäftigt. Ich würde gerne Arbeiten machen, die auf mich die gleiche Wirkung haben wie der Blick in die Natur. Ich weiß, das ist naiv. Die Natur hat Milliarden von Jahren Praxis gehabt und macht wunderbare Dinge." (Tony Cragg, zit. nach: Ausst.-Kat. Skulpturenpark Schwante. Sculpture & Nature, Schlossgut Schwante, Juni bis Oktober 2020, S. 22.) Im wahrsten Sinne des Wortes "wunderbar" aber sind auch Tony Craggs Formgebilde, die den Betrachter, beginnend mit den "Early Forms" der 1980er Jahre, mit ihrem außergewöhnlichen ästhetischen Eindruck faszinieren und unsere Sehgewohnheiten zunehmend auf die Probe stellen. Aber gerade Craggs gefragte, hochglänzende Monumentalskulpturen der späteren Jahre, die aus geformten Edelstahlblechen konstruiert und anschließend handpoliert werden, fesseln den Betrachter auf ganz besondere Weise. Sie wollen umschritten und mit all ihrer Präsenz im Raum erlebt werden. Anders als der Künstler – der als introvertierter Charakter gilt – nehmen sich diese wohl spektakulärsten Schöpfungen Craggs keineswegs zurück, sondern sind vielmehr der Mittelpunkt, die unangefochtenen Stars jeden Raumes. Keiner kann sich in ihrer Anwesenheit ihrem faszinierenden ästhetischen Eindruck entziehen, diese monumentalen Werke müssen einem spektakulären Naturwunder gleich betrachtet und bewundert werden. "Distant Cousin" zieht uns mit seiner handpolierten Edelstahloberfläche schnell in den Bann und lädt zur optischen Erkundung der Materialität und Oberfläche ein. Außergewöhnlich ist die kompakt-dynamische Formsprache dieser Skulptur, die in ihrer Grundstruktur entfernt an versteinerte Muschel- und Knochenformationen erinnert. Sie basiert, anders als die säulenartigen Scheibenschichtungen der "Points of View", weniger auf Craggs Begeisterung für geologische Schichtungen, sondern vielmehr auf den teils außergewöhnlichen Gesteinsformationen, welche die Erde über Jahrtausende verborgen und hervorgebracht hat. "Distant Cousin" zeichnet sich durch seine besondere innere Dynamik aus, die kraftvoll nach allen Seiten in den Raum ausgreift. Formbestimmend für die beeindruckende Ästhetik der vorliegenden Skulptur scheint eine unbestimmte innere Kraft zu sein, die Inneres nach außen windet und im Kern Verborgenes kraftvoll an die Oberfläche drängt. [JS]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung zu Tony Cragg "Distant Cousin"
Dieses Objekt wird differenzbesteuert, zuzüglich einer Einfuhrumsatzabgabe in Höhe von 7 % (Ersparnis von etwa 5 % im Vergleich zur Regelbesteuerung) oder regelbesteuert angeboten, Folgerechtsvergütung fällt an.

Berechnung bei Differenzbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 32 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 27 % berechnet und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

Berechnung bei Regelbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 25 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 20 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer, derzeit 19 %, erhoben. Als Ausnahme hiervon wird bei gedruckten Büchern der ermäßigte Umsatzsteuersatz von derzeit 7 % hinzugerechnet.

Wir bitten um schriftliche Mitteilung vor Rechnungsstellung, sollten Sie Regelbesteuerung wünschen.

Berechnung der Folgerechtsvergütung:
Für Werke lebender Künstler oder von Künstlern, die vor weniger als 70 Jahren verstorben sind, fällt gemäß § 26 UrhG eine Folgerechtsvergütung in folgender Höhe an:
4% des Zuschlags ab 400,00 Euro bis zu 50.000 Euro,
weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
Der Gesamtbetrag der Folgerechtsvergütung aus einer Weiterveräußerung beträgt höchstens 12.500 Euro.

Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.