Raum für Entdeckungen
Alte Kunst auf dem Vormarsch
München, 26. April 2010, (kk) - Alte und Neuere Meister sind gefragter denn je. Das zeigt der Erlös von rund € 700.000* für die Auktion vom 23. April 2010. „Mit diesem Ergebnis haben wir bereits jetzt rund € 100.000* mehr erwirtschaftet als im Herbst 2009, wobei jedes verkaufte Objekt eine durchschnittliche Steigerung von 185 Prozent** erzielte”, so Robert Ketterer, Auktionator und Inhaber von Ketterer Kunst. Und weiter: „Maßgeblich sind hier zwei Faktoren: Zum einen beflügelt die Verdichtung unserer Offerte in diesem Bereich auf zwei Auktionen pro Jahr die Nachfrage. Zum anderen lassen Qualität des Angebots, Seriosität der Katalogisierung sowie attraktive Schätzpreise Raum für neue Entdeckungen”.
Hendrik Willem Mesdag TOP-LOS der Auktion:
Hendrik Willem Mesdag
Die Rückkehr der Fischer.
1890er Jahre
Öl auf Holz, 51x39,3 cm (20x15.4 in)
Erlös: € 144.000*
Steigerung: 295 Prozent
**
Top 5
€ 144.000* Aufruf: € 30.000
Nr. 187: H.W. Mesdag - Die Rückkehr der Fischer
€ 90.000* Aufruf: € 10.000
Nr. 115 Karl Blechen Verwitterter Baumstamm
€ 73.000* Aufruf: € 12.000
Nr. 114: Karl Blechen Gemäldepaar: Märkische Landschaft
€ 60.000* Aufruf: € 1.000
Nr. 142: Frankreich Bildnis eines Mannes
€ 33.000* Aufruf: € 12.000
Nr. 113: Karl Blechen Blechen auf der Wanderschaft
Eröffnet wurden die Frühjahrs-Auktionen am 23./24. April 2010 von der Abteilung der Alten und Neueren Meister, an deren Spitze sich das eindrucksvolle Ölgemälde „Die Rückkehr der Fischer” (Los 187) von Hendrik Willem Mesdag schwang. Bei einem Aufruf von € 30.000 wetteiferten Saal, Auftragsbuch und Telefone, wobei acht der Interessenten aus den Niederlanden stammten. Schließlich war es jedoch ein Sammler aus dem süddeutschen Raum, der den Erlös von € 144.000* und damit fast das Fünffache des Aufrufpreises, bewilligte.

Eine noch höhere Steigerung erfuhr kurz zuvor Karl Blechens 25,8 x 20 cm großes Ölgemälde „Verwitterter Baumstamm” (Los 115) (Aufruf € 10.000), für das ein schweizer Sammler den Erlös von € 90.000* bot. Extra angereist, nahm er auch das mit 4,4 x 8,2 cm sehr handliche Aquarell „Blechen auf der Wanderschaft” desselben Künstlers mit nach Hause, das er mit dem Erlös von € 33.000* honorierte. Fast noch erfolgreicher war Blechens dritte Arbeit, die aus dem „Gemäldepaar: Märkische Landschaften” (Los 114) bestand und für den Erlös von € 73.000* einem Berliner Sammler zugesprochen wurde.

Eine der wohl größten Entdeckungen der Auktion dürfte das 46 x 37,5 cm große „Bildnis eines Mannes” sein. Mit einer Schätzung von € 1.200-1.500 war das qualitativ hochwertige Ölgemälde aus dem 19. Jahrhundert nicht nur äußerst attraktiv geschätzt, sondern man hatte, zugunsten der klaren Aussage, dass das Werk aus Frankreich stamme, auch auf jede Art von Zuschreibungen verzichtet. Nur die hervorragende Provenienz Sammlung Alfred Strölin, Paris und Lausanne, ließ erahnen, dass man für dieses Werk schon etwas tiefer in die Tasche greifen müsste. Beweis war das heftige Bietgefecht, das unmittelbar nach dem Aufruf entbrannte und erst von einem belgischen Händler am Telefon mit dem Erlös von € 60.000* zum Stillstand gebracht wurde.

Zwar mit Spannung erwartet, aber dennoch für die ein oder andere Überraschung gut waren die elf Arbeiten von Christian Friedrich Gille. Allein Auftragsbuch und Telefonleitungen verbuchten 60 Interessenten. Der voll besetzte Saal tat ein Übriges und so kletterte gleich die erste „Baum-Studie” (Los 145) des Künstlers von geschätzten € 1.500-2.000 auf den stattlichen Erlös von rund € 26.000*. Ein süddeutscher Sammler setzte sich mit dieser Versiebzehnfachung der Taxe gegen weit über ein Dutzend Konkurrenten aus dem In- und Ausland durch. Mehr als das Neunfache der Schätzung von € 1.200-1.500 erzielte auch die „Kürbis-Studie” (Los 148), die einem norddeutschen Händler für den Erlös von € 11.000* zugesprochen wurde.

Mit Gespür für das Besondere reiste eine Dame aus Italien an. Eine mit € 800 aufgerufene „Flusslandschaft”, die in der Nachfolge von Herman Saftleven entstand, hatte es ihr angetan. Nach einem erbitterten Bietgefecht setzte sie sich mit ihrem Gebot von € 7.300* gegen mehrere Händler aus Deutschland und einen Sammler aus Frankreich durch.

Ausnahmslos abgesetzt, und dies meist deutlich über dem Aufrufpreis, wurden die acht Werke von Albrecht Dürer. Gleiches galt neben den vier Arbeiten von Francisco de Goya, für die sich im Duchschnitt rund ein halbes Dutzend Bieter interessierten, auch für die vier angebotenen Werke von Harmensz. van Rijn Rembrandt, dessen Radierung „Christus, die Händler aus dem Tempel treibend” besonders beliebt war und den Erlös von über € 6.000* erzielte.
Mehr als eine Erwähnung wert sind zudem:
Losnr. Küstler (Technik) Titel Aufruf Erlös
157 Gurard (Öl) Die Eremitage von € 15.000 € 18.300*
26 Deutschland (Öl) Gemäldepaar:Früchtestillleben € 3.000 € 6.100*
123 Compton (Aquarell) Grünersee-Tal ... € 1.200 € 4.600*
65 Niederlande (Öl) Der Brillenverkäufer € 2.000 € 5.500*
173 Klein (Radierung) Die Maler auf der Reise € 600 € 2.600*

Die bei der Frühjahrs-Auktion unverkauften Objekte können bis Ende Juni 2010 im Nachverkauf erworben werden. Ergebnislisten zur Auktion sind telefonisch unter 089-55244-0 erhältlich.
* Der Erlös entspricht dem Zuschlagspreis + 22 Prozent Aufgeld
** Die Prozentangabe bezieht sich auf das Verhältnis von Aufrufpreis (Mindestzuschlagspreis) zu Zuschlag.

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