Die Sammlung Schiefler
Expressionismus in seiner besten Form
KirchnerErnst Ludwig Kirchner
Kleines Variete mit Sängerin. 1912
Holzschnitt, koloriert. 27,3 x 24 cm
Schätzpreis: € 40.000-60.000
München, 12. März 2013, (kk) Er gilt als Garant für wahre Kennerschaft der Kunst des angehenden 20. Jahrhunderts. Gustav Schiefler sammelte jedoch nicht nur mit einem scharfen Verstand, sondern auch mit dem Herzen und dem richtigen Bauchgefühl. Am 19. April wird nun nach dem äußerst erfolgreichen Teil 1 im Jahr 2011 ein weiterer spannender Part dieser umfangreichen Sammlung bei Ketterer Kunst in München versteigert.
Wer so wie Gustav Schiefler der Sammelleidenschaft verfallen ist, dem ist kein Opfer zu hoch um ein wichtiges Kunstwerk zu erwerben: „Ich legte eine Kupferstichkasse an, in der ersparte Beträge () gesammelt wurden. Auf Fußtouren versagte ich mir Erfrischungen, vermied es mit der elektrischen Bahn zu fahren...”*, so Schiefler selbst. Doch der Kunstliebhaber begnügte sich nicht nur mit dem Erwerb der Werke. Er knüpfte auch enge Kontakte mit den Künstlern selbst und wurde so nach und nach zum intimen Kenner des Œuvres u.a. von Karl Schmidt-Rottluff und Erich Heckel. Die enge Verbundenheit mit vielen Künstlern führte ihn sogar noch einen Schritt weiter, so dass er die maßgeblichen Werkverzeichnisse der Druckgrafik beispielsweise von Max Liebermann, Edvard Munch, Emil Nolde und Ernst Ludwig Kirchner verfasste.

Der Holzschnitt „Kleines Variete mit Sängerin” von Ernst Ludwig Kirchner zählt zu den unbestrittenen Glanzlichtern dieser Sonderauktion. Das 1912 entstandene Blatt ist eines von wenigen kolorierten Exemplaren und wird erstmals auf dem internationalen Auktionsmarkt angeboten.** Das im Holzschnitt ausgearbeitete Motiv hatte der Künstler bereits am 25.11.1911 auf einer Postkarte an Gustav Schiefler festgehalten. Die Schätzung liegt bei € 40.000-60.000. Neben der Kreidezeichnung „Skizze Redslob” und dem Holzschnitt „Die Entscheidung” (Taxen: je € 8.000-10.000) bestechen noch zehn weitere Arbeiten von Kirchner, allen voran der ebenfalls 1912 entstandene Holzschnitt „Elisabeth-Ufer (Berlin)”, der mit einer Taxe von € 20.000-30.000 an den Start geht. Das motivgleiche Gemälde „Rotes Elisabeth Ufer” aus dem Jahr 1912/13 (Gordon 275) befindet sich in der Sammlung der Pinakothek der Moderne, München.

Besonders betörend ist mit ihrer exotischen Anmutung die von Hermann Max Pechstein 1909 gefertigte, zum Teil handkolorierte und sehr seltene Farblithografie „Mann und Weib”. Das 51,3 x 42 cm große Blatt bereichert die Offerte mit einer Taxe von € 30.000-40.000.

Für Spannung im Auktionssaal dürfte auch ein Dutzend Werke von Karl Schmidt-Rottluff sorgen, das neben der charmanten Lithografie „Weißes Mädchen” und dem Holzschnitt „Stralsunder Türme” (Taxe je: € 15.000-20.000) von einer 1910 entstandenen „Szene” angeführt wird. Das 29,4 x 38,4 cm große Blatt, bei dem es sich wohl um eines von maximal 10 Exemplaren des attraktiven Holzschnitts handelt, ist mit einer Schätzung von € 25.000-35.000 bewertet.

Ebenfalls ganz oben angesiedelt sind die Arbeiten von Rolf Nesch, in denen sich der stilistische Einfluss Ernst Ludwig Kirchners widerspiegelt. Neschs farbiger Metalldruck einer „Hafenbrücke” stammt aus einer Auflage von nur acht Exemplaren, die 1932 entstand und nun mit einer Taxe von € 20.000-30.000 zum Aufruf kommt. Im selben Jahr und in der gleichen niedrigen Auflage entstand auch „Frau auf der Brücke”. Dieser Metalldruck könnte vielleicht schon für die Schätzung von € 15.000-20.000 zu haben sein.

Nicht zu vergessen sind natürlich auch die Arbeiten von Emil Nolde, mit dem Gustav Schiefler in einer sehr engen Freundschaft verbunden war. Der norddeutsche Künstler ist gleich mit 15 Werken vertreten, allen voran sein 1910 entstandenes Aquarell „Apostelkopf”, das mit einer Schätzung von € 10.000-15.000 an den Start geht.

Weitere wichtige Namen dieser einzigartigen Kollektion sind: Ernst Eitner, Paul Gangolf, Werner Gothein, Erich Heckel, Arthur Illies, Leopold von Kalckreuth, Wilhelm Laage, Max Liebermann, Edvard Munch, Heinrich Stegemann und Albert Welti.
Vorbesichtigung:
14. bis 18. April MünchenKetterer Kunst, Joseph-Wild-Str. 18




Auktion:
19. April, 13 Uhr              Moderne Kunst
19. April, im Anschluß    Aus der Sammlung Schiefler II
20. April,                             NACH 1945/Zeitgenössische Kunst


Ketterer Kunst hat sich seit seiner Gründung im Jahr 1954 als einer der wichtigsten Kunst- und Buchversteigerer mit dem Stammsitz in München und einer Dependance in Hamburg etabliert. Galerieräume in Berlin sowie Repräsentanzen in Heidelberg, Düsseldorf und Modena (Italien) tragen entscheidend zum Geschäftserfolg bei. Außerdem finden immer wieder Ausstellungen, Sonder- und Benefizauktionen sowie Online-Auktionen statt.

*   Gustav Schiefler. Meine Grafiksammlung ergänzt und herausgegeben von Gerhard Schack,
    Hamburg 1974, S. 11
**  Quelle:nbsp;   www.artnet.de


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