Auktion: 606 / Evening Sale am 12.06.2026 in München → Lot 126000070
Rahmenbild
126000070
Ernst Wilhelm Nay
Spiele, 1951.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 120.000 - 180.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
126000070
Ernst Wilhelm Nay
Spiele, 1951.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 120.000 - 180.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
Ernst Wilhelm Nay
1902 - 1968
Spiele. 1951.
Öl auf Leinwand.
Rechts unten signiert und datiert. Auf dem Keilrahmen signiert, datiert, betitelt, mit Maßangaben bezeichnet sowie mit Richtungspfeil. 100,5 x 125,3 cm (39,5 x 49,3 in).
• Aus der wichtigen, frühen Werkphase der "Fugalen Bider".
• Farbgewaltiges Zeugnis von Nays Auseinandersetzung mit Musik als zentrale Inspirationsquelle dieser Schaffensperiode.
• In seiner visuellen Tiefe erinnert das Gemälde "Spiele" an eine Komposition gleich einer musikalischen Fuge.
• Spielerisch: Das Thema: Rot, die Antwort: Blau, die Resonanz: Weiß und Grau.
• "Fugale Bilder" befinden sich u. a. im Museum Folkwang, Essen, im Museum Wiesbaden, in der Nationalgalerie, Berlin, in der Bayerische Staatsgemäldesammlung, München, im Museum Ludwig, Köln und im Sprengel Museum, Hannover.
Wir danken Frau Dr. Brigitte Schlüter, Ernst Wilhelm Nay Stiftung, Köln, für die freundliche wissenschaftliche Beratung.
PROVENIENZ: Galerie Wilbrand, Köln (auf dem Keilrahmen mit dem Stempel).
Privatbesitz Schweiz.
Galerie Haeseler, München (seit 1987, Galerie Wolfgang Ketterer, München).
Privatsammlung Süddeutschland (um 2000 vom Vorgenannten erworben).
AUSSTELLUNG: Abstrakte Maler der inneren Emigration, Landesmuseum, Mainz, 24.2.-31.3.1985, Kat.-Nr. 48.
LITERATUR: Aurel Scheibler, Ernst Wilhelm Nay. Werkverzeichnis der Ölgemälde, Bd. 1: 1922-1951, Köln 1990, WVZ-Nr. 533 (m. Farbabb.).
--
Galerie Wolfgang Ketterer, München, 115. Auktion, 20. Jahrhundert, 1.6.1987, Los 799 (m. Abb., Farbtafel).
1902 - 1968
Spiele. 1951.
Öl auf Leinwand.
Rechts unten signiert und datiert. Auf dem Keilrahmen signiert, datiert, betitelt, mit Maßangaben bezeichnet sowie mit Richtungspfeil. 100,5 x 125,3 cm (39,5 x 49,3 in).
• Aus der wichtigen, frühen Werkphase der "Fugalen Bider".
• Farbgewaltiges Zeugnis von Nays Auseinandersetzung mit Musik als zentrale Inspirationsquelle dieser Schaffensperiode.
• In seiner visuellen Tiefe erinnert das Gemälde "Spiele" an eine Komposition gleich einer musikalischen Fuge.
• Spielerisch: Das Thema: Rot, die Antwort: Blau, die Resonanz: Weiß und Grau.
• "Fugale Bilder" befinden sich u. a. im Museum Folkwang, Essen, im Museum Wiesbaden, in der Nationalgalerie, Berlin, in der Bayerische Staatsgemäldesammlung, München, im Museum Ludwig, Köln und im Sprengel Museum, Hannover.
Wir danken Frau Dr. Brigitte Schlüter, Ernst Wilhelm Nay Stiftung, Köln, für die freundliche wissenschaftliche Beratung.
PROVENIENZ: Galerie Wilbrand, Köln (auf dem Keilrahmen mit dem Stempel).
Privatbesitz Schweiz.
Galerie Haeseler, München (seit 1987, Galerie Wolfgang Ketterer, München).
Privatsammlung Süddeutschland (um 2000 vom Vorgenannten erworben).
AUSSTELLUNG: Abstrakte Maler der inneren Emigration, Landesmuseum, Mainz, 24.2.-31.3.1985, Kat.-Nr. 48.
LITERATUR: Aurel Scheibler, Ernst Wilhelm Nay. Werkverzeichnis der Ölgemälde, Bd. 1: 1922-1951, Köln 1990, WVZ-Nr. 533 (m. Farbabb.).
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Galerie Wolfgang Ketterer, München, 115. Auktion, 20. Jahrhundert, 1.6.1987, Los 799 (m. Abb., Farbtafel).
Das Gemälde "Spiele" (1951) aus der Serie der "Fugalen Bilder" von Ernst Wilhelm Nay entfaltet sich wie eine visuelle Komposition, die weniger einer klassischen Ikonografie als viel mehr dem Prinzip einer Melodie – gleich einer Fuge - folgt. In Analogie zu einer solchen Fuge erscheint das Gemälde als ein Gefüge aus Themen, Gegenstimmen und rhythmischen Verdichtungen zu einem Kanon, der sich in den prägenden Farbtönen Rot, Grau und Blau, durchbrochen durch zarte Weiß- und Braun-Töne artikuliert.
Die Gruppe der "Fugalen Bilder" schließt sich direkt an die "Hekate-Bilder" (1945-1948) an und entsteht im Vorfeld der "Rhythmischen Bilder" (1952-1953). Der Entstehungszeitraum der "Fugalen Bilder" beginnt im August/September 1949 und endet mit dem Wegzug von Hofheim, wo Nay sich nach dem Zweiten Weltkrieg niedergelassen hatte, nach Köln im November 1951. Für Nay ist die Beschäftigung mit abstrakt strukturiertem Flächengewebe nach der ständig zunehmenden Verdichtung der figurativen Bildstrukturen in den "Hekate-Bildern" eine logische Konsequenz. Allerdings ist der Übergang von den "Hekate"- zu den "Fugalen Bildern" fließend, allenfalls lässt sich eine strengere und stringentere Komposition als ein 'oberflächiges', erstes Unterscheidungsmerkmal anführen.
Thema und Antwort
Wie in einer Fuge tritt zunächst das Thema hervor: das Rot. Es erscheint nicht als homogene Fläche, sondern als pulsierende Form. Dieses Rot setzt den Grundton des Bildes – es vermittelt Energie und Impuls, wie ein Klang. Ihm antwortet das Blau, kühler und ruhiger, als Kontrapunkt. Während das Rot Bewegung suggeriert, wirkt das Blau wie eine ordnende Kraft, die das Bildfeld strukturiert. Das Grau und das Weiß schließlich fungieren als Vermittler: Sie sind weder bloßer Hintergrund noch passive Fläche, sondern Resonanzraum, in dem sich die farblichen Stimmen entwickeln können.
Variation und Verdichtung
In unserem Bild verschränken sich die Farbstimmen zunehmend. Formen überlagern einander, kreisen, stoßen sich ab und finden neue Konstellationen. Das Rot scheint sich zu verdichten, während das Blau in Variationen nahezu grauer Nuancen zu versinken droht. Das Grau hingegen oszilliert in unterschiedlichen Abstufungen und schafft räumliche Tiefe, ohne perspektivische Illusion zu erzeugen.
Hier wird das titelgebende Prinzip des "Spiels" sichtbar: Es ist kein narrativer Vorgang, sondern ein Geschehen, aus dem kindliche Freude entsteht. Farbe wird zur handelnden Instanz. Die Bildfläche verwandelt sich in ein Feld dynamischer Zusammenhänge, in dem jede Form ihre Bedeutung aus dem Verhältnis zur anderen gewinnt. Wie in einer Fuge wird das Thema nicht wiederholt, sondern umgewandelt.
Steigerung und Höhepunkt
Bei längerer Betrachtung gewinnt die Komposition an Intensität, als würde das visuelle Geschehen auf einen Höhepunkt zustreben. Doch dieser Höhepunkt ist kein finaler Akkord, sondern eine temporäre Verdichtung – ein Moment maximaler Gleichzeitigkeit.
Die kreisenden Formen erzeugen eine Rhythmik, die an musikalische Taktstrukturen und Notenbilder erinnert. Das Sehen selbst wird rhythmisiert: Das Auge folgt den Farbbahnen, verweilt, springt weiter, kehrt zurück.
Offener Ausklang
Wie viele Fugen endet auch dieses Bild nicht mit einem abrupten Schluss, sondern mit einer offenen Resonanz. Die Farbtöne lösen sich nicht auf, sondern verbleiben in einem Spannungsverhältnis. Rot, Grau und Blau stehen weiterhin im Dialog – ein Gespräch ohne endgültige Antwort.
"Spiele" erweist sich damit als malerische Übersetzung musikalischer Konzepte. Das Bild gleicht einem visuellen Fugengeflecht, in dem Farbe zu Klang und Fläche zu stiller Melodie wird. [MH]
Die Gruppe der "Fugalen Bilder" schließt sich direkt an die "Hekate-Bilder" (1945-1948) an und entsteht im Vorfeld der "Rhythmischen Bilder" (1952-1953). Der Entstehungszeitraum der "Fugalen Bilder" beginnt im August/September 1949 und endet mit dem Wegzug von Hofheim, wo Nay sich nach dem Zweiten Weltkrieg niedergelassen hatte, nach Köln im November 1951. Für Nay ist die Beschäftigung mit abstrakt strukturiertem Flächengewebe nach der ständig zunehmenden Verdichtung der figurativen Bildstrukturen in den "Hekate-Bildern" eine logische Konsequenz. Allerdings ist der Übergang von den "Hekate"- zu den "Fugalen Bildern" fließend, allenfalls lässt sich eine strengere und stringentere Komposition als ein 'oberflächiges', erstes Unterscheidungsmerkmal anführen.
Thema und Antwort
Wie in einer Fuge tritt zunächst das Thema hervor: das Rot. Es erscheint nicht als homogene Fläche, sondern als pulsierende Form. Dieses Rot setzt den Grundton des Bildes – es vermittelt Energie und Impuls, wie ein Klang. Ihm antwortet das Blau, kühler und ruhiger, als Kontrapunkt. Während das Rot Bewegung suggeriert, wirkt das Blau wie eine ordnende Kraft, die das Bildfeld strukturiert. Das Grau und das Weiß schließlich fungieren als Vermittler: Sie sind weder bloßer Hintergrund noch passive Fläche, sondern Resonanzraum, in dem sich die farblichen Stimmen entwickeln können.
Variation und Verdichtung
In unserem Bild verschränken sich die Farbstimmen zunehmend. Formen überlagern einander, kreisen, stoßen sich ab und finden neue Konstellationen. Das Rot scheint sich zu verdichten, während das Blau in Variationen nahezu grauer Nuancen zu versinken droht. Das Grau hingegen oszilliert in unterschiedlichen Abstufungen und schafft räumliche Tiefe, ohne perspektivische Illusion zu erzeugen.
Hier wird das titelgebende Prinzip des "Spiels" sichtbar: Es ist kein narrativer Vorgang, sondern ein Geschehen, aus dem kindliche Freude entsteht. Farbe wird zur handelnden Instanz. Die Bildfläche verwandelt sich in ein Feld dynamischer Zusammenhänge, in dem jede Form ihre Bedeutung aus dem Verhältnis zur anderen gewinnt. Wie in einer Fuge wird das Thema nicht wiederholt, sondern umgewandelt.
Steigerung und Höhepunkt
Bei längerer Betrachtung gewinnt die Komposition an Intensität, als würde das visuelle Geschehen auf einen Höhepunkt zustreben. Doch dieser Höhepunkt ist kein finaler Akkord, sondern eine temporäre Verdichtung – ein Moment maximaler Gleichzeitigkeit.
Die kreisenden Formen erzeugen eine Rhythmik, die an musikalische Taktstrukturen und Notenbilder erinnert. Das Sehen selbst wird rhythmisiert: Das Auge folgt den Farbbahnen, verweilt, springt weiter, kehrt zurück.
Offener Ausklang
Wie viele Fugen endet auch dieses Bild nicht mit einem abrupten Schluss, sondern mit einer offenen Resonanz. Die Farbtöne lösen sich nicht auf, sondern verbleiben in einem Spannungsverhältnis. Rot, Grau und Blau stehen weiterhin im Dialog – ein Gespräch ohne endgültige Antwort.
"Spiele" erweist sich damit als malerische Übersetzung musikalischer Konzepte. Das Bild gleicht einem visuellen Fugengeflecht, in dem Farbe zu Klang und Fläche zu stiller Melodie wird. [MH]
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