Auktion: 612 / Evening Sale am 04.12.2026 in München → Lot 126001148
Rahmenbild
126001148
Gabriele Münter
Stilleben mit Sonnenblumen, Um 1910.
Öl auf Malpappe
Schätzpreis: € 120.000 - 180.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
126001148
Gabriele Münter
Stilleben mit Sonnenblumen, Um 1910.
Öl auf Malpappe
Schätzpreis: € 120.000 - 180.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
Gabriele Münter
1877 - 1962
Stilleben mit Sonnenblumen. Um 1910.
Öl auf Malpappe.
Verso mit dem Nachlassstempel und einem Aufkleber mit der teils handschriftlichen, teils gestempelten Nachlassnummer "B 293" sowie einem Etikett mit der gestempelten Nummer "833". 41,1 x 26 cm (16,1 x 10,2 in). [AW].
• PROGRESSIV Stillleben von außergewöhnlicher Geschlossenheit, Komposition und Linienführung.
• FLÄCHENMALEREI Bedeutendes Merkmal der frühen Murnauer Werke.
• WICHTIGE SCHAFFENSPHASE Von 1909 bis 1914 verbringt Münter inspirierende und glückliche Jahre mit Kandinsky im "Russenhaus" in Murnau.
• MUSEAL Stillleben aus demselben Entstehungsjahr befinden sich u. a. im Lenbachhaus München und in den Vatikanischen Museen, Rom.
PROVENIENZ: Nachlass der Künstlerin.
Galerie Gunzenhauser, München.
Privatsammlung Nordrhein-Westfalen (1984 vom Vorgenannten erworben).
Seitdem in Familienbesitz.
1877 - 1962
Stilleben mit Sonnenblumen. Um 1910.
Öl auf Malpappe.
Verso mit dem Nachlassstempel und einem Aufkleber mit der teils handschriftlichen, teils gestempelten Nachlassnummer "B 293" sowie einem Etikett mit der gestempelten Nummer "833". 41,1 x 26 cm (16,1 x 10,2 in). [AW].
• PROGRESSIV Stillleben von außergewöhnlicher Geschlossenheit, Komposition und Linienführung.
• FLÄCHENMALEREI Bedeutendes Merkmal der frühen Murnauer Werke.
• WICHTIGE SCHAFFENSPHASE Von 1909 bis 1914 verbringt Münter inspirierende und glückliche Jahre mit Kandinsky im "Russenhaus" in Murnau.
• MUSEAL Stillleben aus demselben Entstehungsjahr befinden sich u. a. im Lenbachhaus München und in den Vatikanischen Museen, Rom.
PROVENIENZ: Nachlass der Künstlerin.
Galerie Gunzenhauser, München.
Privatsammlung Nordrhein-Westfalen (1984 vom Vorgenannten erworben).
Seitdem in Familienbesitz.
Gabriele Münters Schaffen um 1910 ist von einer grundlegenden Erneuerung der Bildsprache geprägt. In Murnau findet sie gemeinsam mit Wassily Kandinsky einen Ort, an dem sich ihre künstlerischen Vorstellungen entfalten und verdichten. Die Eindrücke der Umgebung und der intensive Austausch im Künstlerkreis führen zu einer zunehmend eigenständigen Auffassung von Form und Farbe. 1909 erwirbt Münter das Haus in Murnau, das als "Russenhaus" bekannt wird und dem Künstlerpaar einen wichtigen Lebens- und Arbeitsort bietet. Die gefestigte Lebenssituation und die gemeinsame Arbeit begünstigen die Entwicklung neuer Ausdrucksmittel. Im selben Jahr gründen Münter, Kandinsky, Marianne von Werefkin, Alexej von Jawlensky und andere die "Neue Künstlervereinigung München". Neben ihren Aufenthalten in Murnau arbeitet Münter häufig in ihrer Münchner Wohnung, wo 1910 zahlreiche Stillleben entstehen. Nach Spannungen innerhalb der Künstlervereinigung gründen Münter, Kandinsky, Franz Marc und weitere Künstler 1911 den "Blauen Reiter". Bis zum Kriegsausbruch 1914 ist dies eine wichtige, prägende und produktive Schaffensphase.
Vor diesem Hintergrund erweist sich das "Stillleben mit Sonnenblumen" als prägnantes Zeugnis von Münters schöpferischem Aufbruch. Das Gemälde, das sich auf die Zeit um 1910 datieren lässt, beeindruckt durch seinen hohen Grad an Abstraktion. In dem stark stilisierten, nahezu geometrischen Schema sind die wenigen Gegenstände des Stilllebens kaum mehr identifizierbar. Die stark abstrahierten Sonnenblumen sind auf ihr Grundprinzip reduziert und lassen sich auch nur aufgrund dessen identifizieren. Die Blumen sind angeordnet in zwei Vasen, die ihrerseits nur noch aus blauen Farbblöcken bestehen. Sie sind platziert auf einem tischähnlichen Farbfeld, das gemeinsam mit dem Bildhintergrund hinter dem Arrangement spitz zuläuft und so eine besondere räumliche Situation erzeugt, die zwischen Andeutung und Auflösung des Raumes oszilliert. Die Farbflächen stehen gleichwertig nebeneinander und entfalten ihre Wirkung unmittelbar. Münter spielt hier in diesem Stillleben daher nicht nur mit der Anordnung und der Form der geometrischen Flächen, sondern auch mit deren Kontrasten. Verstärkt wird dieser Eindruck durch die kräftigen schwarzen Umrandungen, die durchaus als Reminiszenz an ihre Hinterglasmalerei zu verstehen sind. Mit diesen Konturen erschafft sie so eine starke Komposition von großer Geschlossenheit und gesteigertem Ausdruck.
Gabriele Münter führt ihre Bildsprache hier besonders konsequent weiter. Die Flächen sind streng gefügt, die Kontraste verschärft, die Sonnenblumen auf ihre Essenz reduziert. Das Motiv wird nicht bloß vereinfacht, sondern zunehmend entmaterialisiert. Mit sicherem Gespür für Form, Farbe und Fläche überführt die Künstlerin ein vertrautes Sujet in eine eigenständige, ausdrucksstarke Bildordnung. [AW]
Vor diesem Hintergrund erweist sich das "Stillleben mit Sonnenblumen" als prägnantes Zeugnis von Münters schöpferischem Aufbruch. Das Gemälde, das sich auf die Zeit um 1910 datieren lässt, beeindruckt durch seinen hohen Grad an Abstraktion. In dem stark stilisierten, nahezu geometrischen Schema sind die wenigen Gegenstände des Stilllebens kaum mehr identifizierbar. Die stark abstrahierten Sonnenblumen sind auf ihr Grundprinzip reduziert und lassen sich auch nur aufgrund dessen identifizieren. Die Blumen sind angeordnet in zwei Vasen, die ihrerseits nur noch aus blauen Farbblöcken bestehen. Sie sind platziert auf einem tischähnlichen Farbfeld, das gemeinsam mit dem Bildhintergrund hinter dem Arrangement spitz zuläuft und so eine besondere räumliche Situation erzeugt, die zwischen Andeutung und Auflösung des Raumes oszilliert. Die Farbflächen stehen gleichwertig nebeneinander und entfalten ihre Wirkung unmittelbar. Münter spielt hier in diesem Stillleben daher nicht nur mit der Anordnung und der Form der geometrischen Flächen, sondern auch mit deren Kontrasten. Verstärkt wird dieser Eindruck durch die kräftigen schwarzen Umrandungen, die durchaus als Reminiszenz an ihre Hinterglasmalerei zu verstehen sind. Mit diesen Konturen erschafft sie so eine starke Komposition von großer Geschlossenheit und gesteigertem Ausdruck.
Gabriele Münter führt ihre Bildsprache hier besonders konsequent weiter. Die Flächen sind streng gefügt, die Kontraste verschärft, die Sonnenblumen auf ihre Essenz reduziert. Das Motiv wird nicht bloß vereinfacht, sondern zunehmend entmaterialisiert. Mit sicherem Gespür für Form, Farbe und Fläche überführt die Künstlerin ein vertrautes Sujet in eine eigenständige, ausdrucksstarke Bildordnung. [AW]
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