Auktion: 535 / Evening Sale mit Sammlung Hermann Gerlinger am 09.12.2022 in München Lot 35

 

35
Hans (Jean) Arp
Fronde et nombrils (Schleuder und Nabel), 1926.
Öl auf Karton, ausgeschnitten
Schätzpreis: € 250.000 - 300.000
+
Fronde et nombrils (Schleuder und Nabel). 1926.
Öl auf Karton, ausgeschnitten.
Rau 100. Verso signiert. 62 x 49,8 cm (24,4 x 19,6 in). [JS].

• Sehr frühes Kartonrelief mit schlitzförmigem Cutout, das für Arps charakteristische bimorphe Formsprache wegweisend ist.
• Titelbild des italienischen Kataloges zur großen Wanderausstellung "Hans Arp – Sophie Taeuber-Arp" (1996–1998).
• Arps mit Cutouts versehene Papierarbeiten und Holzreliefs sind wegweisend für die späteren "Concetti spaziali" Lucio Fontanas und die "Shaped Canvases" der 1960er Jahre.
• Bereits 1936 werden Arps Reliefs im Museum of Modern Art, New York, ausgestellt, 1958 folgt eine Einzelausstellung des Künstlers im MoMA und 1969 eine Retrospektive im Solomon R. Guggenheim Museum, New York
.

PROVENIENZ: Galerie Denise René, Paris.
Fondation Arp, Clamart.
Stiftung Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp e. V., Rolandseck.
Bankensammlung Sal. Oppenheim, Köln (wohl bis 2020).

AUSSTELLUNG: Hommage à Jean Arp, Galerie Denise René, Paris 1974 (außer Katalog).)
Dada and Surrealism Reviewed, Hayward Gallery, London 1978, S. 207, Kat.-Nr. 9.1.
Jean Arp, Esculturas, relieves, obra sobre papel, tapices, Madrid, Museo Espanol de Arte Contemporáneo, 25.2.-154.1985, Kat. Nr. 67 (m. Abb. S.139).
Hans Arp, Stiftung Hans Arp and Sophie Taeuber-Arp e. V., Remagen, Arp Museum Bahnhof Rolandseck, 25.5.-20.8.1986; Kunsthaus Zürich, 5.7.-7.9.1986; Kunstmuseum, Bern, 24.10.-22.11.1986.
Hans Arp, Stiftung Hans Arp and Sophie Taeuber-Arp e. V., Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Remagen, 1988/89; Von der Heydt-Museum, Wuppertal 1989.
Hans Arp. Eine Übersicht. Arbeiten aus den Jahren 1912-1965, Museum Würth, Künzelsau, 8.9.-31.12.1994, S. 52 (m. Abb.).
Hans Arp - Sophie Taeuber-Arp, Ausst.-Kat. zur Wanderausstellung, hrsg. von der Stiftung Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp, Rolandseck, div. Orte 1996 bis 1998, Kat. Nr. 25 (m. Abb. S. 95 sowie Titelbild der italienischen Katalogausgabe).

LITERATUR: Hans Bolliger, Guido Magnaguagno, Christian Witzig (Hrsg.): Hans Arp.
Zum 100. Geburtstag (1886-1966), ein Lese- und Bilderbuch, Zürich 1986,
S. 101 (m. Abb.).
10 Jahre Sammlung Sal. Oppenheim. 1997-2007, hrsg. v. Sal. Oppenheim jun. & Cie. S.C.A., Luxemburg 2007, S. 415 (m. Abb.).

Aufrufzeit: 09.12.2022 - ca. 18.08 h +/- 20 Min.

Hans Arp, dessen amorphe Bildsprache bis heute eine besondere Faszination ausübt, ist ein herausragender Vertreter der internationalen Avantgarde der Vor- und Nachkriegszeit. Um 1915 entstehen erste, noch grob ausgeführte Holzreliefs, zudem schafft Arp in dieser Zeit Simultangedichte und automatische Dichtungen. Er engagiert sich im Kölner Dada-Kreis sowie in der Pariser Dada-Bewegung und arbeitet zusammen mit Schwitters an verschiedenen Veröffentlichungen. Zu seinen charakteristischen Formen findet Arp im April 1917 während eines Ascona-Aufenthaltes: "In Ascona zeichnete ich [..] Äste, Wurzeln, Gräser, Steine [..]. Diese vereinfachte ich und vereinigte ihr Wesen in bewegten ovalen Sinnbildern der Verwandlung und des Werdens des Körpers." (Hans Arp). Diese stetige Wandlung der Natur mit ihren inneren Wesenskräften hat Arp in Reliefs, Papierarbeiten und Rundplastiken veranschaulicht. Gerade aber an seinen berühmten Reliefs wird Arps außerordentliche künstlerische Progressivität in besonderer Weise deutlich, da sie die Malfläche in die Dreidimensionalität erweitern und damit bereits ab den 1920er Jahren einen wichtigen Beitrag zum "offenen Bild" leisten. Arp nimmt damit bereits eine der zentralen Bestrebungen der abstrakten Nachkriegskunst vorweg, deren Bemühen um eine Entgrenzung des Bildes ab den 1950er Jahren u.a. in den "Concetti spaziali" Lucio Fontanas und den "Shaped Canvases" Frank Stellas Ausdruck findet. Zunächst aus noch grob geschnittenen Holz- und Kartonteilen zusammengesetzt, werden Arps Formgebilde ab der Mitte der 1920er Jahre wie in unserem frühen Kartonrelief zunehmend feiner und präziser in der Linienführung. Dieses biomorphe Formenrepertoire gilt bald als sein künstlerisches Markenzeichen und wird spätestens in den 1950ern international zum avantgardistischen Sinnbild der Nachkriegsmoderne. Bereits 1936 sind seine Reliefs erstmals in der Ausstellung "Cubism and Abstract Art" im Museum of Modern Art, New York, zu sehen, in dessen Sammlung sich heute fast zweihundert Arbeiten aus allen Schaffensphasen befinden. 1958 folgt die erste Einzelausstellung im Museum of Modern Art und 1969, drei Jahre nach Arps Tod, eine Retrospektive im Solomon R. Guggenheim Museum. [JS]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung zu Hans (Jean) Arp "Fronde et nombrils (Schleuder und Nabel)"
Dieses Objekt wird differenzbesteuert, zuzüglich einer Einfuhrumsatzabgabe in Höhe von 7 % (Ersparnis von etwa 5 % im Vergleich zur Regelbesteuerung) oder regelbesteuert angeboten, Folgerechtsvergütung fällt an.

Berechnung bei Differenzbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 32 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 27 % berechnet und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

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Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 25 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 20 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer, derzeit 19 %, erhoben. Als Ausnahme hiervon wird bei gedruckten Büchern der ermäßigte Umsatzsteuersatz von derzeit 7 % hinzugerechnet.

Wir bitten um schriftliche Mitteilung vor Rechnungsstellung, sollten Sie Regelbesteuerung wünschen.

Berechnung der Folgerechtsvergütung:
Für Werke lebender Künstler oder von Künstlern, die vor weniger als 70 Jahren verstorben sind, fällt gemäß § 26 UrhG eine Folgerechtsvergütung in folgender Höhe an:
4% des Zuschlags ab 400,00 Euro bis zu 50.000 Euro,
weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
Der Gesamtbetrag der Folgerechtsvergütung aus einer Weiterveräußerung beträgt höchstens 12.500 Euro.

Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.