Auktion: 534 / Contemporary Art Day Sale am 09.12.2022 in München Lot 130

 

130
Andy Warhol
Mick Jagger, 1973–197.
Serigrafie
Schätzpreis: € 60.000 - 80.000
+
Mick Jagger. 1973–1976.
Serigrafie.
Feldman/Schellmann/Defendi II.142. Signiert und nummeriert sowie mit der Signatur von Mick Jagger. Aus einer Auflage von 50 Künstlerexemplaren. Auf leicht strukturiertem Velin. 111 x 73,5 cm (43,7 x 28,9 in), Blattgröße.
Herausgegeben von Seabird Editions, London (verso mit dem Stempel). Gedruckt von Alexander Heinrici, New York.
• Von Mick Jagger und Andy Warhol signiert.
• 1975 mietet Mick Jagger das Haus Warhols auf Long Island, dort schießt Andy Warhol das zugrunde liegende Polaroidfoto.
• "Mick Jagger" gehört heute zu den berühmtesten Porträtdarstellungen Andy Warhols.
• Im gleichen Jahr fügt Andy Warhol erstmals Collage-artige, voluminöse Farbflächen und Zeichnungslinien in seine Siebdrucke ein.
• Warhols enorm großes Œuvre enthält Gemälde und Siebdrucke, die eines gemeinsam haben: sich wiederholende, sofort erkennbare Motive aus der Popkultur mit kommerziellen, bunten, flachen Oberflächen
.

PROVENIENZ: Dominion Gallery Montreal (verso auf der Rahmenabdeckung mit einem bezeichneten Etikett; verkauft über Sotheby's 2000).
Privatsammlung Deutschland.

LITERATUR: Sotheby's, New York, Auktion 4.11.2000, Contemporary Prints, Los 1438 (verso auf der Rahmenabdeckung mit einem Etikett).

Aufrufzeit: 09.12.2022 - ca. 14.10 h +/- 20 Min.

Im Frühjahr 1975 mieten die Rolling Stones Warhols Montauk Church Estate auf Long Island, um sich auf ihre nächste Tour vorzubereiten. Warhol nutzt diesen Umstand und fertigt zahlreiche Fotografien von Mick Jagger, die ihn mit nacktem Oberkörper in einer Vielzahl verschiedener Stimmungen zeigen. Dadurch, dass er für die daraus entstehenden Grafik-Porträts seine eigenen Schnappschüsse verwendet, eliminiert Warhol ein entscheidendes Moment seiner früheren Arbeiten. Er kreiert daraus Portfolios, bestehend aus zehn unterschiedlichen Bildnissen, für die er erstmals eine neue Technik verwendet: eine Kombination aus Foto, Collage und gezeichneter Linie. Wie Papierstreifen legt er Farbflächen über die eigentliche Darstellung und schafft so wirkungsvolle und kokettierende Darstellungen des Musikers. Neben der Marilyn-Monroe-Serie gehören die Mitte der 1970er Jahre entstandenen Darstellungen Mick Jaggers zu den berühmtesten Porträtdarstellungen Andy Warhols. Der Frontmann der 1962 gegründeten Band Rolling Stones, die zum damaligen Zeitpunkt bereits zahlreiche Amerika- und Europatourneen hinter sich hatten und nicht nur durch ihre progressive Musik, sondern auch durch ihre provozierenden Bühnenshows zu weltweitem Ruhm gelangt waren, galt geradezu als Sinnbild einer allen bisherigen gesellschaftlichen Konventionen wehrenden Freiheit. Der Sonderling Warhol, der selbst seit den 1960er Jahren mit weißblond gefärbter Perücke und schwarzer Sonnenbrille sein Markenzeichen gefunden hatte, muss in Mick Jagger eine Art exzentrisches Alter Ego erkannt haben, das ihn zu epochalen Porträtdarstellungen inspiriert hat. Eine Besonderheit ist die Unterschrift des Musikers auf manchen der Drucke. Nicht nur der „Maler“, sondern auch sein Modell verewigen sich in diesen Arbeiten. [EH]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung zu Andy Warhol "Mick Jagger"
Dieses Objekt wird regel- oder differenzbesteuert angeboten, Folgerechtsvergütung fällt an.

Berechnung bei Differenzbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 32 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 27 % berechnet und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

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Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 20 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer, derzeit 19 %, erhoben. Als Ausnahme hiervon wird bei gedruckten Büchern der ermäßigte Umsatzsteuersatz von derzeit 7 % hinzugerechnet.

Wir bitten um schriftliche Mitteilung vor Rechnungsstellung, sollten Sie Regelbesteuerung wünschen.

Berechnung der Folgerechtsvergütung:
Für Werke lebender Künstler oder von Künstlern, die vor weniger als 70 Jahren verstorben sind, fällt gemäß § 26 UrhG eine Folgerechtsvergütung in folgender Höhe an:
4% des Zuschlags ab 400,00 Euro bis zu 50.000 Euro,
weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
Der Gesamtbetrag der Folgerechtsvergütung aus einer Weiterveräußerung beträgt höchstens 12.500 Euro.

Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.