Sommer-Auktion von Ketterer Kunst mit fairer und gerechter Lösung für Werke von Thoma und Singer
ENTDECKT!
Thoma
Hans Thoma
Flora
Öl auf Papier, 1882, 113 x 62 cm
€ 25.000-35.000
München, 12. April 2021 (KK) - Außergewöhnliche Provenienzen und eine spannende Historie zeichnen zwei Arbeiten von Ilona Singer und Hans Thoma ebenso aus wie die exemplarisch guten Lösungen im Umgang mit Raubkunst. Nun werden die beiden wiederentdeckten Werke anlässlich der Sommer-Auktion am 18. und 19. Juni bei Ketterer Kunst in München versteigert.

"Es ist leider noch immer keine Selbstverständlichkeit, dass verfolgungsbedingter Verlust von jüdischem Besitz vollständig aufgearbeitet wird. Ich sehe den Kunsthandel hier in der Verantwortung. Wir dürfen Eigentümer eines belasteten Werks nicht mit ihren Problemen allein lassen", so Firmenchef Robert Ketterer. "Es gilt unsere ganze Kompetenz für die Lösungsfindung einzusetzen. Daher freut es mich umso mehr, dass es uns gelungen ist, die rechtmäßigen Erben zu ermitteln und zwischen ihnen und den Einlieferern zu vermitteln. So können wir im Sinne einer fairen und gerechten Lösung diese beiden Kunstwerke wieder für den Markt zugänglich machen."

In der Tat hat sich in der Vergangenheit bereits gezeigt, dass der Markt solche Bemühungen zu schätzen weiß. Erst im letzten Jahr erzielte eine durch intensive Recherchen aufgewertet Arbeit von Karl Hagemeister einen neuen Weltrekordpreis.

Auch Hans Thomas "Flora", die eine Hommage des Künstlers an seine Frau, die Blumenmalerin Bonicella "Cella" Thoma ist, dürfte für Spannung im Auktionssaal sorgen. Das 1882 entstandene Ölgemälde ist nicht nur für Thoma ein wichtiges persönliches Motiv, welches er immer wieder variiert. Die Arbeit, die bereits vielen Menschen am Herzen lag, verfügt über herausragende Provenienzen. So zählt Henry Thode, Direktor des Städelschen Kunstinstituts Frankfurt (1889-1891), der sowohl als Förderer von Hans Thoma als auch von Arnold Böcklin gilt, zu ihren Vorbesitzern. Die turbulente Historie des Gemäldes beginnt mit seinem Einzug ins Haus des Ledergroßhändlers und Kunstsammlers Hermann Weiß aus Landau, wo es nur wenige Jahre unbehelligt verbringen kann, denn als Jude leidet Weiß in der NS-Zeit zunehmend unter Repressionen. Während der Novemberprognome wird seine Wohnung geplündert und völlig zerstört. Erst 1939 gelingt ihm die Flucht nach Tel Aviv. Bereits 1937 hatte Weiß versucht "Flora" zu verkaufen. Das eindrucksvolle Kunstwerk gelangte schließlich, wohl auf privaten Wegen, in eine Mannheimer Sammlung, wo es zwischenzeitlich im Kellergewölbe des Heidelberger Schlosses vor den Bomben in Sicherheit gebracht, die Kriegsjahre unbeschadet überstand. Heute kann diese so zarte und liebreizende Arbeit mit ihrer ebenso bewegten wie bewegenden Geschichte auf Grundlage einer fairen und gerechten Lösung in bestem Einvernehmen mit den Erben nach Hermann Weiß mit einer Taxe von € 25.000-35.000 angeboten werden.

Auch Ilona Singers Ölgemälde "Kind mit Teddybär" fristete sein Dasein lange im Verborgenen seit es aus der Sammlung ihrer Schwester Margita Hahn 1943/44 von der Treuhandstelle Prag konfisziert und ans Jüdische Zentralmuseum ebendort gegeben wurde, von wo es Ende der 1960er Jahre verschwand. Erst jetzt gelang nach langer Recherche eine gütliche Einigung mit den Erben nach Margita Hahn. Damit kann nun eines der wenigen bekannten Gemälde von Ilona Singer frei von Restitutionsansprüchen versteigert werden. Die Schätzung für das besonders mit seiner konzentrierten Klarheit in der Darstellung bestechende Werk liegt bei € 6.000-8.000.

Zusätzlich zu den beiden Ölgemälden von Ilona Singer und Hans Thoma besticht die Auktion im Bereich der Kunst des 20./21. Jahrhunderts mit Werken so wichtiger Namen wie Lyonel Feininger, Katharina Grosse, Alexej von Jawlensky, Asger Jorn, Julian Opie, Hermann Max Pechstein, Gerhard Richter, Oskar Schlemmer und Victor Vasarely, während die Kunst des 19. Jahrhunderts mit Arbeiten so namhafter Künstler wie Edward Theodore Compton, Johann J. Frey, Karl Hagemeister und Franz von Stuck glänzt. Des weiteren offeriert die Auktion ausgewählte Werke aus der Sammlung Deutsche Bank und eine Suite von Werken Joseph Beuys' (siehe separate Meldungen).
Vorbesichtigung         28. Mai            Galerie Schwind Frankfurt
                                      30.-31. Mai      Ketterer Kunst Düsseldorf
                                      02.-03. Juni     Ketterer Kunst Hamburg
                                      05.-10. Juni     Ketterer Kunst Berlin
                                      12.-18. Juni     Ketterer Kunst München

Auktion in München   18. Juni  Kunst nach 1945 / Contemporary Art / Evening Sale
                                      19. Juni Kunst des 19. Jahrhunderts / Klassische Moderne

Ketterer Kunst (www.kettererkunst.de und www.ketterer-internet-auktion.de) mit Sitz in München und Dependancen in Hamburg, Berlin und Düsseldorf sowie einem weltweiten Netz an Repräsentanten u.a. in den USA und Brasilien wurde 1954 gegründet. Der Fokus des Auktionshauses liegt auf Kunst des 19. bis 21. Jahrhunderts sowie Wertvollen Büchern. Als Marktführer für Kunst des 19.-21. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum rangiert der Spezialist für deutsche Kunst laut Jahresbilanz 2020 der artprice database sogar als einziges und umsatzstärkstes Familien-unternehmen in den weltweiten Top 10.

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