Auktion: 533 / Modern Art Day Sale und Sammlung Hermann Gerlinger am 10.12.2022 in München Lot 442

 

442
Gabriele Münter
Haus am Hügel, 1906/07.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 60.000 - 80.000
+
Haus am Hügel. 1906/07.
Öl auf Leinwand.
Verso mit dem Nachlassstempel auf der Leinwand und einem teils gestempelten, teils handschriftlich bezeichneten Etikett "L 606". 16,5 x 21,7 cm (6,4 x 8,5 in).

• Charakteristisches, frühes Werk Münters in Spachteltechnik.
• Die kleinen Ölskizzen aus der "Phalanx"-Zeit gelten als entscheidende Meilensteine im Werk Münters.
• Den frühen Arbeiten Münters und Kandinskys aus den Jahren 1902–1908 war zuletzt unter dem Titel "Unter Freiem Himmel. Unterwegs mit Wassily Kandinsky und Gabriele Münter" im Lenbachhaus München eine eigene Ausstellung gewidmet
.

Mit einer schriftlichen Bestätigung der Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung, München, vom 29. August 2019. Das Gemälde wird in das Werkverzeichnis der Gemälde von Gabriele Münter aufgenommen.

PROVENIENZ: Nachlass der Künstlerin.
Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung, München (1966-1974).
Kunsthandel Franz Resch, Gauting (1974).
Privatsammlung Süddeutschland (1974 vom Vorgenannten erworben).
Privatsammlung Saarland.

AUSSTELLUNG: Schöne Aussichten. Der Blaue Reiter und der Impressionismus. Franz Marc Museum, Kochel am See, 22.3.-19.7.2015, Kat.-Nr. 26 (m. Farbabb.).

LITERATUR: Angela Lampe, Die Pariser Prüfung – Kandinskys und Münters Jahr in Frankreich, in: Cathrin Klingsöhr-Leroy (Hrsg.), Schöne Aussichten. Der Blaue Reiter und der Impressionismus, Kochel 2015, S. 39.

Aufrufzeit: 10.12.2022 - ca. 17.26 h +/- 20 Min.

1901 war Gabriele Münter nach München gekommen, um Kunst zu studieren – eine zur damaligen Zeit für Frauen immer noch ungewöhnliche Lebensentscheidung. Da Frauen an der Kunstakademie nicht zugelassen sind, studiert sie an Privatakademien wie in der Künstlergruppe "Phalanx", wo sie auf Kandinsky trifft. Mit dem noch verheirateten Kandinsky begibt sich Münter auf Reisen. Ende Mai 1906 brechen die beiden schließlich nach Paris auf, wo Münter in die vibrierende Künstlerszene eintaucht und große Befreiung und Bestärkung auch als weibliche Künstlerin erfährt. Das Werk "Häuser am Hügel" ist während dieses Aufenthaltes 1906/07 entstanden. Gabriele Münter nimmt ein Zimmer im Viertel Montparnasse, während Kandinsky in Sèvres, einem Vorort, logiert. Ihre Motive findet Gabriele Münter auch hier, die Stadt Paris selbst interessiert sie motivisch kaum. Der ruhige Vorort mit seinen Villen und Gärten tritt in Münters Fokus. In den kleinen Werken dieser Zeit finden sich die künstlerischen Einflüsse der Impressionisten wieder, bei "Häuser am Hügel" besonders schön in dem dicht gesetzten Farbauftrag der Bäume: Grün, Ocker, Blau und Rosa liegen dicht beieinander. Die Kraft von Licht und Farbe treten in den Mittelpunkt. Die hier entstandenen kleinen Ölskizzen gelten zu Recht als Meilensteine auf ihrem Weg zur Befreiung der malerischen Mittel. [EH]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung zu Gabriele Münter "Haus am Hügel"
Dieses Objekt wird regel- oder differenzbesteuert angeboten, Folgerechtsvergütung fällt an.

Berechnung bei Differenzbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 32 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 27 % berechnet und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

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Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer, derzeit 19 %, erhoben. Als Ausnahme hiervon wird bei gedruckten Büchern der ermäßigte Umsatzsteuersatz von derzeit 7 % hinzugerechnet.

Wir bitten um schriftliche Mitteilung vor Rechnungsstellung, sollten Sie Regelbesteuerung wünschen.

Berechnung der Folgerechtsvergütung:
Für Werke lebender Künstler oder von Künstlern, die vor weniger als 70 Jahren verstorben sind, fällt gemäß § 26 UrhG eine Folgerechtsvergütung in folgender Höhe an:
4% des Zuschlags ab 400,00 Euro bis zu 50.000 Euro,
weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
Der Gesamtbetrag der Folgerechtsvergütung aus einer Weiterveräußerung beträgt höchstens 12.500 Euro.

Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.