Erste Abendauktion Wertvolle Bücher großer Erfolg bei Ketterer
Hamburg (kk) - Fast € 550.000 erzielte Ketterer Kunst allein mit den 112 Objekten seiner ersten Abendauktion Wertvolle Bücher - Manuskripte - Autographen - Dekorative Graphik am 13. November 2006 im Hamburger Meßberg 1. Dies entspricht einer Verkaufsquote von 88 Prozent und einer durchschnittlichen Steigerung pro Lot von 66 Prozent. Die zweitägige Gesamtauktion mit 1900 Positionen erlöste € 1.3 Millionen.
"Es freut mich sehr, dass unser neues Konzept so großen Anklang gefunden hat und gerade auch Kunden, die sich bisher vor allem für Kunst interessierten, nun auch die Faszination der Wertvollen Bücher entdeckt haben.", so Robert Ketterer, Auktionator und Geschäftsführer von Ketterer Kunst. "Zwar erforderte die Produktion der äußerst aufwändig gestalteten Kataloge kräftige Zusatzinvestition, doch es ist mir ein Anliegen Gewinne, die in dieser Zeit eines florierenden Kunstmarktes erzielt werden, auch wieder etwas zurückzugeben und zu investieren.", führt er weiter aus.
So hatten sich am Abend nicht nur viele bekannte, sondern auch zahlreiche neue Gesichter im Auktionssaal eingefunden und diesen bis auf den letzten Platz gefüllt. Rund 70 Kunden waren der Auktion telefonisch zugeschaltet und über 300 nutzen die Möglichkeit vorab ein schriftliches Gebot abzugeben.
An die Spitze des Auktionsangebotes katapultierte sich mit einer fünfeinhalbfachen Steigerung seiner Schätzung von € 10.000 Piter van den Kaerius Atlas "Germania Inferior". Ein belgischer Händler bot hier den Toppreis von € 55.000*.
Derselbe, der das Auktionsgeschehen noch öfter beleben sollte, nahm auch den "Hortus Sanitatis", das am höchsten taxierte Los der gesamten Auktion mit nach Hause. Dafür musste er sich von weiteren € 42.000* trennen.
Für rund € 35.000* wurde Joan Blaeus erster Teil des Städtebuchs der Niederlande "Toonneel der Steden ..." aus dem Jahr 1649 abgegeben. Um das mit einer Schätzung von € 10.000 angesetzte Exemplar wetteiferten neben dem Saal auch je sechs telefonische und schriftliche Interessenten.
Bereits der Auftakt der Abendauktion, den Ulrich von Richenthals "Concilium zu Kontanz" machte, war mehr als gelungen. Die einzige Inkunabelausgabe des ersten gedruckten Wappenbuches sicherte sich ein süddeutscher Sammler für rund € 33.000*, womit er die Taxe um € 9.000 übertraf.
Ihre Schätzung von € 12.000 konnte Georges Louis Leclerc Buffons "Histoire naturelle" mehr als verdoppeln. Ein französischer Händler setzte sich hier mit seiner Offerte von € 30.000* gegen internationale Konkurrenz durch.
Einer seiner Landsmänner ergatterte drei weitere Arbeiten: Er honorierte Elisabeth Blackwells "Herbarium Blackwellianum" mit € 23.000* und Pierre-Joseph Redouts 1824 erschienenes Werk "Les Roses" mit dem Erlös von € 19.000*. Während beide Bücher mit einer Taxe von € 14.000 angesetzt waren, hatte man ein Album mit mehr als 1400 monierten Stoffmusterentwürfen lediglich mit € 1.000 bewertet. Dies hielt den frankophilen Händler jedoch nicht davon ab, fast das 18fache der Schätzung zu bieten, denn nur mit dem Erlös von € 18.000* gelang es ihm, elf weitere Interessenten hinter sich zu lassen.
Für Spannung im Auktionssaal sorgte auch Georg Agricolas erste Ausgabe von "De re metallica". Ein israelischer Sammler gewährte fast € 15.000* für das mit € 10.000 angebotene Bergbaubuch der Renaissance.
Großen Anklang fand auch die Sammlung von etwa 600 Original-Fotografien, die Richard Fleischhut und andere Bordfotografen des Norddeutschen Lloyd während ihrer Zeit auf dem Schnelldampfer "Bremen" aufnahmen. Die Schätzung von € 5.000 wurde von einem deutschen Sammler bis auf einen Erlös von über € 14.000* gehoben.
Darüberhinaus wartete die Auktion mit einem Sonderkatalog Tournaesiana auf, in dem 93 Bücher aus dem Programm der berühmten Druckerfamilie de Tournes offeriert wurden und die fast vollständig veräußert wurden. Die Zuschläge lagen meist weit über den Schätzungen und die Sammlung spielte bei einem Schätzpreisvolumen von € 50.000 insgesamt fast € 90.000* ein.
Der Nachverkauf läuft bis einschließlich 14. Dezember 2006.
Ketterer Kunst hat sich seit seiner Gründung im Jahr 1954 als eines der wichtigsten Kunst- und Buchauktionshäuser etabliert. Während das Stammhaus im Münchener Prinz-Alfons-Palais die zwei jährlichen Traditionsauktionen Modern Art & Post War ausrichtet, finden im Hamburger Meßberghof je zwei Auktionen pro Jahr mit folgenden Themenbereichen statt: Alte und Neuere Meister/Maritime Kunst und Wertvolle Bücher - Autographen - Manuskripte - Dekorative Graphik sowie Modern Art & Post War, wobei hier der Schwerpunkt bei Arbeiten auf Papier liegt. Außerdem finden immer wieder Ausstellungen, Sonder- und Benefizauktionen statt.
Hamburg, den 14. November 2006

* Der Erlös entspricht dem Zuschlagspreis + 19%