Ein Jahr nach der Premieren-Auktion
Qualität ist Trumpf: Auktion bei Ketterer Kunst in München
Wassily Kadinsky Wassily Kadinsky
Park im Herbst. Um 1903
Öl auf Malpappe
24 x 31,8 cm (9.4 x 12.5 in)
Schätzpreis: € 190.000-220.000


München, 23. Oktober 2009, (kk) - „Kunst als Investitionsgut ist gefragter denn je. Voraussetzung für die Kaufentscheidung ist jedoch beste Qualität”, so Robert Ketterer, Auktionator und Inhaber von Ketterer Kunst. So mancher dürfte also am 12. Dezember fündig werden, denn das Angebot der Münchner Auktionen ist sehr vielversprechend.
Die thematischen Schwerpunkte sind:
1. Moderne Kunst
2. Alte und Neuere Meister
3. NACH 1945/Zeitgenössische Kunst

zu 1. Moderne Kunst
Angeführt wird diese Abteilung von Wassily Kandinskys 1903 entstandenem Ölgemälde „Park im Herbst”. Die frühen Parklandschaften des Moskauer Künstlers sind in ihrer Farb- und Formgebung ganz vom Spätimpressionismus beeinflusst. Kandinskys auf farbliche Harmonie ausgerichtete Malweise ist das Ergebnis eingehender Naturstudien. Die Schätzung für das ausdrucksvolle Werk liegt bei € 190.000-220.000.

Ebenfalls ganz oben steht mit einer Schätzung von € 140.000-180.000 Max Beckmanns 1913 entstandenes Ölgemälde „Idioten”. In expressiver Pinselführung und starken Hell-Dunkel-Kontrasten wird der Betrachter hier mit einer rätselhaften Szene konfrontiert. Ungewöhnlich abrupt angeschnitten sind ein Krankenlager mit zwei Personen im Vordergrund sowie eine vage angedeutete Figurengruppe im Hintergrund dargestellt. Der Experte Klaus Gallwitz schreibt dazu im September 1999: „In der beunruhigenden Doppelgesichtigkeit der „Idioten” kündigt sich der Bruch mit den überkommenen Regeln der Malerei an, unübersehbar aber auch die Formulierung einer neuen Existenzerfahrung des Menschen, auf die sich das kommende Werk des Künstlers gründet”.

Über die Qual des Alltäglichen hinausweisen wollen Alexej von Jawlenskys abstrakte Köpfe. Wie auch die Meditationen, die ihnen später folgen, sind die Köpfe Ausdruck eines tief im Glauben verwurzelten Seins. Die Suche nach der Reinheit des Transzendenten spiegelt sich auch in dem 1932 entstandenen Ölgemälde „Abstrakter Kopf” wider, der auf der Rückseite unter anderem mit einer Widmung für Lisa Kümmel versehen ist. Eher weltlich ist die Taxe, die bei € 100.000-150.000 angesiedelt ist. Zudem kommt eine „Meditation” (Taxe: € 30.000-40.000) desselben Künstlers aus dem Jahr 1935 zum Aufruf.

Während Giorgio de Chirico in seiner „Piazza d'Italia” (Öl über einer Lithografie) durch die Vermengung unterschiedlichster Stilelemente und Kulturen Europas von der Klassik bis zur Neuzeit, eine Art mystischen Schwebezustand erzeugt, wirkt Otto Muellers „Wald am Fluss” (Leimfarbe auf Rupfen) sehr erdverbunden. Die Bildkomposition mit dem dicht bestandenen Wald, der gleich einem Urwald unberührt von Menschenhand erscheint, ruht völlig in sich. Beide Werke, ebenso wie Karl Schmidt-Rottluffs in kraftvoller Palette gehaltenes Ölgemälde „Dunkles Symbol” gehen mit einer Schätzung von € 90.000-120.000 an den Start.
zu 2: Alte und Neuere Meister
Kuhnert Friedrich Wilhelm Kuhnert
Löwe im Kampf mit einem Kaffernbüffel. Um 1925
Öl auf Leinwand. 193 x 305 cm (75.9 x 120 in)
Schätzpreis: € 90.000-120.000
Eröffnet werden die Dezemberauktionen mit der Abteilung der Alten und Neueren Meister, an deren Spitze mit einer Taxe von € 90.000-120.000 ein mit 193 x 305 cm außergewöhnlich großes Ölgemälde von Friedrich Wilhelm Kuhnert steht. Als erster Tiermaler wendet sich Kuhnert entschieden von der Ateliermalerei ab und sammelt seine Eindrücke in freier Natur, unter anderem auf zahlreichen Reisen nach Ägypten, Ostafrika und Indien. Die um 1925 entstandene Arbeit „Löwe im Kampf mit einem Kaffernbüffel” ist ein besonders überzeugendes Beispiel für die Meisterschaft des Künstlers.

Zu den weiteren Höhepunkten dieser Abteilung zählt die äußerst seltene Bronzearbeit „Bambina che ride” (Taxe: 30.000-50.000) von Medardo Rosso aus dem Jahr 1889 und ein Gemälde von Timoleon von Neff. Sein 65,5 x 44,5 cm (25.7 x 17.5 in) großes „Bildnis einer jungen Frau” kommt mit einer Schätzung von € 25.000-30.000 zum Aufruf.

Abgerundet wird das Angebot neben Franz von Defreggers „Sonntagsruhe” (Taxe: € 18.000-24.000) unter anderm von einer Vielzahl exzellenter Druckgrafik-Arbeiten z.B. von Giovanni Antonio da Brescia, Niccol della Casa, James Ensor, Lucas van Leyden, Francesco Piranesi und David Vinckboons.
zu 3: NACH 1945/Zeitgenössische Kunst
Mit einer Schätzung von € 100.000-150.000 steht ein 1963 entstandenes und mit seinen beeindruckenden Maßen von 220 x 200 cm auch im wörtlichen Sinne „Grosses blaues Bild” von Horst Antes an der Spitze dieser Abteilung. Seine museale Qualität, ebenso wie das ungewöhnliche Format - laut www.artnet.de war bisher noch keine Arbeit von Antes in dieser Größe auf dem Markt - machen dieses Werk einzigartig. Zudem kommen zwei weitere Aquatec-Arbeiten, „Ocker-Figur mit Wunde” und „Stempelbild”, desselben Künstlers zum Aufruf. Sie könnten vielleicht schon für je € 40.000-60.000 zu haben sein. .

Ebenfalls zu den Toplosen zählt Günther Ueckers mit € 80.000-120.000 angesetzte Nagelarbeit „Field” (Feld) von 1977. Die Intensität des Schaffensprozesses wird in diesem 120 x 120 x 12 cm großen Werk besonders deutlich.
Tom Wesselmann Tom Wesselmann
Study for Nude Lithograph. 1976. Aquarell über Bleistift
26 x 37,5 cm (10.2 x 14.7 in).
Schätzpreis: €  60.000 - 80.000


Während Tom Wesselmanns Aquarell „Study for Nude Lithograph” (Taxe: € 60.000-80.000 sowohl ein Rausch der Farbe als auch der Sinne ist, inszeniert Kenneth Nolands „Kunzite” (Taxe: € 50.000-70.000) die Farbe als reine Sinneswahrnehmung. Noland führt hier dem Betrachter die Emanzipation der Farbe in beeindruckender Konsequenz vor Augen.

Auch Martin Kippenbergers „Ohne Titel (Aus: Uno di voi, un Tedesco in Firenze)” von 1976 dürfte für Spannung im Auktionssaal sorgen. Die Schätzung für das 60 x 50 cm (23.6 x 19.6 in) große Ölgemälde liegt bei € 40.000-60.000.
Vorbesichtigung:
Ausgewählte Werke werden gezeigt:
09. Nov. 11-19 Uhr POST FINE ARTS, Brombergstr. 17, Freiburg
11. Nov. 11-19 Uhr Stiftung Kunst und Recht, Hechinger Str. 67 Tübingen
14. Nov. 11-18 Uhr Kunsthandel Michael Draheim, Taunusstr. 9, Wiesbaden
16. Nov. 11-18 Uhr F. G. Conzen GmbH, Völklinger Str. 24, Düsseldorf
18. Nov. 11-20 Uhr Ketterer Kunst, Am Meßberg 1, Hamburg
19. Nov. 11-16 Uhr Ketterer Kunst, Am Meßberg 1, Hamburg
21.-28. Nov. Sa/So 11-16 Uhr
werktags
11-19 Uhr
Ketterer Kunst, Fasanenstr. 70, Berlin
03. Dez. 10-18 Uhr Galerie & Edition Bode GmbH, Kaiserstr. 32/1, Nürnberg
Alle Werke werden gezeigt:
05.-11. Dez. Sa/So 11-17 Uhr
werktags
10-18 Uhr
Ketterer Kunst, Joseph-Wild-Str. 18, München-Messe
Auktion:
12. Dez.ab 11 Uhr Alte und Neuere Meister
im Anschluss Moderne Kunst
im Anschluss NACH 1945/Zeitgenössische Kunst
Ketterer Kunst, Joseph-Wild-Str. 18, München-Messe


Presseanfragen: Kundenanfragen:
Ketterer Kunst Ketterer Kunst
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81829 München 81829 München
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