Ketterer eröffnet neues Haus für
Kunst mit Millionen-Nolde
Nolde Riem
München, 14. Oktober 2008, (kk) - Am 29. November öffnet Ketterer Kunst die Pforten seines neuen Münchner Domizils. Dann können die Gäste erstmals das neue Haus für Kunst besichtigen und gleichzeitig Emil Noldes auf € 800.000-1.200.000 geschätzte „Landschaft” von 1909 in Augenschein nehmen, die die Premieren-Auktion am 3./4. Dezember anführt.
Auf rund 3.500 qm und drei Etagen entstanden in den vergangenen Monaten in unmittelbarer Nähe zur Neuen Messe München ein hochmoderner Auktionssaal, eine großzügige Ausstellungsfläche, eine Art-Lounge mit Lesebereich, eine Kaffee-Bar mit internationalem Flair und das mit 8 Metern Höhe und 23 Metern Breite wahrscheinlich größte Kunstschaufenster der Welt.
Macke „Ich freue mich sehr, dass dieser Traum jetzt Gestalt angenommen hat und wir mit über 1000qm Ausstellungsfläche ganz viel Platz für die Kunst haben. Damit entsprechen wir einem großen Wunsch unserer Kunden, ebenso wie mit unseren vielfältigen Parkmöglichkeiten. So können Kunstobjekte jetzt auch mit dem Auto direkt ins Haus gefahren werden”, so Robert Ketterer, Bauherr und Inhaber von Ketterer Kunst.

An der Spitze der Premieren-Auktion steht im Bereich Moderne Kunst, neben dem bereits erwähnten Ölgemälde Emil Noldes, in dem der Künstler eine intensiv glühende „Seelenlandschaft” schöpft, und seinem Aquarell „Seebüll unter blau-violettem Himmel” (Taxe: € 140.000-180.000) ein mit € 300.000-400.000 bewertetes Aquarell von August Macke „Frauen am See (Die Landung)” entstand 1913 während eines Ferienaufenthaltes in der Schweiz. Diese Momentaufnahme einer idyllischen, lichtdurchfluteten Szenerie dürfte zahlreiche Kunstliebhaber in ihren Bann ziehen, denn sie strahlt nicht nur Spontanität und Frische, sondern auch Ruhe und Entspannung aus.
Gleiches gilt auch für zwei jeweils mit € 250.000-350.000 taxierte Ölgemälde von Max Liebermann und Hermann Max Pechstein. Während „Der Nutzgarten in Wannsee nach Westen” das reizvolle Nebeneinander von Gemüse und Blumen thematisiert, hat Pechsteins „Nach der Heimkehr” die Darstellung ankommender Fischer zum Inhalt.
Spannung im Auktionssaal läßt auch eine „Cariatide” (Taxe: € 100.000-120.000) von Amedeo Modigliani erwarten. Die um 1911 entstandene Zeichnung mit blauer Kreide und Bleistift steht in einer äußerst erfolgreichen Tradition. So konnte - wie bereits 2006 und 2007 - auch im Juni diesen Jahres ein ähnliches Werk seine Schätzung (€ 120.000) um ein Vielfaches auf den Erlös von € 425.000* heben. Auch Modiglianis Kreidezeichnung „Tte de femme” aus dem Jahr 1913 dürfte für lebhafte Bietgefechte sorgen. Die Taxe liegt bei € 90.000-120.000.
Weitere wichtige Arbeiten im Bereich der Modernen Kunst kommen u.a. von Hanns Bolz („Porträt Flechtheim”, Taxe: € 18.000-24.000), Max Liebermann („Liebespaar..., Taxe: € 70.000-90.000), Franz Marc („Kleine Almstudie”, Taxe: € 150.000-200.000), Wilhelm Morgner („Männerporträt”, Taxe: € 70.000-90.000), Gabriele Münter („Gefleckte Vase”, Taxe: € 140.000-180.000)Pablo Picasso („Bacchanale au taureau noir”, Taxe: € 60.000-80.000), Leo Putz („Friedliche Tage”, Taxe: € 80.000-120.000), Karl Schmidt-Rottluff (Graphikmappe-10 Holzschnitte, Taxe: € 90.000-120.000) und Arnold Topp („Landschaft mit roten Gestalten”, Taxe: € 70.000-90.000).
Klapheck Der Bereich NACH 1945/Zeitgenössische Kunst wird von einer großformatigen Arbeit (230 x 200cm) von Konrad Klapheck angeführt. Sein Ölgemälde entstand 1969 und geht mit einer Schätzung von € 600.000-800.000 an den Start. Mit diesem Werk kehrt der Künstler zum Ursprungsmotiv seiner Malerei, der Schreibmaschine, zurück. „Der Gesetzgeber” beeindruckt durch seine Mehrdeutigkeit. So kann die Arbeit sowohl als Thronsessel, also auch als Kopf interpretiert werden, wobei die Tastatur mit den gotischen Buchstaben in letzterem Fall wohl die Nase darstellt. Neben der Adler-Schreibmaschine diente dem Künstler auch eine Zeichnung William Turners von der Westfassade der Bath Abbey von 1796 als Inspiration und so strahlt die in der Untersicht dargestellte Maschine tatsächlich auch etwas von der Majestät einer gotischen Kirchenfassade aus. Das museale Werk ist eines der wichtigsten Schreibmaschinen-Bilder des Surrealisten Klapheck.

Ganz weit oben angesiedelt ist auch Andy Warhols „Untitled (building)”. Kühl, rein und distanziert strahlt die 1984 entstandene Arbeit mit Kunstharzfarbe und Siebdrucktinten auf Leinwand in ihrer brillanten Farbigkeit eine sehr heitere Atmosphäre aus. Auch wenn Warhols Kunst von einer oberflächlichen Verführung lebt, so berührt sie dennoch sehr tief. Ein kurzer Augenblick genügt, um seine Bilder für immer in unser Gedächtnis einzubrennen. Die Schätzung für das 142 x 106,7 cm große Werk liegt bei € 300.000-500.000.

Für € 150.000-250.000 könnte A.R. Pencks „Ohne Titel (Y/2)” zu haben sein. Die 14-teilige Kunstharz-Arbeit entstand 1977 und zeigt die Formensprache des Künstlers in ihrer ganzen Bandbreite, vom Figurativen bis hin zum Abstrakt-Zeichenhaften. Ein durch Abstraktion und Reduktion geschaffenes Abbild des Menschen in der von ihm selbst geschaffenen Welt ist „Aus: Irak-Serie”, ebenfalls von A.R. Penck. Das Öl auf Leinwand entstand 1985 und geht mit einer Schätzung von € 40.000-60.000 an den Start.

Mehr als eine Erwähnung wert sind, neben Imi Knoebels „Ohne Titel” (Taxe: € 70.000-90.000) und Lucio Fontanas „Concetto Spaziale - 6 Teatrini” (Taxe: € 70.000-80.000) auch Roy Lichtensteins „Roommates”, Sigmar Polkes „Knochen-Mobile” (Taxe: € 50.000-70.000) und Norman Bluhms 2,90 x 3,30m großes Ölgemälde „Cloud Chambers” (Taxe: je € 60.000-80.000).

Darüber hinaus kommen wichtige Arbeiten von Bernard Schultze und Emil Schumacher (Taxe: je € 50.000-70.000), Daniel Richter (Taxe: € 50.000-60.000), Jonathan Meese („Don Knurrhahn (Selbstportrait)”, Taxe: € 45.000-55.000), Norbert Kricke und Tom Wesselmann (Taxe: je € 40.000-60.000) zum Aufruf.

>Abgerundet wird die Premieren-Auktion von zwei Sonderauktionen: Während in der fast schon zur Tradition gewordenen Auktion Seitenwege der dt. Avantgarde über 100 Werke u. a. von Curt Ehrhardt, Moriz Melzer, Hermann Mühlen, Fritz , Louis Seel und Fritz Stuckenberg zum Aufruf kommen, offeriert die Sonderauktion Sammlung Stiftung Kunst und Recht insgesamt 23 Arbeiten der abstrakten Malerei der „Informellen” mit Schätzungen von € 2.000 - € 250.000, die durchweg zum halben Schätzpreis aufgerufen werden. Das Glanzstück der Sammlung ist Emil Schumachers mit € 150.000-250.000 taxierte Arbeit „Mabudan” (siehe separate Pressemeldung).
Auktionsort:
Ketterer Kunst, neues Haus für Kunst, Joseph-Wild-Str. 18, 81829 München.

Auktionsbeginn:
03. Dezember16:30 Uhr Seitenwege der dt. Avantgarde
im Anschluss Moderne Kunst
04. Dezember17:30 UhrSammlung Stiftung Kunst und Recht
im Anschluss NACH 1945/Zeitgenössische Kunst

Die Vorbesichtigung ist zu folgenden Terminen möglich:
Mo 17. November - Do 20. November, 11-17 Uhr (ausgewählte Werke)
Ketterer Kunst, Meßberg 1, Hamburg

Sa 22. November - Fr 28. November, 11-19 Uhr (ausgewählte Werke)
Ketterer Kunst, Fasanenstr. 70, Berlin

Sa 29. November, 11-18 Uhr (alle Werke)
So 30. November, 11-18 Uhr, ab 11 Uhr Adventsbrunch
Mo 01.- Di 02. Dezember, 10-20 Uhr
Ketterer Kunst, Joseph-Wild-Str. 18, München-Riem
* Der Erlös entspricht dem Zuschlagspreis + 18 Prozent bei Zuschlägen über € 200.000
Presseanfragen: Kundenanfragen:
Ketterer Kunst Ketterer Kunst
Joseph-Wild-Str. 18 Joseph-Wild-Str. 18
81829 München 81829 München
Michaela Derra  
Telefon:089-55244-152 (Fax: -166) Telefon:089-55244-0 (Fax: -166)
E-Mail: m.derra@kettererkunst.de E-Mail: info@kettererkunst.de