Auktion Kunst des 15.-19. Jahrhunderts
Holland beflügelt Alte Kunst
München, 24. Mai 2014, (kk) Für einen gelungenen Jubiläumsauftakt in München sorgte die Auktion Alte Meister & Kunst des 19. Jahrhunderts. Neben reger Beteiligung aus Deutschland waren vor allem die Niederländer und die Polen besonders bietfreudig. Sie sorgten für teils ganz enorme Steigerungen. Der Gesamterlös lag bei fast€ 1 Million.
Mieris
Frans van Mieris d. Ä. (zugeschr)
Interieur mit zwei Damen, ca. 1670
Kreidezeichnung, 11,5 x 8 cm (4.5 x 3.1 in)
Erlös: € 83.000*
Top 5

€ 83.000* Aufruf: € 320
Nr. 45: Frans van Mieris d. Ä. - (zugeschr.)
Interieur mit zwei Damen

€ 76.000* Aufruf: € 1.600
Nr. 62: Flämisch - Schiffsflotte vor der Küste

€ 65.000* Aufruf: € 24.000
Nr. 222: Alfred von Wierusz-Kowalski - Glückliche Kutschfahrt

€ 55.000*  Aufruf: € 40.000
Nr. 248: Franz von Defregger - Die Werbung

€ 39.000*  Aufruf: € 20.000
Nr. 168: Ferdinand Olivier - Campagnalandschaft mit befestigter Stadt

€ 39.000*  Aufruf: € 20.000
Nr. 255: Alexander Koester - Sechs Enten am Teichufer

Teuerstes Werk der gesamten Auktion wurde die ca. 1670 entstandene und Frans van Mieris d.Ä zugeschriebene Kreidezeichnung „Interieur mit zwei Damen” (Los 45). Die etwa postkartengroße Arbeit hatte es besonders den Niederländern angetan. Erst nach einem sehr langen und hitzigen Bietgefecht konnte sich ein von dort angereister Händler das bezaubernde Blatt bei einem Erlös von € 83.000* sichern. Das entspricht mehr als dem 250fachen des Aufrufpreises und verwies die weiteren Interessenten im Saal und an den Telefonen auf die Plätze.

Fast das 50fache des Aufrufs erzielte nur wenig später ein flämisches Ölgemälde. Derselbe holländische Händler bewies auch hier große Ausdauer, als er eine um 1600 entstandene „Schiffsflotte vor der Küste” (Los 62) von geschätzten € 2.000-3.000 auf € 76.000* hob und sowohl den deutschen Handel als auch seine zahlreich an den Telefonen bietenden Landsleute hinter sich zurückließ.

Platz 3 im Bereich der Alten Meister geht an die aus der Schule Sodomas (Giovanni Antonio Bazzis) stammende „Heilige Familie mit Johannesknaben” (Los 59). Ein Sammler aus der italienischen Schweiz trug hier den Sieg davon, indem er sich erfolgreich gegen den Saal und telefonische Konkurrenz aus Russland und Großbritannien durchsetzte. Er ergatterte das mit € 12.000 aufgerufene Ölgemälde für den Erlös von€ 26.000*

Neben einem aus dem Umkreis des Jacob Isaacksz. van Ruisdael stammenden Landschaftsgemälde (Los 65), das einer Sammlerin aus England für den Erlös von € 22.500* zugesprochen wurde und einem im Italien des 17. Jahrhunderts entstandenen „Porträt eines Orientalen” (Los 72), das sich ein Neukunde aus Italien für den Erlös von € 18.750* sicherte (Aufruf: € 5.000) sowie den berühmten 80 Blättern Francisco de Goyas aus seiner Folge „Los Caprichos” (Los 32), die für den Erlös von € 10.000* nach Großbritannien wanderten, begeisterten vor allem auch die Holzschnitte Albrecht Dürers. Sie konnten durchweg mit hohen Steigerungen meist in die USA, aber auch nach Süddeutschland und in die Schweiz abgesetzt werden.

Während in der Kunst des 19. Jahrhunderts Carl Blechens Lithografie „Mühle bei Amalfi” (Los 80), die gegen Interesse aus Großbritannien und Bieter aus ganz Deutschland an einen Sammler im Taunus für den Erlös von € 32.000* (Taxe: € 3.000-4.000) ging, einen gelungenen Auftakt machte, wetteiferten beim Top-Lot dieser Sparte vor allem Sammler aus Polen.

Alfred von Wierusz-Kowalskis „Glückliche Kutschfahrt” (Los 222) führt zurück in die Heimat des Künstlers. Seine Landsleute standen Schlange, als das ca. 1890/1900 entstandene Ölgemälde zum Aufruf kam. Das heftige Bietgefecht konnte erst bei einem Erlös von€ 65.000* gestoppt werden, was fast einer Verdreifachung des Aufrufpreises von € 24.000 gleichkommt.

Fast dem Vierfachen des Aufrufs entspricht der Erlös von € 14.000*, den ebenfalls ein polnischer Sammler für die unmittelbar zuvor aufgerufene Arbeit von Waldemar Los erübrigte. Er sorgte mit dem Zuschlag für das Ölgemälde „Zwei Kosaken zu Pferde” (Los 221) nicht nur bei einem runden halben Dutzend seiner Landsleute, sondern auch bei Sammlern aus den USA für Enttäuschung.

Platz 2 in der Kunst des 19. Jahrhunderts nimmt Franz von Defregger ein, der mit seinem Ölgemälde „Die Werbung” (Los 248) vor allem das deutsche Publikum ansprach. So verblieb das mit € 40.000 aufgerufene Werk schließlich bei einem Erlös von € 55.000* nicht ganz unerwartet in Süddeutschland.

Einen weiteren Topplatz teilen sich mit dem Erlös von € 39.000* je ein Werk von Alexander Koester und von Ferdinand Olivier. Während die „Sechs Enten am Teichufer” (Los 255) von ersterem in den hohen Norden nach Schleswig-Holstein abgegeben wurden, verblieb die „Campagnalandschaft mit befestigter Stadt” (Los 168) im Süden der Republik.

Weitere schöne Ergebnisse:
Losnr. Küstler (Technik) Titel Aufruf      Erlös
269 Koester (Öl) Enten im See € 29.000 € 35.000*
272 Kips (Öl) Belebte Pekinger Straßenszene € 3.200 € 25.000*
260 Compton (Öl)   Bei Kaprun: Mooserbodental ... € 16.000 € 20.000*
179 Bürkel (Öl) Beim Hufschmied im Gebirge € 15.000 € 19.000*
235 Zügel (Öl) Schafe im Pferch € 5.600 € 16.000*

Die bei den Auktionen unverkauften Objekte können bis Ende Juni 2014 im Nachverkauf erworben werden. Ergebnislisten zur Auktion sind telefonisch unter 089-552440 erhältlich.

* Der gerundete Erlös entspricht dem Zuschlagspreis
                         + 25 % Aufgeld bei Zuschlägen bis € 25.000 und
                         + 22 % bei Zuschlägen von € 25.001bis € 500.000 und
                         + 20 % Aufgeld bei Zuschlägen ab € 500.001.
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