400. Auktion
Feiern mit den Großen der Kunst
München, 30. Oktober 2012, (kk) – Alexej von Jawlensky, Max Liebermann, Roy Lichtenstein und Gerhard Richter sind nur einige der bedeutenden Künstler, die bei der 400. Auktion von Ketterer Kunst am 8. Dezember mit ihren Meisterwerken vertreten sein werden.
Jawlwnsky
Alexej von Jawlensky - Wasserburg. Öl auf Karton. Um 1906. 27,8 x 52 cm (10.9 x 20.4 in).
Schätzpreis: € 200.000-300.000

Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen

1) Moderne Kunst und 2) NACH 1945/Zeitgenössische Kunst
1) Moderne Kunst

An der Spitze dieser Abteilung steht Hermann Pechsteins beeindruckendes Werk „Die Quelle”. Die mit € 300.000-500.000 bewertete Ölarbeit ist eines der frühesten uns heute bekannten Gemälde des Künstlers, welches zu einem außerordentlich wichtigen Zeitpunkt entstand, nämlich 1906, als Pechstein der Künstlergruppe „Die Brücke” beitrat. Die im Sezessionsstil gestaltete Arbeit feiert die Schönheit der weiblichen Gestalt ebenso wie ihre lebensspendenden Kräfte, ihre Rolle als Verführerin, als Göttin und als Mutter Erde sowie - nicht zuletzt als Muse des Künstlers.

Neben Heinrich Campendonks um 1913 in Öl gemaltem Werk „Zwei Pferde”, welches sich meisterlich in der Schwebe zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit behauptet, besticht auch Alexej von Jawlenskys um 1906 entstandene „Wasserburg” im typischen Farbkanon von differenzierten Rot- und Blautönen, die bereits leicht ins Violette spielen. Beide Werke gehen mit einer Taxe von je € 200.000-300.000 an den Start.

Etwas darunter liegt mit einem Schätzpreis von € 180.000-240.000 Max Liebermanns 1912 entstandene Arbeit „Aus dem Grunewald”, die die Wechselwirkung von Licht und Schatten äußerst gelungen vermittelt. Ein besonderer Reiz des Ölgemäldes liegt in seiner skizzenartigen Anlage, die Liebermanns meisterhaftes Können zum Ausdruck bringt, den Entwurf so zu formulieren, dass er zu einer endgültigen Aussage wird.

Ebenfalls ganz oben angesiedelt sind gleich mehrere Werke von Gabriele Münter. So bestechen besonders die beiden Landschafts-Ölgemälde „Kirche an der Ramsach” (Taxe: € 150.000-200.000) und „Narvik Hafen” (Taxe: € 120.000-150.000). Das Naturerlebnis lag auch Emil Nolde, der mit fast einem Dutzend Arbeiten vertreten ist, sehr am Herzen. Wenn er den Pinsel ansetzt, um eines seiner Blumenaquarelle (z.B. „Sonnenblumen und Rittersporn”, Taxe: € 120.000-160.000) zu malen, dann tut er dies mit der Emphase des Bewunderers der naturgegebenen Farbintensität. Mit seiner einzigartigen Technik gelingt es ihm immer wieder, Außergewöhnliches auf Papier zu bannen.

Sehr spannend ist zudem das mit € 120.000-150.000 bewertete „Liebespaar” von Egon Schiele. Die erotische Darstellung, in der der Künstler das scheinbar Pornographische der Szene mit klarer Linearität und Federführung neutralisiert, ist seinem Freund und späteren Schwager, Anton Peschka, gewidmet. Dass das Motiv kein Hindernis für die Widmung darstellte, zeugt von dem engen freundschaftlichen Verhältnis der beiden Künstler.

Begeistern dürften in dieser Abteilung neben den jeweils mit € 120.000-150.000 geschätzten Arbeiten von Heinrich Campendonk („Mariä Verkündigung”) und Franz Radziwill („Dangast vom Meere aus”) zudem Werke von Ernst Barlach, Max Beckmann, Lyonel Feininger, Ernst Ludwig Kirchner und Auguste Rodin.
2) NACH 1945/Zeitgenössische Kunst
Richter
Gerhard Richter
Abstraktes Bild. 1980. Öl auf Holz. 40,1 x 60 cm (15.7 x 23.6 in)
Schätzpreis: € 350.000-450.000
Diese Abteilung wird von einem fulminanten, kompromisslos leuchtenden Werk Gerhard Richters angeführt. Im Rahmen der ab 1976 geschaffenen „Abstrakten Bilder” ist das Ölgemälde Teil eines radikalen Neuaufbruchs, der nach den zuvor entstandenen „grauen Bildern” eine lebendig pulsierende Farbigkeit zum Ausdruck bringt. Die Taxe liegt bei € 350.000-450.000.

Unter den Top-Losen befindet sich auch Emilio Vedovas „Plurimo su binario” von 1977/78. Bei dem auf Schienen bewegbaren Kunstwerk handelt es sich um ein äußerst seltenes und mit unterschiedlichen Techniken bearbeitetes Raumgestell aus Holzbrettern mit Eisenscharnieren, das mit einer Schätzung von € 150.000-200.000 zum Aufruf kommt.

Während Roy Lichtenstein mit seinen „Two Nudes” (Taxe: € 150.000-180.000) die Lichteffekte der Gesamtszene zum Thema der Gestaltung nimmt, will Pierre Soulages mit seiner „Peinture 54x56 cm, 30. septembre 1975” nicht weniger als die „ganze Komplexität und den Reichtum dieses Lebens”* vermitteln. Die Komposition beeindruckt vor allem durch die Schattierungen von tiefem Schwarz und leuchtendem Blau, den freien Gestus und die Struktur der teils pastos, teils dünn aufgetragenen Farbe. Da erscheint die Taxe von € 120.000-150.000 eher sekundär.

Weitere Werke kommen u.a. von Willi Baumeister („Helle Bewegung 3”, Taxe: € 100.000-150.000), Damien Hirst („Beautiful Flora Lunacy Painting2, Taxe: € 100.000-120.000), Hans Hartung, Karl Otto Götz, Heinz Mack, Ernst Wilhelm Nay und Günther Uecker.
Vorbesichtigung:
06./07.Nov. Hamburg Ketterer Kunst, Holstenwall 5
17./18. Nov. Frankfurt Galerie Barbara von Stechow, Feldbergstr. 28
20.-22. Nov.DüsseldorfKetterer Kunst, Malkstenstr. 11
24.-30. Nov. BerlinKetterer Kunst, Fasanenstr. 70
02.-07. Dez. MünchenKetterer Kunst, Joseph-Wild-Str. 18




Auktion:
08. Dezember,       Moderne Kunst
                                 NACH 1945/Zeitgenössische Kunst

* Pierre Soulages in einem Gespräch mit Charles Juliet, zit. nach Künstler Kritisches Lexikon der Gegenwartskunst, Ausg. 41, Heft 7, S.15

Ketterer Kunst hat sich seit seiner Gründung im Jahr 1954 als einer der wichtigsten Kunst- und Buchversteigerer mit dem Stammsitz in München und einer Dependance in Hamburg etabliert. Galerieräume in Berlin sowie Repräsentanzen in Heidelberg, Düsseldorf und Modena (Italien) tragen entscheidend zum Geschäftserfolg bei. Außerdem finden immer wieder Ausstellungen, Sonder- und Benefizauktionen sowie Online-Auktionen statt. Robert Ketterer ist Auktionator und Inhaber von Ketterer Kunst.


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