Auktion Wertvolle Bücher
Biblische Raritäten
Biblia germanica
Biblia germanica
Neunte Deutsche Bibel. Nürnberg 1483
Schätzpreis: € 60.000
Hamburg, 20. Oktober 2014 (kk) Sie ist eines der bedeutendsten deutschen Holzschnittbücher der Frühdruckzeit. Nun wird die Neunte Deutsche Bibel, die einzige von Anton Koberger, dem Taufpaten von Albrecht Dürer, gedruckte deutsche Bibelausgabe in der Auktion Wertvolle Bücher am 17./18. November bei Ketterer Kunst in Hamburg versteigert.
Das äußerst gut erhaltene Exemplar aus dem Jahr 1483 bietet mit einer gefälligen neuen Druckschrift und seinen 109 Textholzschnitten, von denen 21 in leuchtendem Verlagskolorit gehalten sind, ein extrem ansprechendes Erscheinungsbild, das durch seine Pracht und Lebendigkeit damals wie heute die Betrachter in seinen Bann zieht. Die Koberger-Bibel zählt zu den am schönsten illustrierten Bibeln des 15. Jahr-hunderts und hatte prägenden Einfluss auf alle nachfolgenden Ausgaben. Die Schätzung liegt bei € 60.000.

Neben dem kolorierten und annotierten Exemplar der Schedelschen Weltchronik aus der Bibliothek des zeitgenössischen Gelehrten Cincinnius, das mit einer Taxe von € 100.000 an den Start geht, besticht vor allem auch Basilius Beslers mit € 85.000 angesetzter „Hortus Eystettensis” aus dem Jahr 1712. Hierbei handelt es sich um einen seltenen Vorab- bzw. Probedruck zu der für das nachfolgende Jahr 1713 geplanten und dann letztendlich 1750 fertiggestellten Jubiläumsausgabe des botanischen Prachtwerks.

Weitere Glanzlichter der Botanik sind eine Reihe von marktfrischen Kräuterbüchern mit attraktiver Schätzung wie die dritte lateinische Ausgabe des „Hortus sanitatis”. Während das wohl wichtigste naturhistorische Werk des Mittelalters mit einer Taxe von € 20.000 zum Aufruf kommt, könnte „De historia stirpium” von Leonard Fuchs vielleicht schon für € 18.000 zu haben sein. Die 512 kolorierten blattgroßen Pflanzenholzschnitte der ersten Ausgabe des berühmtesten und schönsten Kräuterbuchs der Renaissance dienen noch heute der Illustration von wissenschaftlichen Werken. Auch Johann Christian Volckamers erste Ausgabe der berühmten Monographie über Zitrusfrüchte „Nürnbergische Hesperides” dürfte bei einem Schätzpreis von € 10.000 für Spannung im Auktionssaal sorgen.

Im Bereich der Reiseliteratur begeistert Francois Auguste Pron mit seiner „Voyage de dcouvertes aux Terres australes”. Die seltene erste Ausgabe der dreibändigen Reisebeschreibung des Naturwissenschaftlers, der als Zoologe an der französischen Südsee-Expedition unter Baudin teilnahm, wird mit einem Schätzpreis von € 12.000 bewertet.

In der Abteilung der Autographen glänzen Che Guevaras äußerst seltenes Schreiben an seinen Leutnant Hugo del Rio Guerra (Taxe: € 18.000) und Hermann Hesses mit einem Dutzend aquarellierten Federzeichnungen versehenes Gedichtmanuskript (Taxe: € 15.000). Außerdem besticht neben Ludwig Wittgensteins eigenhändigem Korrekturexemplar von Ludwig Hänsels „Wertgefühl und Wert” (Taxe: € 7.500), das mit zahlreichen kritischen Anmerkungen versehen ist, vor allem eine von Franz Kafka aus dem gemeinsamen Pariser Urlaub mit seinem späteren Nachlassverwalter Max Brod ge- und unterschriebene Postkarte, in der Kafka „Beste Grüsse” an ein Fräulein Misek in Prag schickt. Die Schätzung liegt bei € 8.000.

Abgerundet wird die Offerte hier von einer spannenden Sammlung von rund 200 Briefen aus den frühen 1910er Jahren mit Korrespondenz von Kunsthändlern und Galeristen wie z.B. Alfred Flechtheim. Die mit € 3000 moderat angesetzte Losnummer gibt interessante Einblicke in geschäftliche Dialoge sowie Organisatorisches über Ausstellungen mit Werken berühmter Künstler wie Picasso, Braque, Jawlensky und Macke.

Bereits für € 6.000 könnte Raoul Hausmanns äußerst seltener Druck des Club Dada aus dem Gründungsjahr 1918 den Eigentümer wechseln. Es handelt sich um eines von nur 23 Exemplaren, das zudem auf der Innenseite des Vorderumschlages mit einem an Conrad Felixmüller gerichtetem Schreiben versehen ist. Hier bittet Hausmann den Freund und Künstler eigenhändig um seine Meinung zu dieser Publikation.

Außergewöhnlich selten ist auch die erste Ausgabe des Klavierauszugs von Wolfgang Amadeus Mozarts bekanntester Oper „Die Zauberflöte”. Das in dieser Vollständigkeit im Handel und in Bibliotheken kaum auffindbare Exemplar ist eine der gefragtesten Mozart-Erstausgaben und kommt mit einem Schätzpreis von € 15.000 zum Aufruf.

Neben Wertvollen Büchern, Manuskripten, Autographen und Dekorativer Graphik werden Arbeiten der Maritimen und Norddeutschen Kunst angeboten. Während letztere u.a. mit Werken von Emil Nolde („Hamburg, Reiherstiegdock”, Taxe: € 7.000), Emil Maetzel („Zwei Kinder mit Früchten”, Taxe: € 5.500) und Erich Kubierschky („Rinkenis an der Flensburger Förde”, Taxe: € 2.800) aufwartet, kommen im Bereich der Maritimen Kunst z.B. Michael Zeno Diemers „Blick auf den Bosporus mit Rumeli Hisari” (Taxe: € 5.000), Claus Bergens „Die Deutsche Hochseeflotte vor der Skagerrakschlacht” (Taxe: € 4.000) und die „Jacht Alexandrine auf tosender See” (Taxe: € 3.500) von einem Mecklenburger bzw. Schweriner Künstler zum Aufruf.
Vorbesichtigung
Holstenwall 5, Hamburg

Do/Fr 06./07. November von 11-17 Uhr
Mo-Fr 10.-14. November von 11-17 Uhr
So 16. Novembernach Vereinbarung


Auktion
Holstenwall 5, Hamburg
Mo/Di 17./18. November
Wertvolle Bücher Manuskripte Autographen Dekorative Graphik sowie Maritime und Norddeutsche Kunst


Ketterer Kunst hat sich seit seiner Gründung im Jahr 1954 als einer der wichtigsten Kunst- und Buchversteigerer mit dem Stammsitz in München und einer Dependance in Hamburg etabliert. Galerieräume in Berlin und Repräsentanzen in Heidelberg, Düsseldorf und Modena, Italien tragen entscheidend zum Geschäftserfolg bei. Außerdem finden immer wieder Ausstellungen, Sonder- und Benefizauktionen sowie permanente Online-Auktionen unter www.ketterer-internet-auktion.de statt. Robert Ketterer ist Inhaber und Geschäftsführer von Ketterer Kunst.

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