Auktion: 428 / Klassische Moderne am 03./05.12.2015 in München Lot 254


254
Paul Klee
Zeichnung zum gelben Hafen, 1921/1926.
Tuschzeichnung
Schätzung:
€ 50.000
Ergebnis:
€ 71.250

(inkl. Käuferaufgeld)
Zeichnung zum gelben Hafen. 1921/1926.
Tuschzeichnung.
KIee 2627. Rechts unten in der Darstellung signiert. Auf dem Unterlagekarton unten mittig datiert, betitelt und mit der Werknummer "1921/36" bezeichnet. Auf chamoisfarbenem Papier, auf original Unterlagekarton kaschiert. 19,8 x 28,8 cm (7,7 x 11,3 in). Unterlagekarton: 23,5 x 31,7 cm (9,2 x 12,4 in).
Die vorliegende Zeichnung ist im Kontext der titel- und nahezu motivgleichen Ölfarbezeichnung "Gelber Hafen" (Klee 2617) entstanden, die sich heute als Teil der Berggruen Klee Collection in der Sammlung des Metropolitan Museum of Art, New York, befindet. [JS].

PROVENIENZ: Alexej von Jawlensky, Wiesbaden (bis 1941).
Leonard Hutton Galleries, New York.
Heinz Berggruen, Paris/Berlin.
Sammlung Madeleine und Harvey Plonsker, Glencoe/Illinois (ca. 1987-2014).

AUSSTELLUNG: Paul Klee. Das Frühwerk 1883-1922, München, Städtische Galerie im Lenbachhaus, 12.12.1979-2.3.1980, Nr. 442, mit Abb. (auf der Rahmenrückpappe mit dem Etikett).
Paul Klee. Selección de sesenta obras. The Berggruen Collection in the Metropolitan Museum of Art, Mexico City, Centro Cultural Arte Contemporaneo, Oktober 1989 - Januar 1990, Nr. 29, mit Abb.

LITERATUR: Will Grohmann, Paul Klee. Handzeichnungen 1921-1930, Potsdam/Berlin 1934, Nr. 3.
Sabine Rewald, Paul Klee. The Berggruen Collection in the Metropolitan Museum of Art, New York 1988, S. 137 mit Abb.
Die Blaue Vier. Feininger, Jawlensky, Kandinsky und Klee in der neuen Welt, Ausst.-Kat. Kunstmuseum Bern 5.12.1997-1.3.1998/Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen Düsseldorf 28.3.-28.6.1998, Düsseldorf, S. 95 mit Abb.

Die vorliegende Federzeichnung ist ganz vom Charakter des skurril-surrealen Elements bestimmt, das im grafischen und zeichnerischen Werk von Paul Klee eine herausragende Rolle einnimmt. Ein Strichmännchen und mechanische Apparaturen, unter denen sich Boot und Anker trotz der naiv-abstrahierten Bildsprache deutlich zuordnen lassen, bevölkern das von einer kindlich-heiteren Stimmung zeugende Blatt. Die sorgfältig austarierte Komposition lässt sich mäanderhaft in der Folge von Ereignissen ablesen, bei denen Schiffe eine entscheidende Rolle spielen. Paul Klee hat seine Hafenszenerie, in der ein am Konstruktivismus geschultes, formales Experimentieren im Vordergrund steht, schlicht und spielerisch erzählt und mit einer Prise Humor gewürzt. Für uns ist die detailreiche Tuschfederzeichnung das Dokument einer subtilen, gerade auch im kleinen Sujet gelebten Schaffensfreude.



254
Paul Klee
Zeichnung zum gelben Hafen, 1921/1926.
Tuschzeichnung
Schätzung:
€ 50.000
Ergebnis:
€ 71.250

(inkl. Käuferaufgeld)