Auktion: 535 / Evening Sale mit Sammlung Hermann Gerlinger am 09.12.2022 in München Lot 41

 

41
Ernst Wilhelm Nay
Leuchtendes Dunkel, 1961.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 400.000 - 600.000
+
Leuchtendes Dunkel. 1961.
Öl auf Leinwand.
Scheibler 1010. Rechts unten signiert und datiert. Verso auf dem Keilrahmen signiert, datiert und betitelt sowie mit zwei Richtungspfeilen bezeichnet. 150,5 x 200 cm (59,2 x 78,7 in).

• Monumentales, besonders kontrastreiches Werk aus der berühmten Werkphase der "Scheibenbilder" (1954–1962).
• 1957 ist Nay mit einem "Scheibenbild" an der Ausstellung "German Art of the Twentieth Century" im Museum of Modern Art, New York, beteiligt.
• Ein Jahr nach Entstehung als zentrales Werk in der großen Retrospektive im Folkwang Museum, Essen, gezeigt.
• Ab 1962 Teil der Sammlung des weltberühmten Architekten und Möbeldesigners Egon Eiermann
.

PROVENIENZ: Galerie Günther Franke, München (auf dem Keilrahmen mit dem Galerieetikett).
Sammlung Prof. Egon Eiermann (1904-1970), Karlsruhe/Baden-Baden (1962 vom Vorgenannten erworben, bis 1970, auf dem Keilrahmen mit einer handschriftlichen Bezeichnung sowie einem handschriftlich bezeichneten Etikett).
Privatsammlung Bayern.

AUSSTELLUNG: E. W. Nay. Sechzehn große Bilder, Galerie Günther Franke, München, 2.6.-Mitte Juli 1962, Kat.-Nr. 7.
E. W. Nay. 60 Jahre (Retrospektive), Folkwang Museum, Essen, 15.9.-21.10.1962, Kat.-Nr. 45, S. 4 (m. Abb., Nr. 16).
E. W. Nay. Gemälde 1955-1964, Kunstverein in Hamburg, Hamburg, 26.9.-25.10.1964; Badischer Kunstverein, Karlsruhe, 2.11.-29.11.1964; Frankfurter Kunstverein Steinernes Haus, Frankfurt a. Main, 9.1.-14.2.1965, Kat.-Nr. 28.
Die Grünen Salons: Sammlungen neuer Kunst in Baden-Baden, Staatliche Kunsthalle, Baden-Baden, 23.1.-1.3.1970.
Martin Barré, Karl Otto Götz, Ernst Wilhelm Nay, André Thomkins, Kunsthandel Wolfgang Werner, Berlin, 5.9.2017-21.2.2018 (m. Abb. auf Einladungskarte).
Baumeister, Barré, Beothy, Bluhm, Götz, Nay, Riopelle, Tàpies, Kunsthandel Wolfgang Werner, Berlin, 14.9.-17.11.2018 (m. Abb. auf Einladungskarte).

LITERATUR: Georg Schmidt, in: Ausst.-Kat. Ernst Wilhelm Nay. Gemälde, Pfalzgalerie, Kaiserslautern 1977, o. S.
Georg Schmidt, in: Ausst.-Kat. Ernst Wilhelm Nay 1902-1968. Ölbilder, 35. Städtische Kunstausstellung, 7.5.-31.5.1977, Beethovenhaus, Villingen-Schwenningen, o. S.
Aurel Scheibler, Ernst Wilhelm Nay. Bd. 2, Köln 1990, Kat.-Nr. 1010 (m. Abb.).
E. W. Nay, 1963, zit. nach: Aurel Scheibler, Ernst Wilhelm Nay. Bd. 2, Köln 1990, S. 62.

Aufrufzeit: 09.12.2022 - ca. 18.20 h +/- 20 Min.

Nach seiner Entstehung gelangt das beeindruckende Werk in die Sammlung des Architekten und Möbeldesigners Egon Eiermann. Eiermann pflegt insbesondere in späteren Jahren freundschaftlichen Kontakt zu E. W. Nay, aber auch zu weiteren bekannten Künstlern, Komponisten, Architekten und Designern wie Walter Gropius, Ludwig Mies van der Rohe und Marcel Breuer. Eiermanns Schaffen, seine schlanken, subtil austarierten Metall- und Glaskonstruktionen, die Formstrenge seiner klaren, kubischen, zum Teil asymmetrischen Entwürfe unter dem Verzicht auf historische Formen machen ihn zu einem der Hauptakteure der von Mies van der Rohe geprägten Stahl-Glas-Architektur und zu einem kompromisslosen Vertreter der formal wie funktional konsequent modernen Architektur. Wie das malerische Werk E. W. Nays feiern auch Eiermanns architektonisches Entwürfe insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg große Erfolge. In den 1940er Jahren ist er an der Neugründung des Deutschen Werkbunds beteiligt, Lehraufträge bringen ihn außerdem an die Technischen Hochschulen in Darmstadt, Weimar, Berlin, Hannover und Karlsruhe, wo er ab 1947 einen festen Lehrstuhl für Architektur innehat. 1953 wird ihm im Museum of Modern Art in New York der Good Design Award verliehen. In den 1960er Jahren ist er u. a. an den Entwürfen für das Kanzleigebäude der Deutschen Botschaft in Washington, D.C., und für die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin beteiligt, sitzt in Juries und Planungsräten für die Neubauten des Deutschen Bundestags und des Bundesrats in Bonn sowie für die Olympiabauten in München. Am bekanntesten sind heute Eiermanns ab den 1920er Jahren unter dem Einfluss von Ray und Charles Eames entstandenen Entwürfe für Stahlrohrstühle, Klappstühle, Tische, Korbmöbel und Gebrauchsgegenstände, die heute als absolute Designklassiker gelten. In seiner konsequent modernen Auffassung von Form und Proportion und der Entwicklung seiner eigenen architektonischen Sprache erklärt sich sicherlich die enge freundschaftliche Verbindung zu E. W. Nay, der wie Egon Eiermann insbesondere in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ganz ohne Rückgriffe auf die kunsthistorische Vergangenheit und unter stetiger Weiterentwicklung und Neuorientierung über mehrere Jahrzehnte hinweg eine so maßgebliche Rolle in der deutschen Malerei einnimmt. [CH]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung zu Ernst Wilhelm Nay "Leuchtendes Dunkel"
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Berechnung der Folgerechtsvergütung:
Für Werke lebender Künstler oder von Künstlern, die vor weniger als 70 Jahren verstorben sind, fällt gemäß § 26 UrhG eine Folgerechtsvergütung in folgender Höhe an:
4% des Zuschlags ab 400,00 Euro bis zu 50.000 Euro,
weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
Der Gesamtbetrag der Folgerechtsvergütung aus einer Weiterveräußerung beträgt höchstens 12.500 Euro.

Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.