Auktion: 605 / Day Sale am 13.06.2026 in München → Lot 126000296

126000296
Ernst Ludwig Kirchner
Reiter auf scheuendem Pferd vor roten Häusern, Ca. 1915.
Pastell und farbige Kreiden
Schätzpreis: € 90.000 - 120.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
126000296
Ernst Ludwig Kirchner
Reiter auf scheuendem Pferd vor roten Häusern, Ca. 1915.
Pastell und farbige Kreiden
Schätzpreis: € 90.000 - 120.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
Ernst Ludwig Kirchner
1880 - 1938
Reiter auf scheuendem Pferd vor roten Häusern. Ca. 1915.
Pastell und farbige Kreiden.
Verso mit dem Nachlassstempel des Kunstmuseums Basel (Lugt 1570 b) und der handschriftlichen Registriernummer "FS Be / Bl 1". Auf chamoisfarbenem Bütten (mit dem Wasserzeichen "SLG"). 66,5 x 51,2 cm (26,1 x 20,1 in), blattgroß.
Verso mit einer weiteren blattfüllenden, partiell farbig ausgestalteten Zeichnung eines Reiters auf steigendem Pferd, die auf einigen historischen Fotografien E. L. Kirchners zu erkennen ist (siehe Roland Scotti (Hrsg.), Ernst Ludwig Kirchner. Das fotografische Werk, Bern 2005, Kat.-Nr. 41, 241, 242, 332). [CH].
• Dynamisch-bewegte Zeichnung aus den gesuchten Berliner Schaffensjahren.
• Rarität: derart großformatige, farbig ausgearbeitete Zeichnungen des Künstlers sind auf dem internationalen Auktionsmarkt von allergrößter Seltenheit.
• Beidseitig bemaltes Blatt: Verso mit einer weiteren blattfüllenden Zeichnung eines Reiters auf steigendem Pferd, die auf einigen historischen Fotografien E. L. Kirchners zu erkennen ist.
• Umbruch und Veränderung: wie für ganz Europa markiert der Erste Weltkrieg auch für Kirchner einen radikalen Einschnitt in seinem Leben und Werk.
• Das Motiv eines Reiters auf sich aufbäumendem Pferd beschäftigt Kirchner um 1915 in mehreren Zeichnungen, Fotografien, einer Druckgrafik, einem Gemälde und einer Holzskulptur.
• Seit 1979 Teil derselben Privatsammlung.
Die Arbeit ist im Ernst Ludwig Kirchner Archiv, Wichtrach/Bern, dokumentiert.
PROVENIENZ: Nachlass des Künstlers, Davos (1938).
Erna Schilling (1884-1945), Davos (die Lebensgefährtin des Künstlers, bis 1945).
Kunstmuseum Basel (als Depositum mit dem restl. Nachlass des Künstlers, 1946-1954).
Stuttgarter Kunstkabinett Roman Norbert Ketterer, Stuttgart (1958).
Galeria Henze, Campione d'Italia (bis 1978).
Galerie Utermann, Dortmund.
Privatsammlung Südamerika (1979 vom Vorgenannten erworben).
LITERATUR: Stuttgarter Kunstkabinett Roman Norbert Ketterer, Stuttgart, 32. Auktion, Moderne Kunst, 1958, Los 418 (m. Abb, Tafel 59).
Galeria Henze, Katalog 14, Campione d'Italia 1977, Kat.-Nr. 75 (m. Abb.).
Galeria Henze, Katalog 18, Campione d'Italia 1978, Kat.-Nr. 80 (m. Abb.).
1880 - 1938
Reiter auf scheuendem Pferd vor roten Häusern. Ca. 1915.
Pastell und farbige Kreiden.
Verso mit dem Nachlassstempel des Kunstmuseums Basel (Lugt 1570 b) und der handschriftlichen Registriernummer "FS Be / Bl 1". Auf chamoisfarbenem Bütten (mit dem Wasserzeichen "SLG"). 66,5 x 51,2 cm (26,1 x 20,1 in), blattgroß.
Verso mit einer weiteren blattfüllenden, partiell farbig ausgestalteten Zeichnung eines Reiters auf steigendem Pferd, die auf einigen historischen Fotografien E. L. Kirchners zu erkennen ist (siehe Roland Scotti (Hrsg.), Ernst Ludwig Kirchner. Das fotografische Werk, Bern 2005, Kat.-Nr. 41, 241, 242, 332). [CH].
• Dynamisch-bewegte Zeichnung aus den gesuchten Berliner Schaffensjahren.
• Rarität: derart großformatige, farbig ausgearbeitete Zeichnungen des Künstlers sind auf dem internationalen Auktionsmarkt von allergrößter Seltenheit.
• Beidseitig bemaltes Blatt: Verso mit einer weiteren blattfüllenden Zeichnung eines Reiters auf steigendem Pferd, die auf einigen historischen Fotografien E. L. Kirchners zu erkennen ist.
• Umbruch und Veränderung: wie für ganz Europa markiert der Erste Weltkrieg auch für Kirchner einen radikalen Einschnitt in seinem Leben und Werk.
• Das Motiv eines Reiters auf sich aufbäumendem Pferd beschäftigt Kirchner um 1915 in mehreren Zeichnungen, Fotografien, einer Druckgrafik, einem Gemälde und einer Holzskulptur.
• Seit 1979 Teil derselben Privatsammlung.
Die Arbeit ist im Ernst Ludwig Kirchner Archiv, Wichtrach/Bern, dokumentiert.
PROVENIENZ: Nachlass des Künstlers, Davos (1938).
Erna Schilling (1884-1945), Davos (die Lebensgefährtin des Künstlers, bis 1945).
Kunstmuseum Basel (als Depositum mit dem restl. Nachlass des Künstlers, 1946-1954).
Stuttgarter Kunstkabinett Roman Norbert Ketterer, Stuttgart (1958).
Galeria Henze, Campione d'Italia (bis 1978).
Galerie Utermann, Dortmund.
Privatsammlung Südamerika (1979 vom Vorgenannten erworben).
LITERATUR: Stuttgarter Kunstkabinett Roman Norbert Ketterer, Stuttgart, 32. Auktion, Moderne Kunst, 1958, Los 418 (m. Abb, Tafel 59).
Galeria Henze, Katalog 14, Campione d'Italia 1977, Kat.-Nr. 75 (m. Abb.).
Galeria Henze, Katalog 18, Campione d'Italia 1978, Kat.-Nr. 80 (m. Abb.).
Nach Ausbruch des Krieges meldet sich Kirchner im Entstehungsjahr 1915 freiwillig zum Kriegsdienst, den er beim berittenen Mansfelder Feldartillerieregiment 75 in Halle an der Saale verrichtet. An seinen Förderer Karl Ernst Osthaus schreibt der Künstler schon bald verzweifelt: "Es ist so schrecklich, dort ist man geduldet, macht weniger als der schlechteste Rekrut, während man hier neues schaffen könnte. Die Sehnsucht nach der Arbeit macht mich wahnsinnig [...]." (251. Brief, 25.10.1915) Die strenge, auf Disziplin und Gehorsam ausgerichtete Ausbildung und die große Angst vor der Front wirkt sich auf Kirchners psychische und körperliche Gesundheit sehr negativ aus. Nach nur wenigen Monaten wird Kirchner in sehr schlechtem gesundheitlichen Zustand entlassen und bleibt vom Einsatz an der Front verschont. Diese wenigen, für ihn jedoch traumatischen Monate prägen ihn enorm und verändern seine Haltung zum Krieg bereits nach wenigen Monaten grundlegend. Er hegt große Angst vor einer erneuten Einberufung und erleidet mehrere Nervenzusammenbrüche. Ab 1916 weilt er im Kampf gegen seine Ängste für einige Monate in verschiedenen deutschen und Schweizer Sanatorien.
In seinen Werken dieser Zeit finden sich nun zum Teil Motive aus seiner neuen Umgebung in Halle an der Saale, die seinen militärischen Erfahrungen sowie dem Alltag der Soldaten entspringen. Im Zentrum einiger Werke stehen dabei auch die kraftvollen Regimentspferde, die dem Künstler einen gewissen Trost spenden: "Mit den anderen Soldaten habe ich sehr wenig Kontakt, ich habe aber eine ganz große Freude am Pferdeputzen. […] Ich habe mein Pferd so gern, dass ich nur weinend von ihm scheiden würde." (E. L. Kirchner, zit. nach: Roman Norbert Ketterer, Gespräch mit Hans Fehr, in: R. N. Ketterer, Dialoge. Bildende Kunst. Kunsthandel, Stuttgart/Zürich 1988, S. 67)
Das Motiv des Reiters findet sich bereits in der Dresdener "Brücke"-Zeit in Zeichnungen, Grafiken und Gemälden und durchzieht bis in die späten Schaffensjahre der 1930er Jahre Kirchners gesamtes Œuvre. 1915 ist in seinem Schaffen jedoch eine kurze konzentriertere, intensive künstlerische Auseinandersetzung mit diesem Motiv zu beobachten, insbesondere mit dem Reiter auf einem steigenden Pferd, das sich in diesem Jahr in Druckgrafiken wie der eindrucksvollen Lithografie "Steigendes Pferd mit Reiter" (Gercken 761, Dube L 307), einer von Kirchners seltenen Holzplastiken ("Bäumender Reiter", WVZ Henze, Nr. 1915/06) und vereinzelten Zeichnungen wie der hier angebotenen, ausgearbeiteten Farbkreidezeichnung wiederfindet.
Die großformatige Skizze auf der Rückseite findet sich zudem in mehreren Fotografien, die Kirchner während eines Heimaturlaubs im Herbst 1915 in seinem Berliner Atelier aufnimmt. Sie zeigen den Künstler in Militäruniform neben einer an der Wand befestigten Zeichnung eines einzelnen Pferdes mit Reiterfigur, die wohl der rückseitigen Zeichnung der hier angebotenen Arbeit entspricht: Ein mächtiges Pferd beherrscht die großformatige Darstellung. Der Kopf des imposanten Tieres berührt den oberen, und die Vorderbeine fast den rechten Bildrand.
Die farbige, äußerst dynamische und bewegte Darstellung entsteht während eines faszinierenden Höhepunkts in Kirchners künstlerischer Laufbahn. Einzelne im Verlauf dieses Jahres entstandene Gemälde mit militärischem Sujet werden deshalb zu den bedeutendsten Werken seines Œuvres gezählt, darunter "Selbstbildnis als Soldat" (Allen Memorial Art Museum, Oberlin/Ohio) und "Das Soldatenbad" (Privatsammlung). [CH]
In seinen Werken dieser Zeit finden sich nun zum Teil Motive aus seiner neuen Umgebung in Halle an der Saale, die seinen militärischen Erfahrungen sowie dem Alltag der Soldaten entspringen. Im Zentrum einiger Werke stehen dabei auch die kraftvollen Regimentspferde, die dem Künstler einen gewissen Trost spenden: "Mit den anderen Soldaten habe ich sehr wenig Kontakt, ich habe aber eine ganz große Freude am Pferdeputzen. […] Ich habe mein Pferd so gern, dass ich nur weinend von ihm scheiden würde." (E. L. Kirchner, zit. nach: Roman Norbert Ketterer, Gespräch mit Hans Fehr, in: R. N. Ketterer, Dialoge. Bildende Kunst. Kunsthandel, Stuttgart/Zürich 1988, S. 67)
Das Motiv des Reiters findet sich bereits in der Dresdener "Brücke"-Zeit in Zeichnungen, Grafiken und Gemälden und durchzieht bis in die späten Schaffensjahre der 1930er Jahre Kirchners gesamtes Œuvre. 1915 ist in seinem Schaffen jedoch eine kurze konzentriertere, intensive künstlerische Auseinandersetzung mit diesem Motiv zu beobachten, insbesondere mit dem Reiter auf einem steigenden Pferd, das sich in diesem Jahr in Druckgrafiken wie der eindrucksvollen Lithografie "Steigendes Pferd mit Reiter" (Gercken 761, Dube L 307), einer von Kirchners seltenen Holzplastiken ("Bäumender Reiter", WVZ Henze, Nr. 1915/06) und vereinzelten Zeichnungen wie der hier angebotenen, ausgearbeiteten Farbkreidezeichnung wiederfindet.
Die großformatige Skizze auf der Rückseite findet sich zudem in mehreren Fotografien, die Kirchner während eines Heimaturlaubs im Herbst 1915 in seinem Berliner Atelier aufnimmt. Sie zeigen den Künstler in Militäruniform neben einer an der Wand befestigten Zeichnung eines einzelnen Pferdes mit Reiterfigur, die wohl der rückseitigen Zeichnung der hier angebotenen Arbeit entspricht: Ein mächtiges Pferd beherrscht die großformatige Darstellung. Der Kopf des imposanten Tieres berührt den oberen, und die Vorderbeine fast den rechten Bildrand.
Die farbige, äußerst dynamische und bewegte Darstellung entsteht während eines faszinierenden Höhepunkts in Kirchners künstlerischer Laufbahn. Einzelne im Verlauf dieses Jahres entstandene Gemälde mit militärischem Sujet werden deshalb zu den bedeutendsten Werken seines Œuvres gezählt, darunter "Selbstbildnis als Soldat" (Allen Memorial Art Museum, Oberlin/Ohio) und "Das Soldatenbad" (Privatsammlung). [CH]
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