126000454
Gotthard Graubner
Lapilli, 1995.
Acryl und Öl auf Leinwand, über Synthetikwatte ...
Schätzpreis: € 400.000 - 600.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
126000454
Gotthard Graubner
Lapilli, 1995.
Acryl und Öl auf Leinwand, über Synthetikwatte ...
Schätzpreis: € 400.000 - 600.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
 

Gotthard Graubner
1930 - 2013

Lapilli. 1995.
Acryl und Öl auf Leinwand, über Synthetikwatte auf Leinwand.
Verso signiert, datiert und betitelt sowie mit Richtungspfeil. Ca. 284 x 355 x 22 cm (111,8 x 139,7 x 8,6 in). [JS].

• Innovative Ästhetik: Graubners ikonische "Farbraumkörper" sprengen die Grenzen des klassischen Tafelbildes.
• Rothko/Graubner: Die gepolsterten Leinwände der "Farbraumkörper" weiten Rothkos sinnliche Farbräume in die dritte Dimension.
• Monumental & selten: Bisher wurde erst eine weitere Arbeit dieser Größe auf dem internationalen Auktionsmarkt angeboten.
• Mystische Aura: maximal befreite, offene und tiefe Farbwirkung in geheimnisvollem Violett von kontemplativem Charakter.
• 2019/20 würdigte u. a. das MKM Museum Küppersmühle in Duisburg Graubners Œuvre in der Ausstellung "Farbe Absolut. Katharina Grosse x Gotthard Graubner".
• Museale Qualität: "Farbraumkörper" befinden sich u. a. im Städel Museum und im Museum für Moderne Kunst, Frankfurt am Main, sowie in der Neuen Nationalgalerie, Berlin
.

PROVENIENZ: Pivatsammlung Nordrhein-Westfalen (direkt vom Künstler).

AUSSTELLUNG: Gotthard Graubner. Mit den Bildern atmen, Arp Museum Bahnhof Rolandseck, 18.2.2018-10.2.2019, S. 188 (m. doppels. Abb. S. 80/81).

Julia Mattern, Wandlungen / Transformations, in: Gotthard Graubner. Mit den Bildern atmen / Breathing with the Paintings, Köln 2018, S. 22.

Auratisch, mystisch, kraftvoll: Graubners ikonische "Farbraumkörper" und die Entgrenzung der Malerei
Auratisch, mystisch und kraftvoll ist die Wirkung, die von Gotthard Graubners monumentalem "Farbraumkörper" ausgeht, dessen Titel "Lapilli" auf explosive vulkanische Eruptionen verweist und damit bereits das innere Glühen der tief violetten Farbe in sich trägt. Graubners fesselnde "Farbraumkörper" zählen zu den ikonischen Positionen der deutschen Nachkriegs-Avantgarde, denn Graubner ist der Schöpfer eines radikal neuen Bildtypus, der die Grenzen des klassischen Tafelbildes sprengt. Seine sich wie Farbwolken in den Raum hinein ausdehnenden Bildwerke ermöglichen ein dreidimensionales Farberlebnis. Magisch-kontemplativ weitet sich die Farbe von der gepolsterten Leinwand ausgehend in den Raum und zugleich – in einzelnen, teils dynamisch akzentuierend aufgetragenen Farbschichten – in die Tiefe, ermöglicht auf diese Weise ein geradezu physisch erlebbares Eintauchen in die Farbe. Vollkommen singulär ist der Charakter dieser Farbwelten. Besonders intensiv und fesselnd ist das Erlebnis ihrer auratischen Präsenz vor seinen Schöpfungen von monumentaler Größe, die besonders selten auf dem internationalen Markt angebotenen werden – so auch vor unserer eindrucksvoll glühenden Komposition "Lapilli". Dieses faszinierende Werk von Gotthard Graubner scheint geradezu die gestische Flächendynamik eines Jackson Pollock mit der mystischen Farbwirkung eines Mark Rothko in sich zu vereinen.

Graubner/Rothko: Die documenta II (1959) und Graubners malerischer Aufbruch in die dritte Dimension
Eines der zentralen künstlerischen Vorbilder für den jungen Graubner ist der Amerikaner Mark Rothko und dessen spirituell-kontemplativ anmutende, großformatige Farbräume. Rothko war 1959 auf der für die Etablierung des Abstrakten Expressionismus und der Farbfeldmalerei in Europa wichtigen documenta II in Kassel vertreten – zusammen mit seinen amerikanischen Zeitgenossen Jackson Pollock, Barnett Newmann und Willem de Kooning. Graubner ist damals 29 und noch Student an der Kunstakademie Düsseldorf. Die legendäre, den zeitgenössischen Kunstbegriff auf den Kopf stellende und in der damaligen Presse viel diskutierte documenta II muss somit auch für den jungen Graubner ein gewaltiges künstlerisches Erweckungserlebnis gewesen sein, das ihm fortan den Mut gegeben hat, sich und seine Kunst radikal über alle bisherigen Traditionen hinwegzusetzen. "Als die bundesdeutschen Kuratoren der zweiten documenta kurz vor der Eröffnung die aus New York angelieferten Kisten auspackten, warf ihnen der Anblick der Werke ihr Konzept um. Der bildliche Eindruck der 144 US-amerikanischen Kunstwerke war dominant. Neben den ausladenden, raumgreifenden, expressiven Leinwänden von Mark Rothko, Jackson Pollock, Franz Kline, William de Kooning, Sam Francis und Helen Frankenthaler sahen die abstrakten Arbeiten aus Europa von Wols, Soulages, Dubuffet, Nay, Hartung oder Winter still und – salopp gesprochen – alt aus" (zit. nach: Marie Luise Knott, Abstrakter Expressionismus. Die documenta II und das Ende des Kalten Kunstkriegs, in: Ästhetik + Politik. Neuaufteilungen des Sinnlichen in der Kunst, hrsg. von M. Ott und H. Strauß, Schriftenreihe der HFBK Hamburg, Hamburg 2009). 1959, das Jahr in dem Gaubner die Akademie abschließt, ist also das Jahr eines künstlerischen Kulturschocks, der die verhältnismäßig biedere deutsche Kunstwelt tüchtig wachrütteln sollte. Und auch für Graubner sollte danach etwas ganz Neues beginnen, denn bereits Anfang der 1960er Jahre entstehen seine ersten "Kissenbilder", eine Vorform seiner späteren "Farbraumkörper", mit denen Graubner schließlich 1968 selbst auf der documenta 4 vertreten ist und die er auch 1977 auf der documenta 6 in Kassel zeigen sollte.

Auratische Präsenz: Vom "Kissenbild" zum monumentalen "Farbraumkörper"
Während Graubner seine frühen Kissenbilder zunächst noch mit feinem Nylongewebe bespannt, verwendet er für seine späteren, großformatigeren "Farbraumkörper" – wie auch bei unserer in einem geradezu transzendenten inneren Leuchten den Raum erfüllenden Arbeit "Lapilli" – zunehmend feste Leinwandgewebe, die er mit Polsterwatte hinterfüttert. Der eine wolkige Farbtiefe erzeugende Farbauftrag erfolgt meist mit besenartigen Pinseln auf den am Boden liegenden oder an der Wand stehenden Bildträger. Um die Vielschichtigkeit der einzelnen Farbwerte zu einem "Farbraumkörper" von oszillierender Wirkung und einzigartiger auratischer Präsenz zu steigern, erfordert es zahlreiche Trocknungsprozesse sowie eine besondere kompositionelle Sensibilität, die Graubners malerisches Schaffen in entscheidender Weise auszeichnet. Ab den 1980er Jahren gelingt Graubner in seinen monumentalen "Farbraumkörpern" eine maximale Entgrenzung der Farbwirkung, von der die vorliegende Arbeit ein faszinierendes Zeugnis gibt. Aufgrund der innovativen Ästhetik seiner dreidimensionalen Malerei gelten Graubners "Farbraumkörper" nicht nur als der zentrale Werkkomplex im Œuvre des Künstlers, sondern darüber hinaus auch als besonders mutige und heute ikonische Schöpfungen der europäischen Nachkriegs-Avantgarde. [JS]





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